Monday 23. May 2022

20. Benefizsuppenessen in den Linzer Redoutensälen

Am 11. März 2022 um 11.30 Uhr luden Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und die Katholische Frauenbewegung OÖ Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Wirtschaft zum 20. Mal zum traditionellen Benefizsuppenessen in die Redoutensäle ein. 

Die Aktion Familienfasttag ist die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Frauenbewegung (kfb). Sie setzt sich seit über 60 Jahren in rund 70 Projekten in Ländern des Südens für Zugang zu Bildung, Sicherung der Lebensgrundlagen und Wahrung der Menschenwürde ein. Hier in Oberösterreich engagiert sie sich für ein solidarisches Miteinander und Füreinander der Menschen. Das Motto der Aktion Familienfasttag: „teilen spendet zukunft“

 

2022 organisieren Frauen in Oberösterreich rund um den Familienfasttag – den zweiten Freitag in der Fastenzeit – rund 200 Suppenessen in Pfarren bzw. bieten „Suppe im Glas“ zum Mitnehmen an und gestalten etwa 300 Gottesdienste. Zusätzlich ruft die Online-Mitmachaktion „Sei Köchin des guten Lebens“ dazu auf, Lieblingssuppenrezepte zu teilen: Das Rezept der eigenen Lieblingssuppe kann mit einem Foto hochgeladen werden – ergänzt durch Gedanken, wie diese Suppe zur Sorge füreinander und zum guten Leben beiträgt.

 

Nach einer coronabedingten Pause im Vorjahr fand heuer bereits zum 20. Mal das traditionelle Benefizsuppenessen in den Redoutensälen des Landes OÖ statt, bei dem über Projekte und Anliegen der Aktion Familienfasttag informiert wird. Diesmal stand beim „Blick über den Suppentellerrand“ die Projektarbeit der Katholischen Frauenbewegung auf den Philippinen im Mittelpunkt. Mag.a Michaela Leppen, Abteilungsleiterin der Katholischen Frauenbewegung in Oberösterreich (kfb oö), führte durch das Programm. Die von großer Nachdenklichkeit gekennzeichnete Veranstaltung begann mit einer Gedenkminute für die vom Krieg in der Ukraine betroffenen Menschen. Die feinsinnige musikalische Gestaltung des Benefizsuppenessens übernahm das Ensemble „Folk and Pepper“.

 

20. Benefizsuppenessen in den Redoutensälen des Landes Oberösterreich

20. Benefizsuppenessen in den Redoutensälen des Landes Oberösterreich. © kfb / Thomas Markowetz

 

kfb-Vorsitzende Wintereder: Sorgearbeit ins Zentrum der Gesellschaft rücken

 

Paula Wintereder, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung OÖ, zur Aktion Familienfasttag: „Heuer richten wir unseren Fokus auf das Thema Sorgearbeit, hier bei uns und im Beispielland Philippinen. Wir sind überzeugt davon, dass das Miteinander- und Füreinander-Sorgen eine unverzichtbare Wertehaltung in jeder Kultur und Gesellschaft ist. Sorge muss also ins Zentrum der Gesellschaft rücken. Es geht nicht ohne bezahlte und unbezahlte Sorgearbeit, auch nicht für die Wirtschaft.“ Sorgearbeit werde meist den Frauen zugewiesen – und müsse im globalen Süden unter prekären Lebensbedingungen und wenig staatlicher Unterstützung getan werden. Dies veranlasse viele Frauen dazu, ihr Heimatland zu verlassen und Sorge-Tätigkeiten in anderen Ländern zu verrichten – schlecht bezahlt, ohne Rechte und ohne soziale Absicherung, wie Wintereder betonte. Sie appellierte an die Anwesenden: „Schauen wir doch hin – beenden wir die Ausnützung vieler Frauen, übernehmen wir gemeinsam die notwendige Sorgearbeit zum Wohle aller! Dass wir alle bereitwillig füreinander Sorge tragen, das ist nicht nur ein Gebot der Stunde in Krisenzeiten. Aber wir lernen und tun es gerade in den beängstigenden Tagen des Krieges, der beinahe vor unserer Haustür stattfindet.“ Es müsse gelingen, die Sorge ins Zentrum des Handelns zu rücken. Dass gute Sorge um die Gemeinschaft trotz schwieriger Lebensbedingungen gelingen könne, zeige das Beispielprojekt AKKMA auf den Philippinen, so Wintereder. Ihr Aufruf: „Nur gemeinsam, ja solidarisch haben wir eine Zukunft. Bestärken wir uns doch in der Vision für eine Welt, in der Friedensgespräche fruchten! Bestärken wir uns in der Vision für eine gerechte, sorgende Menschheit!“

 

Wintereder dankte Landeshauptmann Thomas Stelzer für die Gastfreundschaft und dafür, dass er auch heuer die Spenden des Benefizsuppenessens verdoppelt. Ihr Dank richtete sich auch an das Land Oberösterreich für die gute Zusammenarbeit und an alle SpenderInnen für die großzügige Unterstützung der Aktion Familienfasttag.

