Montag 19. November 2018

„Lesung“ oder „Geschichte“?

Die Schriftlesung und ihre Auslegung

Da die Schriftlesungen „den Kern des Wortgottesdienstes“ bilden, darf es keine Kindermesse ohne biblische Lesung geben. (Nr. 41)

Bezüglich der Zahl der Lesungen an Sonn- und Feiertagen sind die Beschlüsse der Bischofskonferenz zu beachten. Wenn die vorgesehenen drei oder zwei Lesungen an Sonn- und Wochentagen den Kindern nur schwer verständlich sind, kann man zwei oder nur eine davon auswählen; eine Lesung muss jedoch stets dem Evangelium entnommen sein. (Nr. 42)

 

Wenn alle Tageslesungen für die Kinder wenig geeignet erscheinen, dürfen die Lesungen, bzw. die Lesung beliebig aus dem Lektionar oder aus der Heiligen Schrift ausgewählt werden, wobei die liturgischen Zeiten zu beachten sind.... Wenn es mit Rücksicht auf das Verständnis der Kinder notwendig erschient, den einen oder anderen Vers der biblischen Lesung auszulassen, soll dies nicht leichthin geschehen und so, “dass der Sinn des Textes oder die Absicht und der Stil der Schrift nicht entstellt werden.“ (Nr. 43)

 

Damit die Kinder sich die biblischen Lesungen zu eigen machen und in wachsendem Maß das Wort Gottes wertschätzen können, verdienen alle Elemente besondere Beachtung, die der Ausdeutung der Lesung dienen. Zu derartigen Elementen gehören die einführenden Hinweise vor den Lesungen, die die Kinder zum aufmerksamen und fruchtbaren Zuhören bewegen oder den Zusammenhang erläutern oder an den Text selbst heranführen. … Sofern der Text der Lesung sich dafür eignet, kann er von den Kindern selbst auch mit verteilten Rollen gelesen werden, wie es  in der Heiligen Woche für den Vortrag der Passion vorgesehen ist. (Nr. 47)

 

(Direktorium für Kindermessen, 1973)

 

In vielen Fällen kann es hilfreich sein, die Kinder durch ein besonderes Element zur biblischen Lesung hinzuführen:

  • Vorlesen und Erzählen einer Begebenheit oder Geschichte …
  • Kurzbericht der Kinder von einem Erlebnis (z.B. Um auf eine Lesung einzustimmen, die zeigt, wie Jesus den Hunger der Menschen gestillt hat, erzählen Kinder bzw. Erwachsene, wie sie selbst einmal Hunger verspürt haben…)
  • Dialog durch verschiedene Sprecher
  • Eine nichtbiblische Lesung: Zur biblischen Lesung kann eine andere Lesung hinzutreten (z.B. ein religiöses Gedicht, ein Abschnitt aus einem Heiligenleben oder eine Geschichte aus deinem Lesebuch)...
  • Erzählen eines Teils der Perikope…
  • Hinweis auf den Kerngehalt: Vor der Lesung weist der Lektor oder ein anderer Erwachsener mit wenigen Worten auf den Kerngehalt der Lesung hin oder nennt eine Frage, auf die die Lesung eine Antwort geben will.
  • Zeigen und Erklären eines Bildes

(Richtlinien „Gottesdienst mit Kindern“ der österreichischen Bischofskonferenz, Überlegungen und Anregungen zur Messfeier, hrsg. 200710, S. 40ff)

 

Familienbibel.

 

Weitere Möglichkeiten zur Hinführungen an eine Bibelstelle

  • Stille Übungen (auch zum Thema der Bibelstelle passend)
  • Geschichte (soll nicht Hauptsache werden, sondern wirklich hinführend sein)
  • Lied-Ruf

Was denken Kinder über die Bibel?

  • Die Bibel ist ein Buch aus der Vergangenheit.
  • Spannende Geschichten: „Ich mag Abenteuergeschichten gern.“
  • Zweifel sind aus der Naturwissenschaft heraus begründet – Beispiel: „Wie ist es möglich, dass in der Bibel steht, Gott habe die Erde in sieben Tagen erschaffen, wenn es Millionen Jahre gedauert hat?
  • Menschen suchen sich unbewusst selber in den biblischen Erzählungen, auch Kinder. Eigene Erfahrungen sind ausschlaggebend für das, was ich von einer Bibelstelle aufnehme.
  • Kinder verstehen die Bibel in ihrer eigenen Logik: Sie folgen ihren eigenen Bedürfnissen und Fantasien und haben keine „frommen Hemmungen“, sehen sie lebenspraktisch und sehr umfassend. Als Erwachsene sehen wir die Bibel oft als „heiliges“ Buch, in dem (nur) religiöse Geschichten aufgeschrieben wären. Kinder haben da oft einen viel lebenspraktischeren Zugang.
  • Wenn ich Kindern biblische Texte erschließen will, dann kann ich das nur, wenn ich die Fragen und Verarbeitungsweisen der Kinder kenne. Es ist hilfreich, sich zu überlegen, was biblische Motive bei Kindern erlebnismäßig ansprechen und wie sie mit ihnen gedanklich umgehen.

(Nach: Reinmar Tschirch: Bibel für Kinder. Die Kinderbibel in Kirche, Gemeinde, Schule und Familie, Kohlhammer Stuttgart 1995, S. 13-27)

 

Wertschätzender Umgang mit Bibeltexten im Gottesdienst

  • Licht/Kerze neben Ambo aufstellen
  • Vom Ambo aus vortragen
  • Halleluja-Ruf
  • Schöne Bibel verwenden
  • Aufstehen
  • Bibel beim Einzug feierlich mittragen
  • Weihrauch

Literatur

Empfehlenswerte Kinderbibeln

  • Laubi Werner, Fuchshuber Annegert: Kinderbibel, Verlag Ernst Kaufmann, Lahr 200810.
  • Mayer-Skumanz Lene, Martina Spinková: Ich bin bei euch. Die große Don Bosco Kinderbibel, München 2011.
  • Oberthür Rainer: Die Bibel für Kinder und alle im Haus, Kösel, München 20064.
  • Schindler Regine, Zavrel: Mit Gott unterwegs. Die Bibel für Kinder und Erwachsene neu erzählt, Bohem press, Zürich 20057.
  • Weth Irmgard: Neukirchner Kinder-Bibel, Neukirchen-Vluyn 201418.

Theorie zu den Kinderbibeln (Kriterien zur Auswahl, Vergleiche,...)

  • Reinmar Tschirch, Bibel für Kinder. Die Kinderbibel in Kirche, Gemeinde, Schule und Familie, Kohlhammer, Stuttgart 1995.

Stille Übungen:

  • Peter Dyckhoff, Atme auf. 77 Übungen zur Leib- und Seelsorge, Don Bosco-Verlag, München 2001.

Kirchenamtliche Texte:

  • Direktorium für Kindermessen, in: Gottesdienst mit Kindern, hrsg. vom Deutschen Katecheten-Verein e.V. München und vom deutschen Liturgischen Institut, Trier 1998.
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