Friday 22. November 2019

72 Stunden ohne Kompromiss: Volle Power für den guten Zweck

Wärmestube Linz_Robert Kratky. © Caritas in OÖ

Seit Mittwoch, 15. Oktober 2014 engagieren sich ca. 500 Jugendliche 72 Stunden lang in rund 50 Projekten in ganz Oberösterreich. Und die Mühe lohnt sich: Die ersten Ergebnisse können sich bereits sehen lassen. 

„72 Stunden ohne Kompromiss“ ist ein Projekt der Katholischen Jugend in Zusammenarbeit mit youngCaritas und Hitradio Ö3.

 

Projekt „ Eingekocht“ in Unterweißenbach (Jugendtankstelle Mühlviertler Alm)

 

Bei diesem Projekt der Katholischen Jugend geht es ans Eingemachte, genauer gesagt, ans Eingekochte. Die Jugendlichen sammeln übriggebliebenes Gemüse und Obst und verarbeiten es. Augen zu, Geruchssinn geschärft … Ingwer, Karotten, Äpfel und Zimt? Perfekte Zutaten für die Apfel-Karotten Marmelade, die in der Küche des Pfarrheims in Unterweißenbach gerade eingekocht wird. Und genau die wird neben etlichen anderen selbstgemachten Kochergebnissen zum Abschluss des Projekts von den Jugendlichen verkauft, verteilt und wahrscheinlich auch ein bisschen gegessen. Der Erlös kommt einer sozialen Einrichtung zugute. Mahlzeit!

 

Eingekocht_Unterweitersdorf. © kj oö

 

 

Projekt „Durch die Wildnis in die Schule“ in St. Georgen an der Gusen (Verein Selbstbestimmtes Lernen)

 

Strömender Regen kann die 15 Kindern, Jugendlichen und Eltern aus der Freien Schule St. Georgen/Gusen nicht abhalten, ihr ehrgeiziges Ziel zu erreichen. Gemeinsam wollen die Jugendlichen mit ihren Begleitpersonen nachhaltiges Lernen und „Natur zum Anfassen“ fördern. Unter dem Motto „Durch die Wildnis in die Schule“ setzen sich die jungen Menschen mit ihrer Umwelt auseinander. „Bis Samstag wollen wir ein Biotop, ein Hochbeet und eine Hütte aus Bambus bauen“, so eine der engagierten Jugendlichen, Petra Neundlinger. „Da können wir Frösche beobachten und eigenes Gemüse und Kräuter pflanzen“, ergänzt Projektleiterin Elisabeth Hangler.

 

 

Durch die Wildnis in die Schule_St. Georgen. © kj oö

 

 

Projekt „Meet the neighbour“ in Mittertreffling (Pfarre Treffling)

 

Seit Mittwoch werken Jugendliche aus Treffling und Engerwitzdorf bei diesem Projekt der Katholischen Jugend an der Renovierung des Jugendzentrums „Jet“. Projektleiterin Maria Atzlmüller: „Unser Ziel ist es, bis kommenden Samstag den Außenbereich des Jugendclubs nachhaltig zu renovieren, und dann mit Jugendlichen und den Menschen aus der Nachbarschaft zu feiern.“ So werden Wände gespachtelt und gestrichen, alte Möbel entrümpelt und eine neue Sitzgelegenheit für die Jugendlichen geschaffen. Über Facebook meldeten sich sogar vier Jugendliche aus dem benachbarten Tschechien, um spontan mitzumachen.

