Tuesday 18. June 2019

"Der Stein schwimmt"

Wallfahrt der Landwirtschaftsschulen OÖ

Über 800 Schülerinnen und Schüler machten sich gemeinsam mit ihren LehrerInnen am 22. Mai 2019 auf den Weg nach St. Florian. Ein gemeinsamer Gottesdienst in der Basilika brachte „Steine zum Schwimmen“ – und Menschen zueinander.

Die Wallfahrt – deren Planung auf Initiative von Fachinspektorin Marianne Jungbauer mit einem Team von engagierten ReligionslehrerInnen vor zwei Jahren begann, war als Sternwallfahrt konzipiert. Trotz der widrigen Witterungsbedingungen machten sich die SchülerInnen auf den Weg – begleitet von selbst gestalteten, ca. 2m hohen Pilgerkreuzen. Mehrere Monate entwickelte das Vorbereitungsteam intensiv diesen gemeinsamen Tag. Die ReligionslehrerInnen der Landwirtschaftsschulen besuchten eine thematische Vorbereitung, die Pilgerkreuze wurden kreativ gestaltet und unzählige Stunden in das Projekt investiert. 


Inspiriert wurde Marianne Jungbauer von Fachinspektor Andreas Gieferl, der in der Steiermark mit SchülerInnen nach Mariazell unterwegs war. 

 

Zug vom Stiftshof zur Basilika
SchülerInnen bringen ihr selbstgestaltetes Pilgerkreuz mit
Bischof Manfred Scheuer und Schulamtsdirektor Franz Asanger
Ankommen
Erinnerungs-Bändchen
Im Stiftshof
Blasmusik der Landwirtschaftsschulen
Michaela Alexander und Gerald Kaiblinger
Im Stiftshof
Landesschulinspektor Johann Plakolm
Blick von oben
Propst Johannes Holzinger
Fachinspektorin Marianne Jungbauer

 

Das Motto: Der Stein schwimmt

Am Heiligen Florian orientiert sich das Motto der Sternwallfahrt. Der Heilige war ein hoher Beamter der römischen Verwaltung, der im Jahr 304 ertränkt wurde, weil er trotz Verbotes zugab, Christ zu sein. Auch viele hunderte Jahre später erinnert uns Florian daran, dass wir uns für andere einsetzen müssen, auch wenn es für uns nicht unbedingt persönliche Vorteile mit sich bringt. Bildlich gesprochen ist Florian also nicht „untergegangen“: Der um seinen Hals gebundene Mühlstein ist symbolisch zu einem schwimmenden Stein geworden.

 

Gemeinsam unterwegs – gut angekommen

Im Stift St. Florian wurden die WallfahrerInnen aus 17 Schulen von der Blasmusik der Landwirtschaftsschulen empfangen. Begleitet wurden sie von den ReligionslehrerInnen, vielen LandwirtschaftslehrerInnen und den DirektorInnen der Schule. Auch Diözesanbischof Manfred Scheuer und Schulamtsdirektor Franz Asanger ließen es sich nicht nehmen, ein Stück des Weges mit den jungen Menschen mitzuwandern.

 

Viele waren mit Begeisterung dabei

Marianne Jungbauer war von den jungen Menschen beeindruckt wie auch von den kreativ gestalteten, individuellen und bunten Pilgerkreuzen. „Diese Kreuze sind ein sichtbares Zeichen für unseren Glauben – das ist beeindruckend“ – so Jungbauer.


Landesschulinspektor Johann Plakolm war von der ersten Minute an von der Idee der Wallfahrt begeistert. In seinem Grußwort würdigte er die Landwirtschaftlichen Schulen, die Theorie, Praxis, Tradition und Innovation verbinden. Und er betonte: „Das Kennenlernen des Stiftes St. Florian und des Landespatrons ist Teil der Persönlichkeitsbildung.“ 

 

Generalabt Propst Johannes Holzinger bedankte sich bei Marianne Jungbauer und ihrem Team. Er hob das Vorbild des Heiligen Florian hervor, der sich zu seiner Lebenszeit einen Skandal leistete: er wandte sich als oberster Verwaltungsbeamte gegen den Kaiserkult Diokletians. Dieses kompromisslose Eintreten für den einen Gott, für seinen Glauben kostete ihn das Leben. Florian repräsentiert aber auch ganz konkrete Haltungen, die für den Zusammenhalt der Gemeinschaft wichtig sind. 

