Donnerstag 26. April 2018

Frei sein für das Wagnis Solidarität

Der Weltgebetstag verbindet Frauen aus verschiedenen Kirchen, Kulturen und Traditionen in aller Welt.

Heuer kommt das weltumspannende Gebet der Frauen aus Südamerika. Surinam ist das kleinste Land des Subkontinents und doch sehr bunt. Über 300 Jahre lang bis 1975 war Surinam holländische Kolonie, was sich in seiner Bevölkerung widerspiegelt: Mehr als ein Drittel sind afrikanischen Ursprungs, die noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts versklavt auf den Plantagen arbeiteten. Ein knappes Drittel ist indischer Abstammung: Sie wurden nach der Abschaffung der Sklaverei als billige Arbeitskräfte ins Land gebracht. Dazu gibt es kleine indigene Gruppen, Javanerinnen aus Indonesien, Menschen europäischer und chinesischer Abstammung – insgesamt also ein „buntes Völkchen“ aus vier Kontinenten!

Die Frauen aus Surinam laden ein, sich auf diese Vielfalt einzulassen, dafür zu danken, Gott zu loben und das eigene Zueinander mit den uns fremden Kulturen zu überdenken. Die Suche nach neuen Formen des Miteinanders schließt die Gerechtigkeit zwischen Frauen und Männern und unseren Umgang mit der Natur ein. Denn das Thema des Gottesdienstes 20181 ist die Bewahrung der Schöpfung. Gott hat unsere Welt gut geschaffen und in unsere Hände gelegt, damit wir sie behüten und für sie Sorge tragen.

 

Mei Ling ist Chinesin
Carolina ist Kreolin
Willemien ist Burin
Shanti ist eine Hidustani
Kartini ist eine Javenesen

 

Informiert beten – betend handeln:

Mit diesem Leitmotiv legt die Weltgebetstags-Bewegung ihr Verhältnis zur Welt fest. Weder folgenlose Innerlichkeit noch Aktionismus ohne Tiefgang sollte ihre Praxis charakterisieren, sondern eine in christlicher Spiritualität verankerte Bereitschaft, gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen. Sie traut uns zu, über das Vertraute hinauszugehen, mutig die eigene Perspektive zu verlassen, die Welt aus einem je neuen Blickwinkel wahrzunehmen und die konkret nötigen Schritte zu setzen hin zu mehr Miteinander. Diese Solidarität mutet uns zu, unsere eigenen strukturellen Privilegien zu hinterfragen und zu verändern hin zu einer Ethik des „Genug für alle“, das immer mehr Menschen ein gutes Leben ermöglicht.

 

1 Die genauen Gottesdienstorte und -zeiten zum Weltgebetstag sind ab Mitte Februar auf www.weltgebetstag.at zu finden.

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