Monday 28. September 2020

COVID-19 am Unteren Amazonas

Viele helfen - unter ihnen Papst Franziskus und die Missionsstelle
Krankenhausschiff Papa Francisco

Bericht aus der Diözese Óbidos, Partner der Missionsstelle der Diözese Linz

Eine Aktualisierung vom Juli 2020

 

Die Missionsstelle unterstützt die Diözese Obidós aktuell, um den von der Corona-Pandemie betroffenen Menschen zur Seite zu stehen.

 

 

Bischof Bernardo Johannes Bahlmann OFM:

 

Danke für die Grüße aus Linz, die Hilfe und Solidarität, über die ich mich sehr freue! Die Spende wird uns sehr helfen, Euch ein Vergelt's Gott! …

 

Die Coronakrise weitet sich aus. Wir haben in Óbidos pro Tag 20 bis 30 Neuinfizierte und 1 bis 2 Tote. Die Gesamtzahl der Infizierten, einschließlich derjenigen, die genesen sind, beläuft sich auf fast 600. Die Zahlen der Neuinfizierten ist instabil, mal steigen sie, mal fallen sie. Wir lernen mit dieser neuen Situation umzugehen, die uns ja noch lange begleiten wird.

 

Gestern haben wir ein Beatmungsgerät von Papst Franziskus für das Hospital in Óbidos geschenkt bekommen. Der Papst möchte seine Solidarität zeigen und wir sind sehr froh.

 

Mit vielen Grüssen aus Óbidos am Amazonas

 

+ Johannes

 

 

 

 

Video: Bischof Bahlmann mit dem Krankenhausschiff Papa Francisco bei der Verteilung von Hilfsgütern

 

 

 

Brasilien hat mit Datum vom 6. August 2020

 

2,8 Mio. bestätigte Coronafälle

97.440 Menschen sind bisher gestorben

 

 

 

 

Brasilianische Bischöfe werfen Regierung in einem Schreiben Untätigkeit vor

 

Der Originalbrief in Landessprache mit den Namen der Unterzeichner. Darunter auch Bischof Erwin Kräutler. Carta ao Povo de Deus

 

 

(ar) 06.08.2020

 

 

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Bericht vom April 2020

 

Am 16.04.2020 wurde Gesundheitsminister Mandetta vom Präsidenten Bolsonaro entlassen. Schon seit längerem vertreten die beiden unterschiedliche Positionen hinsichtlich der Maßnahmen der sozialen Distanz. Mandetta verteidigt die Maßnahmen zum Schutz der Menschen, Bolsonaro vertritt wirtschaftliche Interessen. Gott sei Dank setzen sich die Gouverneure (Ministerpräsidenten) durch und führen striktere Massenahmen durch, um die Bevölkerung auf die Gefahr des Virus hinzuweisen und ihn einzudämmen.

 

In Brasilien gibt es heute durch das Coronavirus 2.181 Todesfälle und fast 34.500 Infizierte. Die Zahlen sind täglich steigend. Der Bundesstaat Pará, zu dem das Bistum Óbidos gehört, hat bereits 627 infizierte Patienten und 32 Todesfälle aufgrund des Covid-19 zu beklagen. Es gibt Infizierte in unserer Landeshauptstadt Belém, in Manaus (Bundesstaat Amazonas), und inzwischen auch in unserer Region, im Westen Parás, „Baixa Amazônia“.

 

In Óbidos ist nun ein 70-jähriger Mann verstorben mit Symptomen des Covid 19. Ein junger Mann mit 21 Jahren wurde gestern, 14.04.2020, positiv getestet, er kam erst vor kurzem aus Manaus. In Oriximiná (Bistum Óbidos) ist ein Mann an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden, bei diesem wird ebenfalls die Infektion mit Covid 19 vermutet. Leider halten die Leute sich nicht an die soziale Isolation.

