Friday 15. November 2019

Gemeinsam lesen – ein sicherer Ort!

 

 

Wenn Erwachsene mit Kindern Bilder in Büchern betrachten und daraus vorlesen, wächst in den Kindern nicht nur die Neugierde auf Geschichten, sondern sie genießen in dieser Zeit auch das Gefühl persönlicher Zuwendung und ungeteilter Aufmerksamkeit.

 

Foto: Lukas Beck/ BVÖ

 

In dieser Form der Beziehungsarbeit entsteht sowohl emotionale als auch körperliche Nähe.
Ein Kind legt sich entspannt hin oder sucht körperliche Nähe wie Anlehnen oder Händehalten. Ebenso kann es umgekehrt sein, weil wir als Erwachsene das Selbstverständnis haben, Geschichten vorlesen oder Eintauchen in eine andere Welt braucht Körperkontakt wie in den Arm nehmen oder über den Kopf streicheln, damit Nähe hergestellt werden kann.

 

Hier stellt sich nun die Frage: Mit welcher Haltung gestalte ich diesen Arbeitsauftrag? Ist mir bewusst, dass ich hier in einer professionellen Rolle tätig bin, nämlich zu vermitteln, dass Lesen etwasWunderbares, Entdeckendes und Bereicherndes ist? Mit welchem Respekt und mit welcher Wertschätzung gestalte ich diese Lesezeit? Was nährt mich persönlich an dieser Arbeit? Braucht es dafür körperliche Nähe und welche ist angemessen? 

 

 

FACHLITERATUR ZUM THEMA

  •  Dirk Bange, Ursula Enders, Auch Indianer kennen Schmerz; Handbuch gegen sexuelle Gewalt an Jungen. Köln, Kiepenheuer und Witsch,1995.
  • Ursula Enders, Grenzen achten; Schutz vor sexuellem Missbrauch in Institutionen; ein Handbuch für die Praxis. Köln, Kiepenheuer & Witsch, 2012.
  • Ursula Enders, Dorothee Wolters, Schön blöd; ein Bilderbuch über schöne und blöde Gefühle. Köln, Zartbitter, 2011.
  • Heike Löffel, Christa Manske, Ein Dino zeigt Gefühle, Bilderbuch mit didaktischem Begleitmaterial für die pädagogische Praxis; fühlen, empfinden, wahrnehmen. Köln, Mebes & Noack 2012.
  • Irit Wyrobnik (Hg.), Wie man ein Kind stärken kann; ein Handbuch für Kita und Familie. Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 2012.
  • www.dioezese-linz.at/dl/tlqLJLJkLJqx4KJK/ Rahmenordnung_Die_Wahrheit_wird_euch_frei_machen_Kurzfassung.pdf

 

FRAGEN ZUR EIGENEN PRAXIS ALS VORLESER/IN

  • Braucht es ein Anlehnen an die Schulter, lasse ich ein Auf-dem-Schoß-Sitzen zu?
  • Wie gestalte ich Mimik, Augenkontakt, sodass keine Irritationen ausgelöst werden?
  • Frage ich mein Gegenüber, ob ein mögliches Händehalten erwünscht ist?
  • Was tut mir selber gut? Achte ich auf meine eigenen Grenzen? Sage ich Nein, wenn ich etwas für unangemessen halte?
  •  Ist mir bewusst, welche statistische Zahlen es zu Gewaltopfern und sexuellem Missbrauch gibt?
  •  Erleben, die zu betreuenden Kinder einen sicheren Ort zu Hause? Werden dort ihre Grenzen respektiert? Welche Kultur der Achtsamkeit wird gepflegt?
  • Was kann ich tun, wenn sich ein Kind mir anvertraut, dass es zu Hause Gewalt erlebt?
  • Wohin kann ich mich wenden?

 

INFORMATION UND UNTERSTÜTZUNG

 

Selbstlaut – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen

Tel.: (01) 810 90 31

Mail: office@selbstlaut.org
Web: www.selbstlaut.org


Plattform gegen die Gewalt
Tel.: (01) 53 115-63 33 62
Mail: kontakt@gewaltinfo.at
Web: www.gewaltinfo.at


Stabsstelle für Gewaltprävention, Kinder- und Jugendschutz der Diözese Linz

Tel.: 0676 87 76 33 43

Mail: dagmar.hoermandinger@ dioezese-linz.at

Web: www.ansprechen.at

 

 

von Mag.a Dagmar Hörmandinger-Chusin

Leiterin der Stabsstelle für Gewaltprävention Kinder- und Jugendschutz der Diözese Linz

 

erschienen in OPAC Nr. 3 2019

 

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DIE SCHNEEKÖNIGIN

amSonntag, den24. November 2019, ab 16.30 Uhr imSchauspiel
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