Monday 30. November 2020

Arbeitslosigkeit - eine Herausforderung für Kirche und Pastoral

 

Die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung unterstützt Projekte, die arbeitssuchenden Menschen helfen ihr Leben zu organisieren und Arbeit zu finden. In und für die Arbeitslosenstiftung arbeiten Menschen, mit großem Engagement und Know-How. Aus dieser jahrelangen Arbeit sind der Betrieb JONA und das Jugendprojekt JU-CAN entstanden, die in ihrer täglichen Arbeit Menschen dabei unterstützen in der Erwerbsarbeit wieder Fuß zu fassen. 


Die Anliegen von arbeitslosen Men-schen sind seit der Gründung durch Bischof Maximilian Aichern „Chefsache“. Ich bin vom derzeitigen Bischof Manfred Scheuer beauftragte den Vorsitz im Kollegium zu übernehmen. Es ist eine große Aufgabe der katholischen Kirche in OÖ, Menschen, die gesellschaftlich an den Rand gedrängt werden, in den Blick zu nehmen. Die Rede von der Liebe Gottes soll auch sichtbar in Taten umgesetzt werden. Dies ist nur in einem guten Netzwerk zu bewältigen. Im Kollegium arbeiten noch weitere Verantwortliche der Diözese, von Land und AMS mit. 


Arbeit ist, im weitesten Sinn, eine Kategorie, um Mensch-Sein zu verstehen. Arbeit als Tätigsein ist eine menschliche Form der Teilhabe am Schöpfungsprozess. Menschen bringen in ihr Arbeiten Fähigkeiten ein, wollen sinnvoll tätig sein, erfahren durch ihre Arbeit Anerkennung. Arbeit ist Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Keine Arbeit zu bekommen trifft Männer und Frauen existentiell. Arbeitslosigkeit ist vielerorts noch ein Tabuthema und wird versteckt.


In der Seelsorge mit arbeitssuchenden Menschen gibt es zwei Spannungspole. Den einen Pol sehe ich in der Haltung den jeweiligen Menschen gegenüber: „Du bist wertvoll!“. Arbeitslosigkeit darf Menschen in ihrem Sein nicht abwerten. Die Würde und der Wert jedes Menschen ist unabhängig von Erwerbsarbeit zu sehen. Die Frage nach der persönlichen Schuld ist unzulässig und irreführend in der Begegnung mit Männern und Frauen, die Arbeit suchen.


Der andere Pol hat die Verhältnisse in der Gesellschaft, in der Arbeitswelt und die Verteilung von Reichtum im Blick. Diesem Pol ordne ich die Botschaft „Fürchtet euch nicht!“ zu. Diese Botschaft richtet sich an all jene, die die gängigen Verhältnisse im Blick haben: Habt keine Scheu Schieflage und Ungerechtigkeiten zu benennen, habt keine Angst davor die Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen auf das tägliche Leben zu beschreiben, in aller Härte und mit allem Schmerz, der damit verbunden ist.


Im Bereich mensch & arbeit sind KAB und Betriebsseelsorge gut vernetzt mit der Arbeitslosenstiftung. Der inhaltliche Bogen spannt sich zwischen Erwerbsarbeit und Arbeitslosigkeit, zwischen Seelsorge und konkreten Hilfsangeboten. Das fordert uns angesichts der nun aktuellen Situation besonders.

 

 

 

 

 

Michaela Pröstler-Zopf, Stv. Vorsitzende des Kollegiums der Bischöflichen Arbeitslosenstiftung, Bereichsleiterin mensch & arbeit, Pastoralamt

Foto: Diözese Linz

 

 

 

 

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