 

Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben ist reduziert. Schwierig ist die Situation für die Menschen, die sich mit Hilfsarbeiten über Wasser halten müssen und die Flussbewohner, denn auch Lebensmittel werden langsam knapp. Es werden Hilfsaktionen mit Lebensmittelpaketen gerade für diese Bevölkerungsgruppen gestartet. Die “Fundação Banco do Brasil” finanziert Lebensmittelpakete auch in unserer Region. Über die diözesane Caritas haben wir Lebensmittelpakete für ca. 1000 Familien im Wert von R$ 100.000,00 (= ca. EUR 20.000,00) beantragt. In Oriximiná hat der Bergbaubetrieb „Mineração Rio do Norte (MRN)” 1200 Lebensmittelpakete für die Gemeinden der Quilombolas (Abkömmlinge ehemaliger Sklaven) und der indigenen Bevölkerung gespendet. Diese Lebensmittelpakete wurden von Gruppen der Jugendpastoral gepackt. Zudem arbeiten wir an einem Projekt zur Unterstützung der Bevölkerung durch Lebensmittelpakete, die vor allem an die Flussbewohner, die Gemeinden der Quilombolas und indigenen Stämme, die zur Diözese gehören und weit entfernt von den Städten liegen, verteilt werden. Das Krankenhausschiff wird den Transport übernehmen.

 

Sorgen macht uns vor allem die prekäre Situation des Gesundheitswesens im Bistum. Auch die kirchlichen Krankenhäuser haben keine Möglichkeit der Situation gerecht zu werden. Schon jetzt ist die medizinische und gesundheitliche Versorgung dramatisch. Das Ärzteteam hier ist zu klein. Außerdem gibt es nur ein Beatmungsgerät im Hospital und zwei auf dem Krankenhausschiff Papa Francisco für 300.000 Menschen. Das ist definitiv zu wenig. Es fehlt an allem!

So haben wir ein Projekt erarbeitet, bei dem es sich um die Einrichtung und Ausstattung einer Intensivstation mit 10 Betten handelt. Es wurden die Kosten für ein Ärzteteam, für die Beschaffung von medizinischen Geräten, Material, Medikamente, sowie Pflege- und Hygieneartikel berechnet. Dom Bernardo kann dabei mit der finanziellen Unterstützung der Diözesen Münster und Würzburg, der Missionszentrale der Franziskaner, MISEREOR, sowie einem privaten Spender rechnen. „Hiermit bereiten wir uns auf ein Worst Case-Szenario vor. Wir hoffen sehr, dass wir mit diesem Ärzteteam, den Geräten und Hilfsmitteln Leben retten können“, so Dom Bernardo.

 

Stand 18.04.2020

 

Brasilianische Bischöfe 2019 zu Besuch in Linz; Andreas Reumayr, Bischof Leonardo Ulrich Steiner (Manaus), Bischof Bernardo Johannes Bahlmann (Obidos), P. Andreas Holl

 

 

Die Missionsstelle der Diözese Linz steht seit mehreren Jahren mit Bischof Bernardo Johannes Bahlmann und der Diözese Óbidos in partnerschaftlicher Verbindung, zuletzt bei dem von der diözesanen Caritas durchgeführten Projekt “Solidarische Hände im Dienst des guten Lebens“.

 

Dabei wurden über ein Jahr lang elf Gruppen (Frauen, Männer, Familien) mit der Zielsetzung der integrativen Wirtschaft, die zum Lebensunterhalt der Familien beitragen soll, begleitet.

 

 

 

 

 

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(ar) 21.04.2020

 

 

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An die Diözese Linz werden immer wieder Anliegen pastoraler und sozialer Natur eigener oö. Missionare und Missionarinnen wie auch aus vielen Diözesen weltweit herangetragen. Mit den bescheidenen Mitteln, welche der Missionsstelle zur Verfügung stehen, wird versucht, bestmöglich Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

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