Tuesday 2. March 2021

Zahlen & Fakten

 

Arbeitslosigkeit aktuell - Jänner 2021

 

In Österreich:
Ende Jänner 2021 sind in Österreich 468.330 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind um 112.995 oder 31,8 % mehr gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr.
 

  • Somit sind etwa 581.600 Menschen auf Arbeitssuche (inkl. SchulungsteilnehmerInnen, etc.). 
  • Offene gemeldete Stellen: 58.347*, das ist ein Minus von 13.235 oder 18,5 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Etwa 79.600 junge Menschen (unter 25 Jahren) sind in Österreich arbeitslos, in Schulungen oder suchen eine Lehrstelle.

 

 

In Oberösterreich:
Ende Jänner 2021 sind in Oberösterreich 53.552 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind um 9.763 oder 22,3 % mehr gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr.

 

  • Somit sind etwa 67.000 Menschen auf Arbeitssuche (inkl. SchulungsteilnehmerInnen, etc.)
  • Offene gemeldete Stellen: 16.317*, das ist ein Minus von 2.222 oder 12 % gegenüber dem Vorjahr. 
  • Etwa 10.300 junge Menschen (unter 25 Jahren) sind in Oberösterreich arbeitslos, in Schulungen oder suchen eine Lehrstelle. 

 

* offene Stellen von Personalüberlassungsfirmen werden mehrfach gezählt.
 

 

Arbeitslosigkeit 2020

Die Corona Krise hat im Jahr 2020 zu einer dramatischen Entwicklung auf dem österreichischen Arbeitsmarkt geführt. Im April war die Zahl der arbeitslosen Menschen so hoch, wie noch nie zuvor. In den Folgemonaten war die Arbeitslosigkeit leicht rückläufig, lag jedoch weit über dem Niveau der Vorjahre. Seit Herbst steigt jedoch wieder deutlich die Zahl der arbeitslosen Menschen.

  • Im Jahresdurchschnitt waren 409.639 (+35,9%) Menschen lt. AMS arbeitslos gemeldet und 57.107 Personen in Schulungen.
  • Die verdeckte Arbeitslosigkeit inkl. SchulungsteilnehmerInnen, arbeitslose Menschen im Krankenstand, etc. lag um etwa 103.211 höher.
    So waren tatsächlich ca. 512.850 Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz.
  • Offene gemeldete Stellen: 62.833*, das ist ein Minus von 14.261 oder 18,5 % gegenüber dem Vorjahr.
  • Jugendarbeitslosigkeit (bis 25 Jahre): 43.453 (+13.182 oder +43,5%) junge Menschen waren 2020 arbeitslos, in Schulungen oder suchen eine Lehrstelle.
  • Offene Lehrstellen: 6.022* (-3,6%) sofort verfügbar, 10.025* (-5,9%) nicht sofort verfügbar

* offene Stellen von Personalüberlassungsfirmen werden mehrfach gezählt.

 

Im Jahresdurchschnitt waren 2020 in Österreich beim AMS 62.833 (-18,5%) offene Stellen gemeldet, inkl. Doppelt- und Mehrfachmeldungen durch Arbeitskräfteüberlassungsfirmen. Umgelegt auf die offizielle Zahl arbeitsloser Menschen ergibt dies 6 je offener Stelle, inkl. verdeckter Arbeitslosenzahl sind es tatsächlich 8 Personen!

 

Arbeitslosigkeit langfristig

Nach Zeiten der Vollbeschäftigung in den 1970er Jahren stieg die Arbeitslosigkeit in Österreich in vier Schüben 1980 - 1990 - 2000 - 2009 kräftig an. Jedes Konjunkturtal hinterlässt ein deutlich höheres Ausmaß an Arbeitslosigkeit.


Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit von 1946 bis 2019 wird an der Grafik unten ersichtlich. In den letzten Jahren wurden viele Gruppen aus den offiziellen Arbeitslosenzahlen herausgerechnet, dadurch verzerrt sich das Bild im langjährigen Vergleich. Daher ist die Kurve mit den verdecketen Zahlen eingefügt, die ein realistischeres Bild der Lage in der Arbeitswelt gibt.

 

 

  • 1973 niedrigster Stand bei Arbeitslosen in Österreich: 31.327
  • 2005 höchster Stand in Österreich: 355.000, also mehr als elfmal so viele.
  • 2008 ging die Zahl zurück auf 315.000.
  • 2012 Anstieg auf etwa 380.800
  • 2016 Anstieg auf etwa 477.000

    Offiziell in der Statistik als arbeitslos gezählt wurden in Österreich 357.313 Menschen im Jahresdurchschnitt, also an jedem Tag des Jahres. Die Arbeitslosenquote lag bei 9,1%. Da sind jedoch viele arbeitslose Menschen nicht gezählt. Die verdeckte Arbeitslosigkeit inklusive SchulungsteilnehmerInnen, Arbeitslose im Krankenstand, etc. lag um etwa 120.000 höher, es waren tatsächlich ca. 477.000 Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Inklusive verdeckter Arbeitslosigkeit zeigt sich eine realistischere Arbeitslosenquote von ca. 12%. In OÖ lag die offizielle Quote bei 6,1%, inkl. verdeckter die realistischere bei 8,3%.

