Friday 15. November 2019

Raum für Trauer um Sternenkinder

Stirbt ein Kind während der Schwangerschaft, kurz vor oder nach der Geburt, endet die gute Hoffnung der Eltern jäh. Gedenkfeiern und -orte in ganz Oberösterreich geben Raum für Trauer. 

Barbaras Sohn starb vor über 40 Jahren bei der Geburt. „Du bist ja noch jung und kannst bald wieder ein Kind bekommen“, bekam sie oft zu hören. Doch - neben Wut und Schuldgefühlen - die Trauer um ihren „Hansi“ ist bis heute ein Teil von ihr und ihrem Mann Johannes. 


Hansi ist eines von vielen „still geborenen“ Kindern – ohne ersten Schrei nach der Geburt. Ein anderer Name für diese Kinder ist „Sternenkinder“. Dahinter steckt die Vorstellung, dass frühverstorbene Kinder als Sterne am Himmel funkeln. Die Trauer um Sternenkinder galt lange als rein private Angelegenheit. Doch seit einigen Jahren bieten die oberösterreichischen Geburtenstationen Begleitung durch Seelsorgerinnen an, in Form von Gesprächen, Abschiedsritualen und Gedenkfeiern.

 

Oftmals fehlt betroffenen Familien ein Ort, an dem die Trauer festgemacht werden kann. Aus dieser Erfahrung heraus mobilisierte die Trauerrednerin und kfb-Frau Petra Maria Burger Frauengruppen in
ihrem Heimatort: innerhalb von drei Jahren entstand am Friedhof in Gramastetten eine Gedenkstätte für still geborene Kinder. Die Gedenkfeier in Gramastetten, heuer am 8. Dezember um 16 Uhr, ist ganz bewusst offen für Menschen aller Glaubensrichtungen.

 

Petra Maria Burger legt einen Gedenkstein an der Wassersäule ab
Die kfb-Frau und Trauerrednerin Petra Maria Burger (li) mit einer betroffenen Oma an der Gedenkstätte für still geborene Kinder in Gramastetten

 

 

Auch Bischof Manfred Scheuer ist das Gedenken an Sternenkinder ein Anliegen. Er lädt daher erstmals am Sonntag, 8. Dezember um 15 Uhr zu einem Sternenkinder-Gedenkgottesdienst in den Linzer Mariendom ein. In diesem Gottesdienst steht die Frage "Zerbrochen - und dann?" gemeinsam mit der Trauer um unsere Sternenkinder im Zentrum: Mit dem Sterben eines Kindes sind Glück und Freude sowie der Blick in die gemeinsame Zukunft zerbrochen. Im Erinnern, Schweigen, Beten und Singen soll erfahrbar werden, dass Trauernde nicht alleine sind und im Miteinander Hoffnung und vielleicht auch Trost entstehen kann. 

Im Anschluss an den Gottesdienst besteht die Möglichkeit zum Gespräch bei Tee und Gebäck. Für Kinder steht eine Spielecke zur Verfügung. 

Der Gottesdienst wird von MitarbeiterInnen der kfb oö, der Krankenhausseelsorge und von BEZIEHUNGLEBEN.AT gestaltet und von Domkapellmeister Josef Habringer und Ensemble musikalisch umrahmt. 

 

Titelbild Deckblatt Flyer Worldwide Candle Lighting Day

 

Am Montag, 9. Dezember 2019 um 19.00 Uhr laden BEZIEHUNGLEBEN.AT und die Citypastoral zur Musikalischen Lesung "Die Abwesenheit des Glücks, die Geschichte eines Sternenkindes" mit Rainer Juriatti in die Ursulinenkirche Linz ein. Rainer Juriattis Erzählung "Die Abwesenheit des Glücks - die Geschichte eines Sternenkindes" handelt von Liebe und Trauer, von Schmerz und Verzweiflung - und am Ende: vom Glück seines Lebens. Vera und Rainer Juriatti haben einen Sohn, eine Tochter und fünf Sternenkinder. Nach der Veranstaltung stehen Vera Juriatti sowie BeraterInnen von BEZIEHUNGLEBEN.AT und SeelsorgerInnen der Krankenhausseelsorge für Gespräche zur Verfügung. 

 

Unter www.dioezese-linz.at/sternenkinder findest du  Termine für weitere Sternenkinder-Gedenkfeiern sowie Gedenkorte in Oberösterreich. 

 

Download Flyer Sternenkinder-Gedenkgottesdienst und Musikalische Lesung

Download Plakat Sternenkinder-Gedenkgottesdienst und Musikalische Lesung

 


Sternenkinder

Der Begriff Sternenkinder umfasst alle Kinder, die vor, während oder nach der Geburt gestorben sind. Er vermittelt die Idee, dass sie als Sterne am Himmel funkeln und so zu einem Lichtblick im Dunkel der Trauer werden können. 

Viele Familien gedenken weltweit am zweiten Sonntag im Dezember (heuer ist das der 8. Dezember 2019) ihrer (Sternen-)Kinder, indem sie um 19.00 eine Kerze ins Fenster stellen. 

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