 

Meet the neighbour_Mittertreffling. © kj oö

 

 

 

Projekt „Oida Chüüü“ in Nettingsdorf (Treffpunkt mensch & arbeit Nettingsdorf)

 

Man muss nicht alles wegschmeißen was Müll ist, dachten sich 15 Jugendliche aus der Gemeinde Haid/Ansfelden, die bei diesem Projekt der Katholischen Jugend mitmachen. „Produkte nachhaltig zu verwenden steht heuer im Mittelpunkt“, so Jugendleiter Oskar Angerbauer vom Treffpunkt mensch & arbeit Nettingsdorf. So spendeten Unternehmen aus der Umgebung 100 Europaletten, die sie den Jugendlichen zur Verfügung stellten. Aus Abfallpaletten werden Möbel zum Chillen gebaut. Dabei steht auch der sportliche Gedanke im Vordergrund, in drei Tagen das Projekt erfolgreich zu Ende zu bringen. Bürgermeister Manfred Baumberger danke den Jugendlichen für ihren unermüdlichen Einsatz und ermutigte sie, sich weiter für die gute Sache zu engagieren.

 

Oida chüü_Nettingsdorf.  © kj oö

Bürgermeister Manfred Baumberger mit den Jugendlichen beim Treffpunkt mensch & arbeit in Nettingsdorf. © kj oö   

 

 

 

Projekt „Augenweide“ in Rottenegg (Flüchtlingshaus Rottenegg, Caritas)

 

Reges Treiben im Flüchtlingshaus der Caritas in Rottenegg. Gleich am ersten Tag sorgten die Jugendlichen für großes Aufsehen, hatten sie doch eine Hebebühne im Schlepptau, um auch in luftigen Höhen die schon ziemlich in die Jahre gekommene Fassade des Flüchtlingshauses erneuern zu können. Felix und Gabriel wurden zu richtigen Hebebühnenprofis und wollten sich am Ende gar nicht mehr von ihrem neuen Arbeitswerkzeug trennen. Aber auch am Boden wurde fest gearbeitet. Gemeinsam mit den Bewohnern wurde geklebt, verspachtelt und gemalt. „Es ist toll, mit Menschen aus anderen Ländern in Kontakt zu kommen“, meint Hanna, das einzige Mädchen in der 5-köpfigen Schülergruppe. Versorgt wurden die Jugendlichen übrigens mit für sie oft unbekannten Köstlichkeiten, zubereitet von den Menschen im Haus. Am Anfang noch etwas zögerlich, waren die fleißigen Helfer schnell begeistert von so manchem Geschmackserlebnis. Alles in allem sammelten die Schüler der HTL für Hoch- und Tiefbau nicht nur soziale, sondern auch gleich praktische Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben. „Es ist enorm wichtig soziales Engagement praktisch umzusetzen und nicht nur theoretisch in den Schulstunden abzuhandeln“, so der engagierte Klassenvorstand Johannes Wagenleitner, der heuer gleich mit der gesamten Klasse bei „72 Stunden ohne Kompromiss“ mitgemacht hat.

 

Augenweide Rotenegg.  © Caritas in OÖ
 

 

Projekt „Ruheoasen für Menschen in Wohnungsnot“ in Linz (Wärmestube Linz, Caritas)

 

Ganz schön viel zu tüfteln hatten die Burschen, die ihr 72 Stunden Projekt in der Linzer Wärmestube der Caritas realisierten. Das Ziel des Projektes war die Errichtung eines Ruheraums, indem sich obdachlose Menschen ausruhen und entspannen können. Gleich zu Beginn musste erst einmal ein Plan erstellt und die dafür notwendigen Materialien im Baumarkt besorgt werden. Als dann alle Utensilien beisammen waren, begann die richtige Arbeit. Es wurde gesägt, gespachtelt und gebohrt, um neue Betten mit einer praktischen Trennwand für die bedürftigen Menschen aufzubauen. Dabei kam auch der Spaß nicht zu kurz. „Ich kannte die Wärmestube vorher nicht“ erzählt David. „Ich finde das ist eine tolle Einrichtung und freue mich, etwas Gutes für diese Menschen tun zu können.“ Seinen Kollegen geht es ähnlich. Auch sie hatten noch nicht viel von der Wärmestube gehört und waren erstaunt, wie schnell Menschen in die Obdachlosigkeit rutschen können. Von der tollen Arbeit der engagierten Jungs machte sich auch Ö3-Moderator Robert Kratky ein Bild. Er war hellauf begeistert – mithelfen ließen ihn die Jugendlichen, nachdem er seine „Künste“ mit der Bohrmaschine zeigte, allerdings nicht. Sie waren sich einig: „Das können wir besser!“

