Saturday 28. November 2020

Tag der Arbeitslosen 2019

Für gesellschaftlichen Zusammenhalt und den Erhalt des Sozialsystems

Das Pressegespräch fand am 30.4.2019 im Ursulinenhof statt. 

Aufgrund des Schlechtwetters konnten die geplanten Aktionen zum Tag der Arbeitslosen nicht durchgeführt werden.

Das Pressegespräch mit Diözesanbischof Manfred Scheuer, Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer, Direktor-Stv. AK OÖ Franz Molterer und den beiden von Arbeitslosigkeit Betroffenen Brigitte Hofer und Alma Hamzic fand am 30. April 2019 im Ursulinenhof statt. 

 

v.l. Christian Winkler, Alma Hamzic, Franz Molterer, Birgit Gerstorfer, Brigitte Hofer, Manfred Scheuer

 

Jedes Jahr erscheint zum Tag der Arbeitslosen ein Predigtvorschlag. Heuer wurde dieser von Diözesanbischof Manfred Scheuer erstellt. Hier einige Gedanken aus der Predigt.

 

Der am 30. April begangene Tag der Arbeitslosen gibt Gelegenheit, sich mit dieser Facette des Menschseins auseinanderzusetzen. „Christliche Gemeinden haben sich von der Welt der Arbeitslosen oft weit entfernt“, so schreibt der katholische Sozialethiker und Jesuit Friedhelm Hengsbach „Sie betrachten die Caritas und die Diakonie als ausgelagerte Spezialeinheiten der Glaubensgemeinschaft. Diese seien für die Ausgegrenzten und Ausgeschlossenen zuständig.“ Dieser Befund widerspricht dem, was die Haltung der Barmherzigkeit eigentlich will. Sie fordert eine liebende, offene, wahrnehmende und hörende Aufmerksamkeit ein, die das Leiden anderer sieht und es sich zu Herzen gehen lässt. Eine solche Aufmerksamkeit setzt ein leidenschaftliches Interesse für andere Menschen voraus. Die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben schließt auch die Sehnsucht nach Arbeit mit ein. Arbeit ist ein wesentlicher Faktor unseres Lebens .Arbeit ist wichtig für die eigene Identität und das Selbstbewusstsein und hat von daher einen unveräußerlichen Wert, denn dahinter steht der Mensch mit seiner ganzen Würde. Es bestimmt auch die Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft. Diese wird durch mehrere Faktoren des Lebens maßgeblich geprägt: Familiäre Beziehungen, Freundschaft und Liebe, Wohnen, Schule, Kultur und Bildung sind als zentrale Bereiche hier zu nennen. Und natürlich auch die Erwerbsarbeit. Die Arbeit hat sich in unserer Gesellschaft, welche sich mit Stolz als „Arbeitsgesellschaft“ bezeichnet, zur wichtigsten Instanz für die Identitätsbildung und Sinnfindung vieler Menschen entwickelt. Durch die Erwerbsarbeit und die Höhe des daraus resultierenden Einkommens werden Menschen bewertet. In einer solchen Gesellschaft werden arbeitslose Menschen und Menschen ohne Erwerbschance buchstäblich „wertlos“ gemacht. Arbeitslosigkeit wird von daher nicht selten als erhebliche Identitätskrise erlebt. Gemäß der Katholischen Soziallehre steht der Mensch im Mittelpunkt der Arbeit und der Wirtschaft, der Mensch als Ebenbild Gottes, der sich seine Würde nicht erst „verdienen“ muss. Die Grundhaltung der Barmherzigkeit, die Grundhaltung des Hinschauens, Zugehens, Hinhörens und Zupackens darf uns dabei leiten.Barmherzigkeit ist, mit Papst Franziskus gesprochen, eine Haltung, die den Glauben daran ermöglicht, wieder in die Spur gesetzt zu werden. Denn auf sich allein gestellt zu warten und zu hoffen ist schwer.
 

Download Predigtvorschlag


Prominente Künstler geben arbeitslosen Menschen eine Stimme:

 

Willi Resetarits

Statement Willi Resetarits

© Lukas Beck

 

 

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