Wednesday 1. December 2021

Impuls: Erntedankfest

Erntedank - D(T)ankstelle und Neubeginn

Geschichte: Der Mann mit den Bäumen

Ein älterer Mann in Frankreich. Seine Frau ist gestorben, dann auch noch sein einziger Sohn. Wofür soll er jetzt noch leben? Er lässt seinen Bauernhof in einer fruchtbaren Ebene zurück. Nur 50 Schafe nimmt er mit. Er zieht in eine trostlose Gegend, in die Cevennen, fast eine Wüstenlandschaft. Dort kann er vielleicht vergessen. Weit verstreut liegen fünf Dörfer mit zerfallenen Häusern. Die Menschen streiten sich; viele ziehen fort. Da erkennt dieser älter Mann: Das ist es. Das ist der neue Sinn meines Lebens. Er zögert nicht, sondern setzt seine Gedanken in die Tat um. Ein Bewohner eines Dorfes sieht das und fragt ihn: „Was tust du da?“ „Ich pflanze Eichen. Eine nach der anderen.“ „Aber warum? Du bist alt und es werden Jahre vergehen, ehe diese Bäume groß sind und du ihren Schatten genießen kannst!“ „Du hast recht. Ich selbst werde es nicht mehr erleben. Trotzdem hat es einen Sinn. Andere nämlich, die sich an diesem Bäumen freuen werden, werden mir dankbar sein.“ Nach drei Jahren hat er auf diese Weise 100 000 Eicheln gesetzt. Er hofft, dass 10 000 treiben. Und er hofft, dass Gott ihm noch ein paar Jahre schenkt, so weitermachen zu können. Als er im Jahre 1947 im Alter von 89 Jahren stirbt, hat er einen der schönsten Wälder Frankreich geschaffen. Da gibt es je einen Eichenwald von 11 km Länge und 3 km Breite an drei verschiedenen Stellen!
Und was sonst noch geschehen ist? Die unzähligen Wurzeln halten jetzt den Regen fest, saugen Wasser an. In den Bächen fließt wieder Wasser. Es können wieder Weiden, Wiesen, Blumen wachsen. Die Vögel kommen zurück. Selbst in den Dörfern verändert sich alles: die Häuser werden wieder aufgebaut, angestrichen. Alle haben wieder Lust am Leben, freuen sich, feiern Feste. Keiner weiß, wem sie das zu verdanken haben, wer die Luft, die ganze Atmosphäre verändert hat. 
(nach Jean Giono)


• Für welche Samen, die aufgegangen sind, bin ich dankbar?
• Trauere ich dem, was keine Frucht gebracht hat zu viel nach?
• Lenke ich meinen Blick in Dankbarkeit auf das, was ich ernten darf?
• Erkenne ich, wie wichtig ICH bin?

 

Biblischer Impuls:

 

Jesus spricht im Gleichnis davon:
Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. (Lk 10, 2)

 

Wenn damals Erntezeit war, dann wurden Arbeiter gebraucht - viele Arbeiter!

Und nicht nur Leute, die „vom Fach“ waren, sondern auch Leute, die sich damit gar nicht so besonders auskannten. Da mussten die liegen gebliebenen Ähren aufgelesen werden, die Getreidegarben ins Dorf gebracht werden, da musste Unkraut aufgesammelt werden, und, und, und - da gab es jede Menge Arbeit, die jeder machen konnte, der zwei Hände und zwei Füße hat, jeder! Davon spricht Jesus. Das ist die Situation, die er als Vergleich nimmt. Kurz und bündig fasst er sie wörtlich im griechischen Bibeltext zusammen: Reiche Ernte, aber zu wenig Arbeiter! Wenn Erntezeit ist, reichen die Bauersleute und Knechte und Mägde, die „vom Fach“ sind, nicht aus. Da werden viele Helfer gebraucht, das müssen nicht „Hauptamtliche“ sein. Jesus sagt im griechischen Urtext auch nicht: „Bittet den Herrn der Ernte…“, sondern: „Fleht“ zu ihm! So wichtig ist ihm das, dass jeder mithilft, dass jeder seinen Platz findet, dass jeder sich einbringt als Arbeiter, als Arbeiterin im Reich Gottes.

 

Und noch ein anderes Gleichnis erzählt davon, wie wichtig DU bist und wie viel du bewirken kannst:

 

Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? 
Es ist wie der Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, 
bis das Ganze durchsäuert war. (Lk 13, 20-21)

 

Im griechischen Urtext ist hier von 3 Sea Mehl die Rede - das ist eine riesige Menge, davon hätte man eine Mahlzeit für 150 Personen zubereiten können! Die Frau hat den Sauerteig sozusagen unter einem Riesenberg von Weizenmehl versteckt! Genauso ist es mit dem Reich Gottes! Es ist schon mittendrin im Mehlhaufen, in der Welt, im eigenen Herzen. Wie von Gott versteckt, hineinversteckt in den ganzen Kleister aus Sorgen, Sehnsüchten, Ängsten, Unfrieden, Schuld und Versagen. Dieser ganze Kleister ist in Gottes Augen was wert. Wir sind wie Brotteig aus feinem, kostbaren Weizenmehl, wir sind etwas ganz Besonderes für ihn. Gott selbst hat die Kraft der Liebe in uns hinein versteckt. Ob wir´s merken oder nicht, seine Liebe durchwirkt uns, lockert uns auf und wird unsere Herzen allmählich verändern, uns drängen die Welt um uns zu gestalten… „Ja - auch wenn´s erst mal gewaltig in mir gärt und blubbert…“
(nach Reinhard Körner, Jesus braucht Kleinbauern)

 

Wenn das kein Grund ist wieder zu beginnen, in ein neues Arbeitsjahr zu starten?

 

Quelle: Birgit Schopf

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