Saturday 28. March 2020

Das Heilige Land – das 5. Evangelium

15. bis 22. Februar 2020

131 Frauen und Männer (aufgeteilt auf drei Busgruppen) machten sich am 15. Februar auf den Weg ins Heilige Land. Die Diözesanwallfahrt wurde begleitet von den beiden Bischofsvikaren Willi Vieböck und Hans Hintermaier, von Mitarbeitenden der Kirchenzeitung (Reinhold Hofstetter, Heinz Niederleitner und Josef Wallner) und des Bibelwerks Linz (Franz Kogler und Ingrid Penner).

 

blühender MandelbaumDie erste Nacht und noch drei weitere waren wir in Betlehem untergebracht. 

Nachdem nicht nur kulturelle Stätten am Programm standen, sondern auch die Natur des Landes erfahren werden sollte, wanderten wir gleich zu Beginn durch die überaus fruchtbaren Öl- und Obstgärten von Battir. Hier konnte sich das Auge gar nicht sattsehen an den reich blühenden Mandelbäumen und den tiefroten Anemonen. 

 

 

 

 

 

BetlehemDer Nachmittag führte uns dann zur Geburtskirche, eine der ältesten christlichen Kirchen überhaupt. Hier stellten wir fest, dass wir nicht die einzigen Pilger waren: Hunderte Christinnen und Christen staunten gemeinsam mit uns über die frisch renovierten Mosaiken. Nicht wenige unserer Wallfahrer hatten den langen Atem, sich nach dem gemeinsamen Gottesdienst anzustellen, um auch die sog. Geburtsgrotte zu besuchen.

 

HerodionDer Besuch des Herodions nahe Betlehem war eine beeindruckende Begegnung mit Herodes dem Großen, unter dessen Regierung Jesus geboren wurde und der zahlreiche andere Paläste erbauen ließ. 
Jerusalem betraten wir über den sog. Kingsway, einen schönen Wanderweg vom Skopusberg durch das Kidrontal zum Garten Getsemani – abseits der Touristenströme. Hier war auch Ruhe und Muße, uns unter Olivenbäumen mit der Bibel auf den Kreuzweg einzustimmen.

 

 

WestmauerZuvor stand allerdings noch der Besuch der Westmauer (unter dem Begriff „Klagemauer“ bekannt) am Programm. Besonders beeindruckend waren dort die sehr fröhlichen und ausgelassenen Bar-Mizwa-Feiern. Dieses Fest wird gerne an der Westmauer gefeiert. Mit dieser Feier hat der 13-jährige Knabe seine religiöse Mündigkeit erreicht.

 

Der Gang durch die Altstadt Jerusalems war eine Herausforderung, sich als Gruppe unter den zahlreichen anderen Pilgergruppen nicht zu verlieren. In den engen Gassen konnten wir das Leben der einheimischen Händler und Einwohner Jerusalems erfahren. 
Der Besuch des Betesda-Teiches brachte mit Jesus in Berührung, der laut Joh 5 hier einen (seit 38 Jahren) Kranken heilte. Anschließend ließen wir in der angrenzenden Anna-Kirche unsere Stimmen im Kirchenraum erklingen. Der Besuch im Österreich-Hospiz wurde dann verschieden genützt: ein Einkaufsbummel im Basar, Kaffee und Mehlspeise oder Bier im Café des Hospizes, ein Blick vom Dach des Österreich-Hospizes.


Zeitversetzt brachen unsere Busgruppen am Morgen des 4. Tages auf, um den Kreuzweg zu beten. Beim Gang durch die Via dolorosa kam die Passion Jesu sehr nahe. Die letzten Stationen befinden sich in der Grabeskirche. Nachdem dort jedoch alle Pilger hinströmen, bedenken und beten Gruppen aus aller Welt das Ende der Passion am Dach der äthiopischen Kirche. Dabei blieb wohl keiner von uns unberührt. Nebeneinander beteten Pilgergruppen aus aller Herren Länder in verschiedensten Sprachen und Formen, jedoch alle geeint durch die Person Jesus.

 

TempelmodellDas Jerusalemmodell im Israel-Museum führte uns dann die Stadt vor Augen, wie sie zur Zeit Jesu ausgesehen haben könnte. Es war jedenfalls interessant, die eine oder andere archäologische Ausgrabungsstätte, die uns in Jerusalem gezeigt worden war, im Modell rekonstruiert zu sehen. 
 

Reise ins Heilige Land 2020Eine besondere Begegnung war der Besuch in Emmaus Qubeibe bei Sr. Hildegard Enzenhofer, einer Salvatorianerin aus Oberösterreich. Von der Gastfreundschaft im Orient konnten wir uns an diesem Ort jedenfalls selbst überzeugen. Die Tische waren reich gedeckt und wir konnten hier Hunger und Durst stillen, bevor Sr. Hildegard von ihrer Arbeit erzählte.
Sie hat zunächst ein Heim für alte und behinderte Frauen aufgebaut und im Anschluss eine staatlich anerkannte Ausbildungsstätte für Krankenhaus-Pflegepersonal in palästinensischen Krankenhäusern. Außerdem unterstützt sie palästinensische Frauen, durch Handarbeiten eigenes Geld zu verdienen. Auch unsere Wallfahrer unterstützten durch ihre Einkäufe diese gute Sache – und konnten Unikate für die Daheimgebliebenen mitnehmen.


