Thursday 21. October 2021

Diözesanbischof Ludwig Schwarz zu Besuch im Jugendprojekt

Dienstagvormittag, die Jugendlichen des Projekts ju-can gehen wie gewohnt ihren Tätigkeiten nach. Im Gartenworkshop wird unter Anleitung von Trainerin Irene Unkraut gezupft und Radieschen gesät, im Radworkshop werden alte  Fahrräder zerlegt und gesäubert, in der Küche wird Kaffee und Kuchen vorbereitet. Heute ist ein ganz besonderer Tag: Diözesanbischof Ludwig Schwarz kommt zu Besuch! Und trotzdem ist alles wie immer, denn so ist nun mal der ganz normale Kursalltag im ju-can. Unter Anleitung von Trainer und Trainerinnen wird Arbeitserfahrung  in verschiedenen Bereichen gesammelt. Bischof Ludwig geht von Kleingruppe zu Kleingruppe und begrüßt jeden Jugendlichen persönlich. Im Vorgarten des Cardjin-Hauses, setzen drei Teilnehmerinnen in Latzhose und Gummistiefel soeben frische Erdbeerpflanzen ein, als  der Diözesanbischof ankommt. Die Jugendlichen erzählen, woran sie arbeiteten und Bischof Ludwig wagt sogar einige Schritte in den Garten hinein.

 

 

Auch bei der nächsten Station sind die Jugendlichen von der herzlichen und persönlichen Begrüßung durch den Bischof beeindruckt. „Wie geht es euch im Jugendprojekt?“ fragt Bischof Ludwig in die Runde. „Gut, sehr gut“, nicken die Jugendlichen und berichten vom bevorstehenden Kursausflug nach Wien. Bischof Ludwig erzählt von seiner Zeit als Weihbischof in Wien und empfiehlt, den Stephansdom zu besuchen, der, so die Jugendlichen, selbstverständlich als Fixpunkt eingeplant ist.

 

 

Im Radworkshop werden anlässlich der langen Nacht der Kirchen bunte Räder gestaltet, die auf die Situation der Jugendlichen im ju-can aufmerksam machen sollen. Denn so bunt wie die Räder sind, so vielfältig ist das Leben der Jugendliche. Nicht alle Wege sind einfach, vor allem nicht, wenn Steine am Weg liegen oder Hindernisse die Fahrt erschweren. Mit manch großen Steinen und Hindernissen sind auch viele Jugendliche konfrontiert, wenn sie sich einen Weg in die Arbeitswelt bahnen wollen. Die Suche nach einer passenden Lehrstelle kann zur Irrfahrt werden, die Anforderungen an die Jugendlichen werden immer höher. Welche Lehr-Ausbildung passt wirklich zu mir? Wie schaffe ich die Anforderungen? Gibt es überhaupt einen Platz für mich und wie finde ich ihn? Das sind die essentiellen Fragen,  die sich Lehrstellensuchende stellen müssen und die mit jeder Absage, mit jeder Erfahrung des Scheiterns, immer schwerer zu beantworten sind.  Im letzten Jahr konnte 14 Jugendlichen mit dem Projekt ju-can ganz konkret geholfen werden. 7 Burschen und 3 Mädchen begannen direkt nach Kursende eine Lehrstelle, ein Teilnehmer holte während des Kurses seinen Lehrabschluss nach und trat anschließend ein Dienstverhältnis an. Zwei weitere TeilnehmerInnen entschieden sich für den Besuch einer höheren Schule, eine wechselte in ein weiterführendes Betreuungsangebot.  Somit haben 67% der ausgeschiedenen Jugendlichen das Kursziel erreicht.

 

 

Das Jugendprojekt der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung bietet Jugendlichen Unterstützung in vielerlei Hinsicht. Neben dem Arbeitstraining in den Bereichen Küche, Service und Garten gibt es Hilfe beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen und bei der Lehrstellenrecherche. Die Stärkung des Selbstverstrauens sowie die Förderung sozialer Kompetenzen stehen im Mittelpunkt. Dies wird durch verschiedene Mittel wie Einzelberatungsgespräche, Theaterworkshops, Exkursionen, etc... erreicht. Ziel ist es, eine realistische berufliche Perspektive mit den Jugendlichen zu erarbeiten. Die TrainerInnen wissen, dass dies oft ein langer Prozess ist, manchmal von Umwegen und Schlingen begleitet. Auch Bischof Ludwig würdigt die Arbeit der MitarbeiterInnen bei ju-can und betont die Wichtigkeit dessen,  jeden einzelnen Jugendlichen mit all seinen Fehlern und Versäumnissen anzunehmen. Ganz im Sinne Don Boscos, als dieser dem jungen Carlo erklärte: „Aber weißt du den nicht, dass Don Bosco die großen Fehler verzeiht und die kleinen übersieht?“ Und wenn sich im Feedback-Bogen eines ausgeschiedenen Jugendlichen ein „Danke, für den Schubs, der war nötig“ findet, dann weiß man, dass sich die Betreuungsarbeit erfolgreich war. Wir danken Bischof Ludwig für seinen Besuch und sein großes Interesse an unserer Arbeit.

 

 

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