Dienstag 26. September 2017

Die Investition der Diözese in die Burg Altpernstein wird nicht kommen.

Neuer diözesaner Begegnungsort für kirchliche Jugendarbeit gesucht.

Aufgrund des vor Jahren schon festgestellten Erneuerungsbedarfs (Verkleinerungen der Schlafeinheiten, zentrales Heizsystem, Renovierungen von Kapelle und Meditationsraum, Verbesserungen für die LeiterInnen und TeilnehmerInnen von Kursen...) war es notwendig, sehr grundlegend über eine größere Sanierung der Burg Altpernstein, dem Begegnungszentrum der Katholischen Jugend OÖ in Micheldorf, nachzudenken. Nach intensiven Konzept- und Planungsarbeiten wurde im Frühjahr 2015 vom beauftragten Architekten die Unterlagen bei der Bezirkshauptmannschaft Kirchdorf eingereicht.

 

Steigender Kostenrahmen

Im Zuge der Behördenkontakte schon seit 2014 hat sich der Investitionsbedarf von verschiedenen Seiten (Brandschutz, Denkmalschutzerfordernisse...) immer mehr ausgeweitet. Der Bedarf von voraussichtlich mindestens 3,0 Millionen Euro und weitere anstehende Behördenwege haben dazu geführt, dass die Ordinariatskonferenz nun entschieden hat, dieses Projekt nicht weiter zu verfolgen, sondern ab sofort die Energie in die Suche eines neuen Ortes für ein diözesanes Jugendhaus als Begegnungszentrum der kj oö legen will. Mit einer Planungs- und Umsetzungszeit von 3-4 Jahren wird gerechnet.

 

Starke Betroffenheit

Im Burgteam selber, das am vergangenen Freitag über die Entscheidung informiert wurde, sind mehrere Resonanzen spürbar. Einerseits Niedergeschlagenheit, Trauer und Ärger, andererseits auch eine gewisse Erleichterung, dass es nun eine definitive Entscheidung gibt. Der Überbringer der Nachricht, Christoph Burgstaller, Leiter der diözesanen Jugendstelle der kj oö dazu:

„Sosehr ich die Burg und die auf ihr zusammenkommenden Menschen in den vergangenen Jahren lieben gelernt habe, sosehr hat sie durch die behördlich auferlegten Maßnahmen (Sperre Meditationsraum und großer Teile der Schlafräume, Verbot Befeuerung der Kachelöfen bzw. sogar Kerzenlicht für Gottesdienste, provisorische Überdachung Burginnenhof, provisorische Brandschutztüren...), deren Einhaltung notwendig war, um den Betrieb überhaupt bis auf weiteres weiterführen zu dürfen, zuletzt gelitten. Die mit jedem Treffen zur Konkretisierung steigenden und letztlich schwer abschätzbaren Kosten und die sich immer weiter ausdehnenden behördlichen Rückmeldungsschleifen lassen mich den Entscheid der Ordinariatskonferenz kognitiv nachvollziehen. Und dennoch empfinde ich es noch so unwirklich. Ich spüre eine tiefe Trauer und ich vermute sie bei ganz vielen anderen auch. Ich hoffe und will mich dafür einbringen, dass uns das Abschiednehmen und der Neubeginn gelingen!“

 

Eine ganze Reihe von heute an verschiedensten Orten in der Diözese tätige Personen hat die Burg Altpernstein zusammen mit tausenden jungen Gästen in den letzten 70 Jahren erlebt. Viele Engagierte in der Katholischen Jugend und weit darüber hinaus wurden und werden ganz wesentlich von den Personen, Veranstaltungen und dem besonderen Ort Burg selbst positiv geprägt – im Sinne der Vertiefung des Glaubens, der Entwicklung der Persönlichkeit, dem Aufruf zum gesellschaftspolitischen Engagement, dem Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Verantwortung für die Mitwelt...

 

Wie geht es mit der Burg weiter?

Grundsätzlich gibt es einen gültigen Pachtvertrag mit dem Eigentümer der Liegenschaft, dem Stift Kremsmünster und eine bestehende Bewilligung der Burg Altpernstein als Jugendbeherbergungsstätte. Bis zur Neueröffnung an einem anderen Ort kann die Burg Altpernstein im behördlich genehmigten, eingeschränkten Betrieb weitergeführt werden. Das Provisorium (derzeit können laut Burgleiter Gerald Frühauf maximal 55 Personen in der Burg übernachten) wird, vom Burgteam getragen, voraussichtlich bis zur Neueröffnung weiterbestehen. Es werden in der kommenden Zeit gerne noch Kurse angenommen bzw. es besteht die Möglichkeit an den Veranstaltungen wie zum Beispiel den einzigartigen Burg-Sommerwochen für Jugendliche teilzunehmen. Anschließend ist die Rückübergabe ans Stift zu regeln.

 

Für Kurse und TeilnehmerInnen heißt es, die Chance zu nutzen, nochmals diese einmaligen Räumlichkeiten mit Leben zu füllen, die seit den 1940er Jahren Generationen von jungen ChristInnen als Kraftort besucht haben, wo Impulse zur Glaubensentwicklung und Persönlichkeitsbildung möglich waren und viele Kontakte und auch nicht wenige Beziehungen geschlossen wurden.

 

Katholische Jugend OÖ, 16.02.2016

 

 

Statements von FreundInnen der Burg:

 

„Die Burg ist ein wichtiger Andersort. Meine Erfahrungen sind nur positiv und es stimmt mich traurig, dass andere Jugendliche zukünftig diese Erfahrungen nicht mehr machen können.“

Eva Wimmer, ehrenamtliche Vorsitzende der Kath. Jugend OÖ

 

 

„Als älterer Mitarbeiter im kj-Team schmerzt es mich insofern, da ich gute Erinnerungen, mit der Burg und meiner Firmvorbereitung verbinde.“

Klaus Mastalier, Referent für Öffentlichkeitsarbeit in der Kath. Jugend OÖ

 

 

„Ich habe die Burg zwar erst vor kurzem kennengelernt, wo ich einige wichtige und eindringliche Erlebnisse gehabt habe – daher finde ich es schade, dass die Burg in dieser Form nicht mehr weiter besteht.“

Jakob Ulbrich, ehrenamtlicher Vorsitzender der Kath. Jugend OÖ

 

 

Schon meine Mutter war als Jugendliche auf der Burg und ich habe als Jungscharleiterin schon ein tolles Jungscharlager miterlebt. Ich finde es schade, dass die Burg zukünftig nicht mehr von Kindern und Jugendlichen belebt wird.
Martina Voraberger, Lehrling im Pastoralamt der Diözese Linz

 

 

 „Persönlich finde ich es natürlich schade, da die Burg Generationen geprägt hat und viel kirchliche Jugendarbeit passiert ist - aber andererseits muss man die Zeit gut nutzen, um ein neues, dem Stand entsprechendes Jugendbegegnungszentrum zu suchen.“

Sebastian Rappl, ehemaliger ehrenamtlicher Vorsitzender und Leiter des Ehemaligenvereins der Kath. Jugend OÖ

 

 

„Für mich war die Burg Heimat in meiner Jugendzeit. Ich sehe es aber auch als Chance neue Wege in der Jugendarbeit einzuschlagen.“

Christian Reindl, ehemaliger Burgleiter

 

 

Bilder der letzten Veranstaltungen
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