Freitag 24. März 2017
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Arbeitslosigkeit aktuell - Dezember 2016

Ende Dezember 2016 sind in Österreich 410.429 Menschen arbeitslos gemeldet, - 7.085 oder - 1,7%. Somit sind etwa 516.800 Menschen auf Arbeitssuche (inkl. SchulungsteilnehmerInnen, etc.). Gemeldete offene Stellen: 41.841*, + 12.380 oder + 42%. (*offene Stellen von Personalüberlassungsfirmen werden mehrfach gezählt.)

 

Etwa 82.400 junge Menschen (unter 25 Jahren) sind in Österreich arbeitslos, in Schulungen oder suchen eine Lehrstelle. In Oberösterreich sind es etwa 12.000 junge Menschen.


In Oberösterreich sind 50.655 Menschen arbeitslos gemeldet, - 413 oder - 0,8%. Somit sind etwa 64.800 Menschen (inkl. SchulungsteilnehmerInnen, etc.) in Oberösterreich auf der Suche nach Arbeit. Gemeldete offene Stellen: 11.515*, + 3.454 oder + 42,8 %. (* offene Stellen von Personalüberlassungsfirmen werden mehrfach gezählt.)

 

Die Arbeitslosigkeit in Österreich stieg seit dem Herbst 2008 und vor allem in den letzten beiden Jahren rasant an. Besonders junge Menschen (bis 25 Jahre) trifft es doppelt: aktuell und als Manko für ihre berufliche Zukunft. Auch ältere Menschen sind in zunehmendem Ausmaß von Arbeitslosigkeit betroffen. Aufgrund der Wirtschaftskrise sind viele Arbeitsplätze verloren gegangen, in manchen Branchen hat sich die Tendenz nun aber wieder gebessert.

 

 

Arbeitslosigkeit langfristig


Nach Zeiten der Vollbeschäftigung in den 1970er Jahren steigt die Arbeitslosigkeit in Österreich in vier Schüben 1980 - 1990 - 2000 und nun wieder seit 2009 kräftig an. Jedes Konjunkturtal hinterlässt ein deutlich höheres Ausmaß an Arbeitslosigkeit. Im Jahr 2015 wurden neue dramatische Höchstwerte erreicht. Im Jahresdurchschnitt waren 354.358 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der SchulungsteilnehmerInnen lag durchschnittlich bei 65.126.


Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit von 1946 bis 2015 wird an der Grafik unten ersichtlich. In den letzten Jahren wurden viele Gruppen aus den offiziellen Arbeitslosenzahlen herausgerechnet, dadurch verzerrt sich das Bild im langjährigen Vergleich. Daher ist die Kurve mit den bereinigten Zahlen eingefügt, die ein realistischeres Bild der Lage in der Arbeitswelt gibt.

 

 

  • 1973 niedrigster Stand bei Arbeitslosen in Österreich: 31.327
  • 2005 höchster Stand in Österreich: 355.000, also mehr als elfmal so viele.
  • 2008 ging die Zahl zurück auf 315.000.
  • 2012 Anstieg auf etwa 380.800
  • 2015 Höchstwert mit etwa 465.011


Arbeitslosigkeit ist ein gesellschaftliches Problem, das aufgrund des Mangels von Arbeitsplätzen auftritt. Oftmals wird dieses Problem aber individualisiert, als wären die betroffenen Menschen alleine Schuld an ihrer Arbeitslosigkeit.


Jede/r 4. Beschäftigte in Österreich ist innerhalb eines Jahres von Arbeitslosigkeit betroffen, 951.387 Menschen mussten im Jahr 2015 diese Erfahrung machen. Über 1.006.683 Zugänge in die Arbeitslosigkeit wurden im ganzen Jahr gezählt. In Oberösterreich sind ca. 127.700 Menschen jährlich oder ca. jede/r 5. Beschäftigte betroffen. Einige kommen mit dieser Situation zurecht, viele aber erleben eine Krise. Neben den materiellen Sorgen, die mit dem unregelmäßigen Einkommen verbunden sind, gerät oftmals die Psyche in Gefahr. Sinkendes Selbstbewusstsein ist das häufigste Zeichen. Viele Betroffene schildern, dass sie alles unternommen haben, was ihnen möglich ist, um einen passenden Arbeitsplatz zu bekommen. Doch sind ihre Aussichten in der Arbeitswelt sehr schlecht, es fehlen für etwa 775.000 Menschen passende Arbeitsplätze.

 

Ein realistisches Bild der Arbeitslosigkeit entsteht, wenn mehr als nur die durch viele Maßnahmen gering gehaltene Arbeitslosenquote des AMS betrachtet wird. Gruppen wie die SchulungsteilnehmerInnen, ein Teil der PensionsvorschussbezieherInnen, Arbeitslose im Krankenstand oder mit Bezugssperre, Lehrstellensuchende und ÜbergangsgeldbezieherInnen müssen zu den Arbeitslosen dazugezählt werden.


Daneben gibt es noch einige Gruppen, die Arbeit suchen und in der Statistik nicht erfasst sind: nicht arbeitslos gemeldete Wiedereinsteigerinnen, Schul- und UniversitätsabsolventInnen, sogenannte Scheinselbständige, Personen mit Kurzzeitdienstverhältnissen, nicht arbeitslosenversicherte geringfügig Beschäftigte, SozialhilfebezieherInnen, etc.

 

 

 

 

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