Wednesday 23. October 2019

Klimapilgern: Globale Gerechtigkeit verlangt Taten

Dringender Appell an politisch Verantwortliche, angesichts des Klimawandels gestaltend aktiv zu werden

[Wien, 28.10.2015 PA] Einen dringenden Appell, im Sinne einer globalen Gerechtigkeit den verheerenden Folgen des Klimawandels umfassend und aktiv entgegenzutreten, richten die derzeit in Österreich auf dem Weg befindlichen „KlimapilgerInnen“ an die verantwortlichen PolitikerInnen auf nationaler wie internationaler Ebene. „Ökologie und soziale Gerechtigkeit gehören untrennbar zusammen“, so Anja Appel, Generalsekretärin der Katholischen Frauenbewegung Österreichs und Mitglied des Kernteams, das gegenwärtig auf dem Weg durch Österreich einen „Rucksack der Alternativen“ schnürt: „Papst Franziskus bestätigt unsere Analyse mit seinen Aussagen in der Enzyklika ´Laudato si´, mit ihm fordern wir eine Politik, die sich nicht den Interessen einer rein gewinnorientierten Wirtschaft unterwirft, sondern Welt und Umwelt aus der Verpflichtung gegenüber Menschenwürde und Menschenrechten heraus gestaltet.“ Anja Appel  wird den in Österreich befüllten „Rucksack der Alternativen“ im November zur Weltklimakonferenz nach Paris bringen.

 

„Die Menschen warten darauf, dass die Politik endlich gestaltet“, so die Erfahrung der kfbö-Generalsekretärin nach zahlreichen Begegnungen am und auf dem Pilgerweg, der am 17. Oktober in Wien startete und in der Zeit bis 8. November nach Salzburg führt: „Das bestärkt uns: Unsere Pilgerreise  ist ein gehender Appell  an die politisch Verantwortlichen, umzukehren zu einer Politik der Nachhaltigkeit, Mitmenschlichkeit und globalen Gerechtigkeit.“ Die KlimapilgerInnen knüpfen damit auch an Papst Franziskus an, der in seiner jüngsten Enzyklika „Laudato si“ eine grundlegende Reform von Wirtschafts- und Finanzsystem fordert: „Die Politik darf sich nicht der Ökonomie unterwerfen, und diese nicht dem Diktat und dem Paradigma der Effizienz und der Technokratie“ (LS 189). Notwendig sei eine „Reform des Systems als Ganzem“, orientiert am „Gemeinwohl“.


Dieses, so Anja Appel, beinhalte ein „ganzheitliches Ökologieverständnis“, das den Planet Erde als Zuhause aller Menschen betrachte und die Menschheit als „Familie“, die in einer „Kultur der globalen Solidarität und des Schutzes der Schöpfung“ leben soll. Die gegenwärtige Situation sei demgegenüber geprägt von einem globalen Ungleichgewicht zwischen den VerursacherInnen von Klimaproblemen und den am stärksten davon betroffenen Menschen in überwiegend armen Gegenden der Welt.


Für den „Rucksack der Alternativen“ hat die Katholische Frauenbewegung Österreichs bereits bei ihrer Sommerstudientagung im Juli in Bozen eine Fülle von Vorschlägen gesammelt, die  einem „ganzheitlichen Ökologieverständnis“ nachkommen. Sie setzen sowohl bei der Politik, als auch beim Individuum und seinem Konsumverhalten an und betreffen etwa die Bereiche Energieeinsparung, alternative Energiegewinnung, Müllvermeidung, solidarisches Wirtschaften, regionaler Handel, nachhaltige Ernährung oder Mobilität. „In vielen Themenbereichen existieren bereits  good practise-Modelle“, so Veronika Pernsteiner, Vorsitzende der katholischen Frauenbewegung Österreichs, „darüber müssen wir sprechen, das muss von der Politik unterstützt und vorangetrieben werden.“


Globale Solidarität ist für die KlimapilgerInnen auf ihrem Weg durch Österreich auf mehreren Ebenen von Bedeutung: sie gilt auch den Flüchtlingen, die derzeit zu hunderttausenden durch Europa ziehen. „Wir tragen auf unserem Weg die Anliegen und Bedürfnisse dieser Menschen, die Schutz und ein gutes Leben suchen, mit“, so kfbö-Generalsekretärin Anja Appel. Globalisierung im Blick auf Waren, Kapital und Dienstleistungen erfordere auch eine Globalisierung von Verantwortung und Solidarität. Am Donnerstag dieser Woche werden die KlimapilgerInnen an ihrer Station im oberösterreichischen Ottensheim u.a. Flüchtlinge in einem Container-Dorf treffen.


Der „Pilgerweg für Klimagerechtigkeit“ ist ein ökumenisches Projekt, das u.a. von der Katholischen Frauenbewegung Österreichs mitgetragen wird und sich als Teil der Lebensstil-Kampagne des Weltdachverbandes der katholischen Hilfswerke, CIDSE, versteht. Die dreijährige Lebensstil-Kampagne der CIDSE startete am 1. Juli dieses Jahres unter dem Motto „Change for the Planet – Care for the People“.


Der Blog, den kfbö-Generalsekretärin Anja Appel während ihrer Klimapilgerreise führt, kann abgerufen werden unter:
https://kfboe.wordpress.com

 

 

KlimapilgerInnen am Beginn der Etappe Sindelburg-St.Pantaleon
kfbö-Generalsekretärin Anja Appel am Weg

 

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