Freitag 15. Dezember 2017

Arbeitslosen Menschen eine Stimme geben

Prominente KünstlerInnen fordern Respekt und Wertschätzung für arbeitslose Menschen.

  • Ich kann was. Ich bin was. Reicht das? (Martin Mahringer, Referent der AK OÖ)
  • Arbeitslosigkeit ist kein Urlaub, es ist eher wie Folter
  • Tag der Arbeitslosen 2017
  • ÖGB Themenforum Arbeitslosigkeit
  • Neu im Kollegium
  • Terminaviso 30 Jahre Bischöfliche Arbeitslosenstiftung

Tag der Arbeitslosen 2017

 

Wertschätzung und Respekt für arbeitslose Menschen, war das Thema beim diesjährigen Aktionstag am 29. April 2017 zum „Tag der Arbeitslosen“. Ziel des Aktionstages war, für die Situation arbeitsloser Menschen zu sensibilisieren und so der Diskriminierung und der Stigmatisierung entgegenzuwirken. Allen Menschen steht die gleiche Würde zu, Menschen müssen sich ihren Wert nicht erarbeiten. Darüber herrschte Einig-keit bei der Pressekonferenz am
26. April 2017.
Diözesanbischof Manfred Scheuer betonte, dass die Arbeit in der Gesellschaft ein wichtiges Element für Identitätsbildung, Sinnfindung und Selbstwert ist. Gerade für Jugendliche ist Arbeitslosigkeit eine große Herausforderung. Sie brauchen die Bestätigung: Du kannst etwas, wir brauchen dich, du gehörst dazu. Bekommen dies Jugendliche nicht zu spüren, kann das schwerwiegende Folgen in dieser sensiblen Lebensphase haben. Unverständlich sei auch, dass viele Menschen unter Arbeitslosigkeit leiden, wobei auf der anderen Seite, viele Menschen an der großen Fülle von Arbeit beinahe zugrunde gehen. Weiters betont Diözesanbischof Scheuer, dass der Mensch im Mittelpunkt der Arbeit und der Wirtschaft stehen muss und sich jeder Mensch die Würde nicht erst verdienen, erarbeiten oder erschuften muss.
ÖGB-Landesvorsitzender Johann Kalliauer stimmt mit Diözesanbischof Scheuer überein, dass die vorhandene Arbeit gerechter verteilt werden muss, sei es durch Abbau von Überstunden oder Arbeitszeitverkürzung. Es braucht nachhaltige Lösungen und zielgerechte Handlungen, um die Geringschätzung gegenüber arbeitslosen Menschen zurückzuweisen und einzudämmen. ArbeitnehmerInnen haben ein Recht auf Wertschätzung. Jedoch darf diese nicht mit dem Verlust des Jobs enden. Viele Menschen, die arbeitslos sind, unterliegen dem Generalverdacht, nicht arbeiten zu wollen, wir haben aber schlicht zu wenig Arbeitsplätze für alle. Kalliauer betonte noch weitere wichtige Handlungsfelder, um arbeitslosen Menschen eine Zukunftsperspektive zu geben:
Ausbildung bis 18 und Ausbildungspflicht für Jugendliche, besondere Unterstützung für langzeitarbeitslose Menschen über 50 und höhere Mindestlöhne.
Für die Veranstaltungsgemeinschaft stellt Dorothea Dorfbauer den Satz „Was als ein ‚Nicht-Wollen‘ erscheint, ist oft ein ‚Nicht-Können‘“ in den Mittelpunkt ihres Statements. Arbeitslosigkeit wird oft als ein individuelles Versagen und mangelndes Bemühen der betroffenen Personen hingestellt. Doch zeigen die Erfahrungen, dass sich fast alle arbeitssuchenden Menschen intensiv um eine Arbeitsstelle bemühen. Jedoch fehlen genügend geeignete Arbeitsplätze. Dorfbauer betonte die Wichtigkeit der „Aktion 20.000“, fordert jedoch einen weiteren Schritt ein, daraus sinnstiftende und existenzsichernde Dauerarbeitsplätze zu schaffen.
Dorfbauer spricht auch einen Dank an die KünstlerInnen aus, die beim Aktionstag mehr Respekt und Wertschätzung für arbeitslose Menschen einfordern.

 

v.l. Egzon Ajeti, Johann Kalliauer, Dorothea Dorfbauer, Manfred Scheuer

 

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