Thursday 17. October 2019

Zu welchem Gott bete ich?

Am 09. April 2019 trafen sich 16 Frauen zur Interreligiösen Begegnung im Haus der Frau. Der Dialog zwischen Jüdinnen, Christinnen und Musliminnen wird bereits seit drei Jahren angeboten und widmete sich dieses Mal dem Thema „Gebete und Rituale“

Erstmals konnte eine Gruppe von Studentinnen der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz begrüßt werden. In einer offenen und wertschätzenden Atmosphäre wurden vielfältige Aspekte rund um das Thema angesprochen.

 

Herausgestrichen wurde die Bedeutung der Qualität eines interreligiösen Dialogs. Er ermöglicht einen Austausch zwischen Menschen mit verschiedenen religiösen Grundhaltungen. So ist es wichtig, miteinander und nicht übereinander zu reden und einander grundsätzlich wertschätzend, offen und respektvoll zu begegnen und Vertrauen aufzubauen.

 

 

Die Gottesfrage war ein zentrales Thema des Abends, glauben Gläubige der abrahamitischen Religionen an denselben Gott? Erst mit einer Antwort darauf kann man sich der Frage: „Zu wem bete ich?“ widmen. Rituelle Gebetsgegenstände aus den Religionen gaben Anlass für intensive Gespräche. Verschiedene Erfahrungen der unterschiedlichen Traditionen wurden ausgetauscht und viele Fragen zum Islam im Alltag einer Familie gestellt. Sichtbar wurde die Schwierigkeit, die Kinder in einer mehrheitlich anders religiös geprägten Gesellschaft in der eigenen Tradition zu erziehen. Sie werden in Kindergarten und Schule mit anderen Traditionen konfrontiert und stellen Fragen, wie die anderen Bräuche zu verstehen seien, was für Eltern nicht immer leicht zu beantworten ist.

 

Die angehenden Lehrerinnen der Primarstufe waren besonders an Anregungen und Beispielen der praktischen Umsetzung für die Schule interessiert. So wurde eine Möglichkeit für die Gestaltung interreligiöser Feiern an Schulen vorgestellt. Diese Feiern sollten gemeinsam von verschiedenen ReligionsvertreterInnen vorbereitet werden, sodass sich in der Feier alle wohlfühlen können. Es gibt drei Formen interreligiöser Feiern: Erstens – Menschen einer Religionsgemeinde laden andere ein, an ihrem Ritus oder Gebet teilzunehmen, man ist bei einem Gebet/einer Feier einer anderen Religion in Stille zu Gast. Zweitens gibt es die Abfolge von Gebeten aus unterschiedlichen Religionen, nacheinander spricht man Gebete aus verschiedenen Traditionen, jeder Sprecher/jede Sprecherin betet in der eigenen Tradition, alle anderen hören zu. Und schließlich gibt es drittens die Möglichkeit, ein gemeinsam formuliertes Gebet zu sprechen. Dafür ist besondere Sensibilität notwendig und der gemeinsame Nenner in den Formulierungen zu suchen. Auch das ist möglich und wenn es gelingt, besonders berührend.

 

 

Die Interreligiöse Begegnung für Frauen wird auch im Bildungsjahr 2019/20 fortgeführt.

 

Credits: Foto: © Michaela Greil/MIG-Pictures e.U.

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