Tuesday 26. May 2020

Mit Kindern trauern

Leider können wir nicht ausschließen, dass mögliche Todesfälle in der Pandemie auch unsere Familien betreffen. Großeltern und Urgroßeltern zählen zur Risikogruppe. Hier einige Gedanken dazu:

Beziehen Sie die Kinder von Anfang an mit ein!

Kinder sind sehr empfindliche Seismographen der elterlichen Gefühle.

Erklären Sie den Kindern, was gerade vorgeht und dass es sein kann, dass der erkrankte Uropa/Uroma diese Krankheit nicht übersteht. Ein offenes Gespräch nimmt diffuse Ängste, die sonst im Raum stehen und die Kinder belasten (manchmal auch körperlich).

 

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Beten Sie mit den Kindern: Zünden Sie eine Kerze an und beten Sie für den/die Erkrankten mit ganz einfachen Worten:
Lieber Gott, bitte sei bei … in den Tagen der Krankheit.
Lass uns alle zusammenhalten und beschütze uns.
Amen.

 

Wenn ein Todesfall eintritt:

  • Stellen Sie ein Bild auf und stellen Sie eine Kerze dazu. Lassen Sie diese Kerze den ganzen Tag brennen. Machen Sie das, solange es Ihnen und den Kindern gut tut.                                                       

  • Erzählen Sie den Kindern Lustiges, Schönes, Bemerkenswertes von der/dem Verstorbenen.           

  • Teilen Sie Ihre Erinnerungen, sehen Sie sich gemeinsam Fotos an. Tränen dürfen und müssen sein. Es darf aber auch in der Trauer mal gelacht werden.                                                                       

  • Nehmen Sie sich Zeit für sich und für Ihre Kinder. Wenn es möglich ist, gehen Sie viel an die frische Luft. Besuchen Sie Lieblingsplätze des/der Verstorbenen.                                                           

  • Welche Orte/Plätze geben Ihnen Trost? Welche Trostplätze haben die Kinder?                                    

  • Beziehen Sie die Kinder in die Vorbereitung des Begräbnisses mit ein: Was war das Besondere an dem/der Verstorbenen für dich? Wofür möchtest du ihr danken?                                                      

  • Nehmen Sie die Kinder zum Begräbnis mit, wenn dies die Ausgangsregelung erlaubt. Falls dem nicht so ist, überlegen Sie für später ein Erinnerungsfest.                                                                        

  • Wenn keine kirchlichen Abschiedsriten möglich sind, bzw. die Kinder nicht mitkommen dürfen, feiern sie daheim. Hier finden Sie einen Vorschlag dazu.                                                                          

  • Wenn Sie selbst sehr stark betroffen sind, weil der/die Verstorbene Ihnen sehr nahe war, ist es wichtig, dass die Kinder verlässliche AnsprechpartnerInnen haben, die selbst nicht so stark emotional involviert sind.                                                                                                                                

  • Holen Sie sich Hilfe und Unterstützung für sich und Ihre Kinder! Notfalls auch durch ein regelmäßiges Videotelefonat mit einer nahen Bezugsperson. 

 

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Kinder trauern anders

Kinder müssen erst lernen zu trauern. Dazu beobachten sie genau, wie die Erwachsenen mit der Trauer umgehen. Indem Sie sich selbst die Erlaubnis geben zu trauern, ermöglichen sie dem Kind die Auseinandersetzung mit seinen/ihren Gefühlen. Trotz aller Nachahmung trauern Kinder anders als Erwachsene. Wie das ganze Leben nehmen sie den Tod auch genauso intensiv wahr. Kurze Zeiten der intensiven Trauer wechseln sich ab mit Spiel, Spaß und Lebenslust. Kinder können zutiefst traurig sein und im nächsten Moment wieder fröhlich. Das darf so sein. Auch Wut und Aggression brauchen ein Ventil. 


Kinder finden meist ihre eigenen Wege und Rituale, mit Trauer umzugehen. 
Dennoch können folgende Ideen helfen, miteinander gut durch diese Zeit zu kommen.

Suchen Sie gemeinsam mit den Kindern Möglichkeiten zum Abschiednehmen:

  • Brief schreiben
  • eine Flaschenpost dem Fluss mitgehen
  • Luftballon bemalen
  • Papierschiffchen mit Botschaft auf den Weg schicken… (im Bach oder Fluss)
  • Eine Erinnerungskerze gestalten
  • Steine oder Grablichter bemalen
  • Erinnerungsbuch/-kiste zusammenstellen.

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Trauer braucht...

  • Trauer braucht Gemeinschaft: Gemeinsam trägt sich die schwere Last leichter. Es braucht Rituale in der Familie, um mit der Trauer gut umgehen zu können.
  • Trauer braucht Ausdruck: Es braucht das Gespräch. Was geht in Ihnen vor? Was geht in den Kindern vor? Welche Ängste tauchen auf? Was gibt Ihnen Trost?
  • Trauer braucht Raum: Geben Sie dem/der Verstorbenen einen Platz bei Ihnen zu Hause. Stellen Sie ein Bild auf, zünden Sie die Kerze daneben immer wieder an.
    Suchen Sie bewusst Trostorte und Gedenkstätten auf. Pflanzen Sie einen Erinnerungsbaum/-Strauch. 
  • Trauer braucht Zeit: Geben Sie sich und Ihren Kindern Zeit - jetzt und in den kommenden Jahren immer wieder. 

(vgl. Petra Hinderer/Martina Kroth: Kinder bei Tod und Trauer begleiten. Konkrete Hilfestellungen in Trauersituationen für Kindergarten, Grundschule und zu Hause, Münster 2005, S. 59)

 

Trauerfeier - Vorschlag für zuhause

 

Weitere Hilfestellungen:

 

Literaturhinweise:

  • Bilderbuch: Christine Hubka/Nina Hammerle: Wo die Toten zu Hause sind, Tyrolia Innsbruck 20125. Mit pädagogischen Anhang: „Wie mit Kindern über den Tod reden?“
  • Bilderbuch: Christian und Fabian Jeremies: Wie mag’s denn wohl im Himmel sein? Herder 2017.
  • Bilderbuch: Amelie Fried/Jacky Gleich: Hat Opa einen Anzug an? Carl Hanser Verlag 1997.
  • Albert Biesinger/Edeltraud und Ralf Gaus: Warum müssen wir sterben? Antworten auf Kinderfragen, Herder 2011.
  • Edda Reschke: Mit Kindern trauern. Geschichten, Rituale und Gebete, Verlag Junge Gemeinde 2016.
  • Magdalena Reinthaler/Hannes Wechner (Kath. Jugend Österreich, Hrsg.): Plötzlich bist du nicht mehr da. Tod und Trauer von Jugendlichen, Tyrolia 2010.
Katholische Aktion
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