 

 

Landeshauptmann Stelzer: Gemeinsame Verantwortung für ein besseres Morgen

 

Landeshauptmann Thomas Stelzer in seinem Grußwort: „Wir tragen gemeinsam Verantwortung für ein besseres Morgen. Gerade in diesen dramatischen Tagen, wo uns ein Krieg in Europa längst überwunden Geglaubtem, nämlich Unrecht und Waffengewalt gegenüberstehen lässt. Mit dem Benefizsuppenessen und den damit verbundenen Hilfsprojekten macht die Katholische Frauenbewegung deutlich, dass auch in schweren Zeiten an vielen Orten und auf vielerlei Weise an einem besseren und vor allem gerechteren Morgen gearbeitet wird. Mein besonderer Dank gilt allen, die zu dieser Aktion beitragen. Sie unterstreichen damit auf eindrucksvolle Weise, dass die Kraft der Zivilgesellschaft eine tragende Säule der Entwicklungszusammenarbeit darstellt.“ Landeshauptmann Stelzer dankte der Katholischen Frauenbewegung für die gemeinsame Pflege der Tradition des Benefizsuppenessens seit bereits zwei Jahrzehnten.

 

 

Bischof Scheuer: Sorgearbeit als wesentlicher Kitt der Gesellschaft

 

Bischof Manfred Scheuer wies in seinem Grußwort darauf hin, dass die geringe Wertschätzung der Sorgearbeit ein Problem sei, das auch hierzulande auftrete, verstärkt aber in den Projektpartnerländern in Afrika, Asien und Lateinamerika. „Sorgearbeit ist unbezahlt und wird mehrheitlich von Frauen erledigt. Den meisten von ihnen bleibt dadurch keine Zeit für Erwerbsarbeit oder für Aus- und Fortbildung. Und fällt der Staat in der Daseinsvorsorge aus, wird der Anteil an Sorgearbeit noch höher. Der Zusammenschluss von Frauen, diese Sorgearbeit zu organisieren, ist ein Schlüssel für den Zusammenhalt in kleinen Gemeinschaften, in dörflichen oder städtischen Kleinstrukturen. Der heurige Familienfasttag legt darauf einen Schwerpunkt. Es darf auch uns hellhörig machen, die Sorgearbeit als wesentlichen Kitt unserer Gesellschaft in den Blick zu nehmen und auch hierzulande für Nachschärfungen und vor allem eine erhöhte Wertschätzung für die unbezahlten und bezahlten Tätigkeiten einzutreten.“


Durch die Herausforderungen der Pandemie habe es in diesem Bereich neue Impulse gegeben, so Scheuer. Nun, wo andere Dinge und Themen wieder in den Vordergrund drängten, dürfe nicht der Fehler begangen werden, hier nachzulassen. Vielmehr müsse eine „Wachheit und Sensibilität auf die Herausforderungen der Care-Berufe und der Sorge-Arbeit, die vielfach von Frauen in den eigenen vier Wänden geleistet wird“, beibehalten werden. Der Bischof wörtlich: „Die Fastensuppe der Katholischen Frauenbewegung ist nicht nur ein wichtiger Beitrag, um Frauen in den Projektpartnerländern zu stärken und zu ermächtigen, sie schärft auch den Blick für globale Zusammenhänge und strukturelle Verbesserungsmöglichkeiten in unserer Gesellschaft.“ Scheuer zu den Verantwortlichen der Katholischen Frauenbewegung: „Danke, dass ihr nährt, heilt und befreit und dass durch euch mehr Liebe in die Welt kommt.“

 

kfb-Vorsitzende Paula Wintereder
Gastgeber Landeshauptmann Thomas Stelzer
Bischof Manfred Scheuer

© kfb / Thomas Markowetz

 

Gaumenfreuden aus St. Florian für die Gäste des Benefizsuppenessens

 

Schmackhaftes aus dem Suppentopf wurde zum heurigen Benefizsuppenessen aus St. Florian beigesteuert: Linda und Dietmar Till vom Stiftskeller St. Florian kredenzten den Gästen eine Bärlauchsuppe, eine Gemüsebouillon mit Polentaknöderln und eine Libanesische Linsensuppe. Das dazupassende Fastenbier wurde auch heuer wieder vom Stift Schlägl beigesteuert. Die Spenden kamen der Aktion Familienfasttag zugute. Linda Till: „Suppe wird auf der ganzen Welt gekocht und ist wesentlicher Bestandteil fast aller Speisekarten. Auch in den Familien kochen meist die Frauen die Suppe – und das mit viel Liebe. Suppe wärmt, beruhigt und schenkt ein Stück Geborgenheit. Auch die Flüchtlinge sollen das erfahren – für sie soll die Suppe ein Willkommensgruß sein.“