 

Wärmestube Linz.  © Caritas in OÖ


Projekt „Mensch ärgere dich nicht“ in Linz (Seniorenwohnhaus Karl Borromäus, Caritas)

 

Nicht nur junge Menschen lieben Spiel und Spaß. Deshalb freute sich eine Jugendgruppe vom Linzer Aloisianum im Rahmen ihres 72 Stunden-Projekts ein riesiges und alterstaugliches Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel bauen zu dürfen. Dabei stellten die Jugendlichen nicht nur bei der Herstellung des Spiels ihr Geschick unter Beweis, sondern wussten vor allem mit sozialer Wärme zu überzeugen. Die Bewohner des Seniorenwohnhauses Karl Borromäus der Caritas nahmen die jungen Handwerker total nett auf in ihrer Mitte und diese wiederum dankten es ihnen mit Gesprächen und vor allem ihrer Zeit. Bei einem gemeinsamen Spielenachmittag testete man schließlich das neue Spiel dann auf Herz und Nieren und am Ende war allen klar: Das Projekt war ein voller Erfolg – es muss sich wirklich keiner ärgern.

 

 

Mensch ärgere dich nicht. © Caritas in OÖ

 

 

 

Projekt „Die heißen Zeiten sind vorbei“ (Invita der Caritas in Engelhartszell)

 

Auch in Engelhartzell haben sich die 72 Stunden-Akteure einiges vorgenommen. Bei Caritas-Invita Engelhartszell soll ein neuer Aufenthaltsraum sowie der Gartenbereich zu bestaunen sein, denn die Jugendgruppe aus Gallneukirchen legt sich ziemlich ins Zeug. Leiterin Roswitha Reisinger ist von den Jugendlichen ganz begeistert und vor allem auch von der Aktion, weshalb sie heuer bereits zum zweiten Mal bei „72 Stunden ohne Kompromiss“ dabei ist. „Durch die Aktion können die Jugendlichen mal auch in soziale Bereiche hineinschnuppern und sich ein eigenes Bild von der Arbeit hier machen.“ Auch bei den Jugendlichen gibt es "Wiederholungstäter". Daniela war vor zwei Jahren schon voller Elan in einem Projekt mit dabei, dass sie sich entschied, auch heuer wieder mitzuwirken, um Leuten zu helfen. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man sich für andere einsetzen kann und es ist toll, dass man während der 72 Stunden eine Einrichtung so gut kennenlernt und auch miteinbezogen wird.“

 

„Ich lernte, wie man Fugen klebt“, meint Sophia ganz stolz. Eine Fähigkeit, die man im Alltag immer wieder mal brauchen kann. Auch die chilenische Austauschschülerin Francisca ist mit von der Partie. Für sie sind die 72 Stunden ohne Kompromiss ein einmaliges Erlebnis, bei dem sie mehr von Österreich sieht und auch neue Menschen kennenlernen kann. Von Chile her kennt sie ein ähnliches Projekt, aber keines, in dem man sich ganze 72 Stunden in den Dienst der guten Sache stellt. „Gerade in letzter Zeit fällt unsere Jugendgruppe immer mehr auseinander, doch 72 Stunden ohne Kompromiss gibt uns die Möglichkeit, wieder gemeinsam etwas mehr Zeit zu verbringen“, erzählt Lukas, der Gruppenleiter. Auch der Spaß kommt bei der Jugendgruppe aus Gallneukirchen garantiert nicht zu kurz. So strichen die Jugendlichen, was das Zeug hielt, wobei am Ende aber nicht nur die Wände in neuem Glanz erstrahlten.

 

Die heißten Zeiten sind vorbei. © Caritas in OÖ

(be)

 

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