Mittwoch 26. September 2018
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    Katholische ArbeitnehmerInnen Bewegung und Betriebsseelsorge

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Studientag "Pflege in Bewegung" am 11. Mai 2015

zum Intern. Tag der Pflegenden

Mit der Frage "Ist gute Pflege und Betreuung unter Marktbedingungen möglich?" beschäftigten sich 200 TeilnehmerInnen aus allen Gesundheits- und Sozialberufen in der Arbeiterkammer Linz am Studientag 2015, der - wie jedes Jahr - maßgeblich vom Treffpunkt Pflegepersonal der Betriebsseelsorge OÖ mitgetragen wurde.

In den Referaten spannte sich der Bogen von der Bedeutung eines besonderen Ethos in der Pflege und dessen Gefährdung über aktuelle Herausforderungen der Pflege- und Betreuungskräfte und notwendige Rahmenbedingungen bis hin zur Rolle des Pflegemanagements und einem Versuch Effizienz, Effektivität und Ethik in einen gemeinsamen Rahmen zu stellen!

 

In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde klar, dass gute Pflege, wie sie die Referentin Dr.in Eva Senhaas-Knobloch beschreibt, nicht mit strikten Zeitvorgaben im Hintergrund möglich ist. Gute Pflege bedarf einer Haltung, in der Beziehungsaufnahme, Empathie und das Anerkennen der asymmetrischen Abhängigkeit der PatientInnen im Vordergrund stehen. Dies bedarf entsprechender Rahmenbedingungen, die wir gemeinsam einfordern müssen - WIR sind Patient, Patientin, Bewohner, BewohnerIn!

 

Studientag 2015_zum Int. Tag der Pflegenden
Studientag 2015_zum Int. Tag der Pflegenden

 

Kurzfassungen der Referate

 

„Das Ethos fürsorglicher Praxis – Zur Vieldimensionalität guter Pflegearbeit im Pflegeberuf“

 

Referentin:

Prof.in Dr.in Eva Senghaas-Knobloch, Professorin für Arbeitswissenschaft an der Uni Bremen

 

Fürsorge war früher eine Lebensberufung und wurde aus Nächstenliebe vorwiegend von Ordensfrauen verrichtet. Heute sind es noch immer überwiegend Frauen, die in diesen Bereichen arbeiten, wobei sich der Pflege- und Betreuungsberuf zu einem modernen Frauenberuf entwickelt hat, der eine umfassende Ausbildung und Qualifikation erfordert.

Was sich weiters nicht verändert hat, ist die „existenzielle Angewiesenheit von Menschen auf lebensnotwendige Sorgetätigkeiten.“ (Senghaas-Knobloch)

 

Hinzugekommen ist die gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit diesem Thema, da sich unter anderem durch einen demographischen Wandel, die ökonomische Selbstständigkeit der Frau und den medizinischen Fortschritt große gesamtgesellschaftliche Veränderungen ergeben haben, die entsprechende Anpassungen erfordern.

 

Durch die neuen Rahmenbedingungen in der Betreuung und Pflege, verursacht durch eine fortschreitende Ökonomisierung, sieht die Referentin den Ethos fürsorglicher Praxis gefährdet. Dieser entspricht einer Haltung, in der Beziehungsaufnahme, wahrnehmen der Befindlichkeit der zu Pflegenden mit allen Sinnen und anerkennen der Angewiesenheit der Pflegebedürftigen in der Pflege- und Betreuungsbeziehung im Vordergrund stehen!

 

Als wesentliche Bedingungen für eine gute Pflegepraxis beschreibt Frau Senghaas-Knobloch neben der Fachlichkeit im Besonderen die Anteile von Pflege und Betreuung, die nicht messbar sind, wie Einfühlen in die Lage der Pflegebedürftigen, Beeinflussung der Stimmung und ein kompetenter Umgang mit den eigenen Gefühlen! Diese Bedingungen sind durch vermehrt betriebswirtschaftliches Denken, die Einführung von Fallpauschalen, … und den daraus resultierendem Zeitdruck nicht mehr möglich.

 

 

„Wissen und Kompetenzen nutzen – Arbeitsbedingungen verbessern“

 

Referentin:

MMag.a Heidemarie Staflinger, Arbeitsbedingungen, Referentin der AK

 

Frau Staflinger gab einen Überblick über die aktuellen Arbeitsbedingungen in den Pflege- und Betreuungsberufen.