 

Gottesdienst in der Basilika St. Florian

Der gemeinsame Gottesdienst mit Diözesanbischof Manfred Scheuer in der Basilika war der Höhepunkt der Wallfahrt.  Bischof Manfred erinnerte in seiner Predigt an die Bedeutung von Wegnetzen zur Zeit seiner Großeltern, die Kommunikation und Weggemeinschaft ermöglichten, die auch beim gemeinsamen Gehen am Wallfahrtspfad spürbar wurden. Der Heilige Florian ist heute ein beliebter Heiliger – nicht etwa deshalb, weil er die Beliebtheitskriterien von „Wikihow“ erfüllte, sondern aufgrund seiner Haltungen und Überzeugungen. Er wollte seinen Glaubensgeschwistern beistehen und nahm dabei in Kauf, selbst angeklagt zu werden. Bischof Manfred ermutigte am Beispiel dieses „beliebten Heiligen“ zu einem Glauben an Gott, „der das Gute will und der den Wert eines Menschen nicht an Beliebtheitsrankings misst. Jede und jeder von Euch ist wichtig. Jede und jeder kann etwas. Jede und jeder ist brauchbar. Jede und jeder soll dazugehören.“

 

Predigtgedanken von Bischof Manfred Scheuer zum Nachlesen

 

eine volle Basilika
Predigt von Bischof Manfred Scheuer
Dialog - gestaltet von SchülerInnen
die Chili Chicks gestalten den Gottesdienst musikalisch
Fürbitten - gestaltet und gelesen von SchülerInnen
Eucharistiefeier
Landtagsabgeordnete Regina Aspalter
Die Kreuze der 17 Schulen
Stärkung zu Mittag

 

SchülerInnen und LehrerInnen gestalteten die Elemente des Gottesdienstes kreativ und mit Bezug zu ihrer Sprache und Lebenswelt. Musikalisch gestaltet wurde der Gotesdienst von der Band „Chili Chicks“. Als Organist entlockte Florian Birklbauer der Brucknerorgel aktuelle Melodien, wie sie sonst wohl nicht so häufig in der Basilika zu hören sind.  


Am Ende des Gottesdienstes würdigte Landtagsabgeordnete Regina Aspalter in Vertretung von Landeshauptmann Thomas Stelzer die landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen als Säulen des oberösterreichischen Bildungssystems. Bäuerinnen und Bauern sorgen, - so Aspalter - für Lebensqualität in Oberösterreich. Durch eine exzellente Ausbildung können sich die jungen Menschen den Herausforderungen stellen. Aspalter betonte: „Die Liebe und Begeisterung für unser Engagement kann Steine zum Schwimmen bringen.“


Beim gemütlichen Beisammensein bei Musik, Leberkäse und Getränken klang die gemeinsame Feier aus.

 

(mh)

 

Bilder zum Download:
LWS_Wallfahrt_01 – Zug vom Stiftshof zur Basilika
LWS_Wallfahrt_02 – Blasmusik der Landwirtschaftsschulen
LWS_Wallfahrt_03 – Über 900 Menschen feiern Gottesdienst
LWS_Wallfahrt_04 – Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer
LWS_Wallfahrt_05 – Verschiedene Elemente im Gottesdienst wurden von SchülerInnen gestaltet
LWS_Wallfahrt_06 – Die SchülerInnen brachten selbstgestaltete Pilgerkreuze mit
LWS_Wallfahrt_07 – Fachinspektorin RR Kons. Dipl.-Päd. Marianne Jungbauer


Foto-Credit: Diözese Linz / Haijes

 

Rückfragen: 
Schulamt der Diözese Linz
Fachinspektorin Marianne Jungbauer
+43 / 676 / 8776-1166
marianne.jungbauer@dioezese-linz.at 
 

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