Saturday 19. September 2020

Katholische Schulen weit denken

Tag der Katholischen Schulen 2018

Vernetzungstreffen Katholischer Schulen in Oberösterreich am 19.10. - Sr. Beatrix Mayrhofer führt die Verantwortlichen der Schulen zu Lichtungen, lässt sie im Geiste ihre Schulen neu gründen und ermutigt zu einem Wirken abseits des "Billa-Sackerls".

Am 19.10.2018 trafen sich Verantwortliche aus den katholischen Schulen in Oberösterreich zu ihrem jährlichen Vernetzungstreffen. Am Gymnasium Dachsberg ließen sich Schulerhalter, Schulleiter/innen, Lehrer/innen, Schüler/innen und Eltern von Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der österreichischen Frauenorden, inspirieren, um gemeinsam die Perspektive „Zukunft“ zu bedenken.

 

In ihrem Vortrag führt Sr. Beatrix Mayrhofer die Teilnehmer/innen der Tagung durch so manchen Dschungel auf die Lichtung - und verweist in diesem Zusammenhang auf die Pionierarbeit der Ordensgründer/innen in Sachen Bildung. "Katholische Schulen waren immer eine Antwort – als Klosterschulen schon zur Zeit des heiligen Benedikt, als Domschulen an den Kathedralen, als Pfarrschulen und als Bildungsstätte für die Armen, die Landbevölkerung, besonders die Mädchen."

Im Geiste durften die Anwesenden ihre Schulen "neu gründen" und Fragen stellen wie "Wessen Anliegen ist die Schule, an der wir wirken?", "Wo auf dem Baugrund ihrer Schule vermuten Sie die Quelle?", "Was wäre das Katholische an meiner Schule?" und "Wie kann ich beim Betreten des Gebäudes erkennen, dass ich in einer katholischen / einer christlichen Schule bin, die die Freiheit des Geistes atmet?"

 

Katholische Schulen weit denken
Sr. Beatrix Mayrhofer
Sr. Beatrix Mayrhofer
Sr. Beatrix Mayrhofer

 

Im Bewusstsein einer sich änderenden religiösen Struktur der Bevölkerung regt Sr. Mayrhofer an, sich die Fragen "Wer wird an unsere Schulen geschickt?" und "Wen nehme ich auf" bewusst zu stellen.

 

Sr. Beatrix bringt im Bild vom "Billa-Sackerl" aus einer Firmpredigt von Michael Scharf eine spannende Geschichte:  "Eine Bettlerin trägt ihren ganzen Besitz in ein paar Billa-Sackerln herum und lebt vom Betteln. Dann stirbt die Bettlerin und bekommt ein äußerst pompöses Begräbnis. Es stellt sich heraus, dass sie ein großes Vermögen besessen hat, das sie testamentarisch für die Finanzierung ihres Begräbnisses bestimmt hat. Was für eine Frau! Sie lebt aus dem Billa-Sackerl und besitzt doch ein Vermögen, ein Vermögen, vom dem sie nicht lebt, das sie aufhebt für ihre Zeit nach dem irdischen Leben! Woraus leben wir christlichen Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher? Sind wir religiöse Billa-Sackerl-Erzieher? Leben wir aus einem Billa-Sackerl, in dem unsere Ausbildungen, unsere Erfahrung, unsere Routine drin sind, oder schöpfen wir aus einem großen Schatz? Wir müssen nicht nur in das Billa-Sackerl hineingreifen, wir können aus einem Schatz schöpfen, wir dürfen als Christen auf die unendliche Fülle des Lebens vertrauen, denn wir sind getauft, getauft auf den Namen desVaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wir sind auf das Leben getauft"

 

Schulen, die weit denken, die am dreifaltigen Gott - an der Liebe, am Leben ausgerichtet sind, entdecken Einmaligkeit, bejahren Vielfalt und pflegen sie, üben rücksichtsvolles Leben in Gemeinschaft, schenken Verzeihen und Versöhnen, so Sr. Mayrhofer.

 

Gesprächsgruppen
Gesprächsgruppen

 

In Gesprächsgruppen und in den Herbstsitzungen der Gremien wurden die Impulse aus dem Vortrag weiter erörtert und über den zukünftigen Beitrag der katholischen Schulen für die Kirche in Oberösterreich diskutiert, die gerade den Zukunftsweg „Kirche weit denken“ beschreitet. Die Vertreter/innen der katholischen Schulen wissen sich dem kirchlichen Grundauftrag Bildung verpflichtet und sehen sich als wichtige Einrichtungen von Ordensgemeinschaften und Diözese, die den Horizont durch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weit aufmachen können.

 

Der gemeinsame Nachmittag konnte beim Abendessen auf Einladung des Landesverbandes katholischer Elternvereine ausklingen – und so manche/r Teilnehmer/in nutzte die Gelegenheit, um sich mit dem Theaterstück „Revisor“ (Nikolai Popol) von den Schüler/innen des Gymnasiums Dachsberg auch kulturell inspirieren zu lassen.

 

(hm)

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