Klippschliefer in En-GediAm 5. Tag verließen wir unser Hotel in Betlehem und fuhren zunächst zur Oase von En-Gedi. Dort erwanderten wir zwei Wasserfälle. Der Weg führte über gebirgige Wege und durch riesige Schilfpflanzen, begleitet vom Rauschen des Wassers, Vogelgezwitscher und dem frechen Blick eines Klippdachses von einem Baum.

 

Nach der Wanderung ging es an den Jordan, wo wir Tauferneuerung feierten. Wegen des regenreichen Winters ist heuer der Wasserstand des Jordan sehr hoch – die Palmen ragten aus dem Wasser. 
Die Mittagspause führte uns nach Jericho, wo es neben einem palästinensischen Mittagessen die Möglichkeit gab, Datteln aus der Palmenstadt Jericho zu verkosten. Zudem konnten wir einen Blick auf den sog. „Berg der Versuchung“ und das dort in den Felsen gebaute Kloster werfen.
Dass Wasser auch trägt, erlebten wir beim Baden im Toten Meer, bevor wir in den Norden Israels, nach Galiläa, weiterfuhren. Hier wurden wir in einem Hotel in Tiberias für die restlichen drei Nächte untergebracht. 


BergpredigtFrühmorgens ging es am 6. Tag auf den „Berg der Seligpreisungen“ mit herrlichem Blick auf den See Gennesaret. An einem ruhigen Platz waren Zeit und Raum, die Bergpredigt des Evangelisten Matthäus im Gesamten zu hören. Sie wird wohl in vielen noch nachklingen und beim Hören der Texte in der Liturgie Bilder von diesem Ort auftauchen lassen.

 

Unmittelbar danach hatten wir nochmals die Gelegenheit wahrzunehmen, dass Wasser trägt – diesmal bei einer Bootsfahrt. Auch hier war die Bibel dabei: Die Erzählung von der Stillung des Seesturms (wiederum beim Evangelisten Matthäus, der sie mit der Nachfolge verbindet) begleitete uns. Mit einem selbst gefalteten Papierboot verließen wir am Ende das große Boot, um uns nach Kafarnaum zu begeben. Dieser Ort wird beim Evangelisten Markus als erste Wirkstätte Jesu genannt. Hier wird die Heilung eines Besessenen in der Synagoge überliefert. Über dem Haus der Schwiegermutter des Petrus wurde Ende des letzten Jahrhunderts eine moderne Kirche mit Glasboden gebaut, durch den wir einen Blick auf die sehr alten Mauern aus der Zeit Jesu und später werfen konnten.


Am Nachmittag ging dann die Fahrt nach Nazaret, dem Wohnort Jesu. Dort besichtigten wir die Verkündigungsbasilika, welche die Franziskaner im letzten Jahrhundert über einer alten Verkündigungsgrotte erbauen ließen. Wir staunten über die zahlreichen Verkündigungsbilder aus vielen Ländern, die alte Grotte, besonders aber über die insgesamt 49 Glasfenster der österreichischen Künstlerin Lydia Roppold. 


Der 7. Tag führte uns ganz in den Norden nach Cäsarea Philippi, wo der Banyas, einer der Quellflüsse des Jordan, entspringt. Von hier nahmen sich die meisten von uns klares Jordanwasser mit. Nach der Besichtigung alter römischer Heiligtümer führte eine Wanderung entlang des Banyas und durch paradiesische Landschaft zu einem mächtigen Wasserfall. Cäsarea Philippi wird in der Bibel als jener Ort erwähnt, an dem Jesus seine Jünger fragt, für wen sie ihn halten. 
Die Fahrt führte wieder zurück an den See, wo die Beauftragung des Petrus (verbunden mit der dreimaligen Frage der Liebe zu Jesus) im Johannesevangelium im Zentrum steht. Direkt am See gab es auch die Möglichkeit, das Wasser des Sees Gennesaret an bloßen Füßen zu spüren.


Aquädukt in Cäsarea MaritimaAm 8. Tag nahmen wir Abschied von Tiberias und fuhren bei strömendem Regen nach Cäsarea Maritima ans Mittelmeer, wo uns Sonne und ein frischer Wind begrüßten. Die ehemalige Stadt, in der sowohl Herodes als auch die römischen Statthalter (unter ihnen Pontius Pilatus) ihren Sitz hatten, lässt ihre Wichtigkeit und Blüte anhand der antiken Reste noch erahnen: Reste eines 6 km langen Aquäduktes, ein Theater (4000 Sitzplätze) mit Blick zum Meer, Reste des herodianischen Palastes, ein Hippodrom, …
Mit diesem letzten Highlight endete das Besichtigungsprogramm und es blieb nur noch die Fahrt nach Tel Aviv zum Flughafen, um die Heimreise anzutreten.


BattirNeben Land, Archäologie, Kultur und Natur waren es vor allem die entsprechenden biblischen Impulse an den jeweiligen Orten, die uns in die Spur Jesu brachten. Mancher Bibeltext bekam eine neue Dimension oder erweiterte die eigene Sichtweise. Die liturgischen Feiern (Morgenlob, Gottesdienste und Abendlob), die Gemeinschaft in den Busgruppen und mit der gesamten Gruppe bei Frühstück und Abendessen machten die Reise für alle zu einem besonderen Erlebnis. Erfüllt mit Eindrücken und gestärkt durch die Gemeinschaft geht es wieder in den Alltag – vielleicht ein wenig verwandelt.

 

Reise ins Heilige Land 2020Magdala

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Eindrücke >

 

Kurzfilm zur Reise >

 

Die nächste Möglichkeit, das 5. Evangelium zu erkunden, bietet sich im November 2020 bei der nächsten Reise ins Heilige Land!
Nähre Infos 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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