Hohe psychische Belastungen und Zeitdruck prägen das Bild in diesen Bereichen. Weitere Faktoren sind der Mangel an Anerkennung von Vorgesetzten und der Umstand, dass Pflegende die Arbeit vielfach gedanklich mit nach Hause nehmen, also schwer abschalten können. Weiters wurde klar, dass Pflegekräfte häufig krank zur Arbeit gehen, um die KollegInnen nicht im Stich zu lassen.

 

Auf der politischen Ebene sieht sie folgenden Handlungsbedarf:

 

Pflegearbeit darf nicht krank machen!

  • Krankmachende Arbeitsbedingungen vermeiden.
  • Der gesellschaftliche Wert von Pflegearbeit muss endlich anerkannt und auch durch bessere Entlohnung honoriert werden.
  • Einführung von Mindestpflegepersonalschlüsseln, die reale Arbeitsbedarfe abbilden.
  • Die im Gesetz festgelegte Evaluierung psychischer und physischer Belastungen muss durchgeführt und die Ergebnisse müssen veröffentlicht werden.
  • Eine nachhaltige Finanzierung der Spitäler und der Pflege als öffentliche Aufgabe muss sichergestellt werden.
  • Zukunftsorientierte Ausgestaltung der Ausbildung im Rahmen der GuKG-Novelle

 

„Die politisch Verantwortlichen haben nicht nur die Pflicht zur Kontrolle, sondern im

Vorfeld dazu auch die Pflicht, vernünftige und ausreichende Rahmenbedingungen

zur Verfügung zu stellen.“(Staflinger)

 

 

„Die magischen drei „E“: Pflegemanagement und Pflegepersonalplanung im Spannungsfeld von Effizienz, Effektivität und Ethik“

 

Referent:

Mag. Karl Schwaiger, Pflegedirektor, ANDA – Vorsitzender und ÖGKV-Vizepräsident

 

Herr Schwaiger beleuchtet in seinem Betrag die vielfältigen Herausforderungen des Pflegemanagements, die von der Personalführung- und entwicklung bis hin zu der praktischen Ausbildung von Auszubildenden reichen.

Er stellt fest, dass die Pflegeberufe die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen darstellen und „der einzige Berufsstand, der 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr in allen Settings von der Geburt bis zum Tod direkt bei und mit den Patientinnen und Patienten, sowie deren Angehörigen tätig ist!“

Der Referent verweist in seinem Vortrag darauf, dass eine Verankerung des Pflegemanagements in politischen und strategischen Ebenen notwendig ist, um dort als ProfessionalistInnen Entscheidungen mit zu bestimmen.

Die Darstellung von Effektivität, Effizienz und Ethik, als strukturgebend für PatientInnen und Pflegefachkräfte, stellt einen Versuch dar diese in einen „logischen“ Zusammenhang zu bringen, was nur teilweise gelingt.

 

Er sieht folgende Herausforderungen für die Ebene des Pflegemanagements:

Fokus auf gemeinsame Ziele legen:

  • Ressourcen für Pflege entsprechend der Notwendigkeit maximieren!
  • Politische Diskussion auf unterschiedlichen Ebenen mit gleicher Argumentation abgestimmt führen und nicht auseinanderdividieren lassen!
  • Engagement auf gesellschaftspolitischer und berufspolitischer Ebene gemeinsam verstärken und Forderungen öffentlich kommunizieren!
  • Pflegemanagement stärken, vor allem zwischen Pflegeteams und mittlerem Management! Stations- und Bereichsleitungen sind die Dreh- und Angelpunkte

Jutta Leitner/Andrea Wienerroithner, Treffpunkt Pflegepersonal

Mobbingtelefon der Betriebsseelsorge OÖ

Mobbingtelefon

Sie fühlen sich an Ihrem Arbeitsplatz schikaniert ???

Bis zu 300.000 Menschen in Österreich sind an ihrem Arbeitsplatz von Mobbing betroffen. Wer von Mobbing betroffen ist, braucht Hilfe!

Solidaritätsfonds der KAB/KAJ

Solidarität weltweit - Solidaritätsfonds

Solidarität für eine gerechtere Welt

Der Solidaritätsfonds ist eine Einrichtung der KAB und KAJ Oberösterreich. Wir treten ein für den Aufbau einer menschenwürdigen, gerechten Gesellschaft und stehen für ein gesellschaftspolitisches Engagement auf christlichem Hintergrund.

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