 

Rezept der Libanesischen Linsensuppe zum Nachkochen

 

Das traditionelle „Suppenfoto“ (v. l.): Landeshauptmann Thomas Stelzer, Dietmar und Linda Till vom Stiftskeller St. Florian, kfb-Vorsitzende Paula Wintereder und Bischof Manfred Scheuer.
Michaela Leppen, Abteilungsleiterin der Katholischen Frauenbewegung in Oberösterreich (kfb oö), mit Linda Till vom Stiftskeller St. Florian.

© kfb / Thomas Markowetz

 

Frauen- und Nachbarschaftsinitiative AKKMA („Aktiv für die Frauen in Mapulang Lupa“) auf den Philippinen

 

Unter dem Motto „Gemeinsam für eine Zukunft miteinander füreinander“ richtet sich der Fokus der diesjährigen Kampagne auf den Bereich der unbezahlten Sorgearbeit. Die philippinischen Projektpartnerinnen aus der Frauen- und Nachbarschaftsinitiative AKKMA zeigen, wie Sorge füreinander trotz schwieriger Lebensbedingungen funktionieren kann.

 

Die Siedlung C.F. Natividad im Bezirk Mapulang Lupa im Großraum Manila. Die meisten Menschen hier sind arbeitslos oder finden nur befristete Anstellungen in den umliegenden Fabriken oder im Baugewerbe. Die Löhne sind extrem niedrig, Sozialleistungen gibt es kaum. Ein großer Teil der weiblichen Bevölkerung versucht, einen Zuverdienst über den Verkauf von selbst gekochten Speisen und anderen selbst gemachten Produkten oder über Dienstleistungen wie Wäsche waschen oder Näharbeiten zu erwirtschaften.

 

2003 beschlossen Frauen aus Mapulang Lupa, der Armut die Stirn zu bieten und ihre Situation zu verbessern. Um sich gegenseitig zu helfen, zu fördern, zu stärken, haben sie sich zusammengeschlossen und gründeten die Frauen- und Nachbarschaftsinitiative AKKMA („Aktiv für die Frauen in Mapulang Lupa“). Ins Leben gerufen wurden dabei Projekte wie ein Gesundheitsservice, bei dem Frauen Kranke besuchen und kostenlose Behandlungen durch Ärzte organisieren. Daneben gibt es Trainings für richtige Ernährung, Hygiene, Gesundheitsvorsorge und Kindererziehung. In einer Kindertagesstätte werden die Kleinsten betreut und somit ihre Eltern entlastet. Gestartet wurden auch Einkommen schaffende Projekte wie die Herstellung von Erdnussbutter oder in Heimarbeit gefertigte Produkte wie Putztücher, die verkauft werden. Ein wesentlicher Teil der Arbeit sind auch Schulungen und Workshops, in denen über die Rechte von Frauen, Kindern und der Menschen allgemein aufgeklärt wird. Zusätzlich erfahren die Frauen, wie sie sich vor Gewalt in der Familie schützen können. Darüber hinaus wird das Bewusstsein für Geschlechtergerechtigkeit geschaffen. In die Programme eingebunden werden immer auch die Väter und die Kinder.

 

Das Projekt auf den Philippinen steht stellvertretend für die rund 70 Projekte, die die kfb oö mit der Aktion Familienfasttag unterstützen. Die gesammelten Spenden kommen allen Projekten zugute.

 

Film und Details zum Projekt

 

 

Unterstützungsmöglichkeiten

 

Unterstützen kann man die Projekte der Aktion Familienfasttag auf vielfältige Weise: beim Suppenessen in zahlreichen katholischen Pfarren in Oberösterreich, durch Spenden bei den Gottesdiensten und online unter www.teilen.at.

 

 

Das Spendenkonto der Aktion Familienfasttag:

Erste Bank, IBAN: AT83 2011 1800 8086 0000, BIC: GIBAATWWXXX

 

Die Aktion Familienfasttag trägt das Österreichische Spendengütesiegel.
Spenden sind steuerlich absetzbar.

 

Die drei Frauen Remy, Elvie und Dolor leben in C.F. Natividad im Bezirk Mapulang Lupa im Großraum Manila. Gemeinsam mit den anderen Frauen der Nachbarschaftsinitiative AKKMA sorgen sie dafür, dass sich die Lebensumstände in dem Armenviertel verbesser
Durch die Herstellung und den Verkauf von Erdnussbutter tragen die Frauen zum Familieneinkommen bei.

© kfb / Thomas Markowetz

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