  • 2017 sank die Arbeitslosigkeit auf 458.000.
    Die Zahl arbeitsloser Menschen sank im Jahresdurchschnitt erstmals wieder seit 2011. Offiziell in der Statistik als arbeitslos gezählt wurden in Österreich 339.976 Menschen im Jahresdurchschnitt, also an jedem Tag des Jahres. Die Arbeitslosenquote lag bei 8,5%. Da sind jedoch viele arbeitslose Menschen nicht gezählt. Die verdeckte Arbeitslosigkeit inklusive SchulungsteilnehmerInnen, Arbeitslose im Krankenstand, etc. lag um etwa 118.000 höher, es waren tatsächlich ca. 458.000 Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Inklusive verdeckter Arbeitslosigkeit zeigt sich eine realistischere Arbeitslosenquote von ca. 11,4%. In OÖ lag die offizielle Quote bei 5,8%, inkl. verdeckter die realistischere bei 8,3%.

  • 2018 sank die Arbeitslosigkeit auf 427.000.
    Die Zahl arbeitsloser Menschen sank im Jahresdurchschnitt das zweite Jahr seit 2011. Offiziell in der Statistik als arbeitslos gezählt wurden in Österreich 312.107 Menschen im Jahresdurchschnitt, also an jedem Tag des Jahres. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,7%. Da sind jedoch viele arbeitslose Menschen nicht gezählt. Die verdeckte Arbeitslosigkeit inklusive SchulungsteilnehmerInnen, Arbeitslose im Krankenstand, etc. lag um etwa 115.000 höher, es waren tatsächlich ca. 427.000 Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Inklusive verdeckter Arbeitslosigkeit zeigt sich eine realistischere Arbeitslosenquote von ca. 10,5%. In OÖ lag die offizielle Quote bei 5,0%, inkl. verdeckter die realistischere bei 7,3%.

  • 2019 sank die Arbeitslosigkeit auf 416.000.
    Im Jahr 2019 waren in Österreich im Jahresdurchschnitt 301.328 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der SchulungsteilnehmerInnen lag durchschnittlich bei 61.959. Die verdeckte Arbeitslosigkeit inkl. SchulungsteilnehmerInnen, arbeitslose Menschen im Krankenstand, etc. lag bei etwa 115.000. So waren tatsächlich ca. 416.000 Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,4%. 


Arbeitslosigkeit ist ein gesellschaftliches Problem, das aufgrund des Mangels von Arbeitsplätzen auftritt. Oftmals wird dieses Problem aber individualisiert, als wären die betroffenen Menschen alleine Schuld an ihrer Arbeitslosigkeit.

 

Einige kommen mit dieser Situation zurecht, viele aber erleben eine Krise. Neben den materiellen Sorgen, die mit dem unregelmäßigen Einkommen verbunden sind, gerät oftmals die Psyche in Gefahr. Sinkendes Selbstbewusstsein ist das häufigste Zeichen. Viele Betroffene schildern, dass sie alles unternommen haben, was ihnen möglich ist, um einen passenden Arbeitsplatz zu bekommen. Doch sind ihre Aussichten in der Arbeitswelt sehr schlecht, es fehlen für etwa 700.000 Menschen passende Arbeitsplätze.

 

Ein realistisches Bild der Arbeitslosigkeit entsteht, wenn mehr als nur die durch viele Maßnahmen gering gehaltene Arbeitslosenquote des AMS betrachtet wird. Gruppen wie die SchulungsteilnehmerInnen, ein Teil der PensionsvorschussbezieherInnen, Arbeitslose im Krankenstand oder mit Bezugssperre, Lehrstellensuchende und ÜbergangsgeldbezieherInnen müssen zu den Arbeitslosen dazugezählt werden.


Daneben gibt es noch einige Gruppen, die Arbeit suchen und in der Statistik nicht erfasst sind: nicht arbeitslos gemeldete Wiedereinsteigerinnen, Schul- und UniversitätsabsolventInnen, sogenannte Scheinselbständige, Personen mit Kurzzeitdienstverhältnissen, nicht arbeitslosenversicherte geringfügig Beschäftigte, SozialhilfebezieherInnen, etc.

 

Die International Labour Organisation (ILO) erhebt nach dem "Labour Force"-Konzept weitere Gruppen von arbeitssuchenden Menschen, die gerne arbeiten würden und binnen zweier Wochen eine Arbeit annehmen könnten. In der WIFO-Studie würden im Jahr 2006 in Österreich etwa 244.000 und in Oberösterreich etwa 34.000 Menschen gerne arbeiten. Dabei sind arbeitsmarktnahe und auch arbeitsmarktfernere Personengruppen (ILO U4 - U6) berücksichtigt, die bei der Mikrozensuserhebung angaben, dass sie grundsätzlich gerne arbeiten würden. Im Jahr 2012 waren dies bereits 310.400 Personen in Österreich, davon etwa 52.000 in Oberösterreich.

 

 

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