Saturday 24. July 2021

Schwester Ingrid Sturm: „Wir tun, was wir tun können“

Seit über 25 Jahren kennt die Kreuzschwester Ingrid Sturm aus Linz die Not in Rumänien. Und sie hilft, wo sie helfen kann. Vor allem Kinder und Jugendliche sind ihr ein besonderes Anliegen.

Die gebürtige Leondingerin Eva Maria Sturm (Ordensname Ingrid), ausgebildete Kindergärtnerin und Pastoralassistentin, verbringt seit über 20 Jahren jeweils die Hälfte des Jahres in Rumänien, um dort die teils massive Not von Menschen zu lindern. Die 73-Jährige, die im Juni ihren Geburtstag feierte, drängte es ursprünglich in die Mission nach Brasilien, doch es sollte etwas anders kommen. Im Laufe ihres Lebens in der Gemeinschaft der Kreuzschwestern, der sie mit 18 Jahren beitrat, übte sie verschiedene Berufe aus. So war sie Kindergärtnerin, auch Kindergartenleiterin oder Internatserzieherin. Als sie 1995 ein Praktikum für Sozialarbeit bei dem bekannten österreichischen Jesuiten und Sozialseelsorger P. Georg Sporschill machte, der seit Jahrzehnten Hilfe für rumänische Straßenkinder leistet und diese Aufgabe zu seinem Lebenswerk werden ließ, lernte Sr. Ingrid die Not in Rumänien kennen.

 

„Diese Erfahrung verlangte von mir eine Lebensantwort“

 

Es ergaben sich für die Ordensfrau immer mehr Kontakte, sie lernte die rumänische Sprache und bereitete sich auf einen Einsatz in Rumänien vor. 1996 begann Sr. Ingrid die Sozialarbeit mit dem Aufbau eines Pfarrkindergartens. Ein Schlüsselerlebnis für sie war der Besuch in einem Armenviertel, wo sie in einer desolaten Hütte ein neugeborenes Kind entdeckte. Diese Situation erinnerte sie an das Weihnachtsgeschehen: Christus zeigt sich als neugeborenes Kind am Rande der Stadt in einer armseligen Unterkunft. Sr. Ingrid: „Diese Erfahrung verlangte von mir eine Antwort – eine Lebensantwort, die ich bis heute ehrlich versuche zu geben.“

 

Seit dem Jahr 2000 wechseln Aufenthalte in Rumänien und in Österreich einander ab. In Rumänien hilft sie Familien, die von der Gesellschaft „vergessen“ wurden, ermöglicht Jugendlichen ein Studium, übernimmt Mietkosten oder hilft die Wohnsituation zu verbessern, kümmert sich um Essen und Schulutensilien, trägt zur Bewusstseinsbildung bei Eltern bei, wenn etwa Therapiebedarf bei Kindern besteht, und gibt Hilfestellungen zur selbstständigen Bewältigung des Alltags.

 

Schwester Ingrid Sturm: „Wir tun, was wir tun können“
Waisenkinder beim Fussballspielen
Besuch bei alten Menschen
Betreuung von traumatisierten Menschen

© privat

 

In der Regel fährt Sr. Ingrid Sturm monatlich nach Rumänien, um von ihr betreute Familien, Einrichtungen und Gemeinden zu besuchen und unmittelbar zu helfen. Dazu gehören Familien in größter Armut, kranke und behinderte Menschen, die keine zureichende medizinische Versorgung erfahren und unter mangelnden Sozialkontakten leiden. In Jasi unterstützt die Kreuzschwester, die in der Gemeinschaft in Linz lebt, ein Waisenhaus, in Butea ein Altenheim.

Wenn die Ordensfrau in Österreich ist, sammelt sie Spenden bei Vorträgen, Filmabenden, Schul- und Pfarrbesuchen, bringt Statements bei Gottesdiensten ein, verkauft Kunstgegenstände, die in Rumänien hergestellt wurden, pflegt Kontakte zu ehrenamtlichen HelferInnen oder ermöglicht Ferienprogramme für Kinder und Jugendliche aus Rumänien in Österreich.

 

Haus der Begegnung

 

Ein aktuelles Projekt von Sr. Ingrid Sturm ist das Gemeindezentrum in Finate in der Region Maramures. Die Gemeinde ist geprägt von Arbeitslosigkeit und Armut. Junge Menschen haben wenig Perspektiven und alte Menschen vereinsamen.

 

Das „Haus der Begegnung“ ist als Sozialprojekt und soziales Zentrum gedacht und soll durch das Schaffen äußerer und innerer Lebensräume Lebensfreude erfahrbar werden lassen. Es soll Arbeitsplätze in der Region schaffen und soziale Kontakte aktivieren. Geplant sind ein Kinder- und Jugendtreff, Veranstaltungen für alte und vereinsamte Menschen, Familienfeiern, Veranstaltungen für Vereine und Organisationen sowie ein Second-Hand-Laden. Sieben Gästezimmer können für Urlaube, Geschäftsreisen oder im Rahmen von Feiern gemietet werden. Die Küche wird für Caterings, Nächtigungen und Feste zur Verfügung stehen.

 

Durch die geplanten Begegnungsmöglichkeiten für verschiedene Generationen soll auch der „Landflucht“ von jungen Erwachsenen entgegengewirkt werden.

 

Haus der Begegnung
Zwei Drittel des "Hauses der Begegnung" sind fertiggestellt. © privat

 

Durch die Corona-Pandemie sind viele Möglichkeiten, Spenden zu sammeln, ausgefallen und das Bauprojekt verzögerte sich nun um eineinhalb Jahre. Zwei Drittel des Projektes sind bis jetzt umgesetzt und gelungen. Die Personen, die dieses Sozialprojekt des „Hauses der Begegnung“ tragen werden, sind bereits dafür ausgebildet und motiviert. Jetzt fehlt nur noch die Finanzierung des letzten Drittels. Da das Haus beispielsweise wegen Vermietung oder Verkauf gewerblich genutzt werden wird, sind die Baubestimmungen sehr genau und Anforderungen sehr hoch, was den Prozess der Fertigstellung erschwert.

 

„Aber wir tun, was wir tun können“, sagt Sr. Ingrid. Ihr inneres Motto, das sie auch lebt, lautet: „Nur nicht aufgeben, dranbleiben, koste es, was es wolle!“ Die Not der Menschen geht ihr sehr zu Herzen, sie schaut nicht weg. Dieser unermüdliche Einsatz macht manchmal mürbe, die Dankbarkeit der Menschen in Rumänien ist dafür umso größer.

 

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