Tuesday 17. May 2022

Arbeitslosigkeit in Zahlen und Daten

 

Arbeitslosigkeit 2021

Zu Jahresbeginn 2021 waren in Österreich 468.330 Personen als arbeitslos vorgemerkt. Mit fortschreitenden Öffnungsschritten im Frühjahr 2021 sank auch die Arbeitslosigkeit, im Juli auch saisonbedingt auf rund 282.000. Zurück bleiben jene, die bereits vor der Pandemie und seit deren Beginn erfolglos nach einer neuen Arbeitsstelle suchten. Im Jahresdurchschnitt waren 131.642 Menschen langzeitbeschäftigungslos und somit über ein Jahr auf Arbeitssuche, die Hälfte davon war über 50 Jahre alt.

Von allen arbeitslosen Menschen haben 46% nur einen Pflichtschulabschluss, 34% sind ausländische StaatsbürgerInnen und 25% haben gesundheitliche Probleme. Sie sind es, die kaum mehr Chancen auf eine Arbeitsstelle haben, die mit dem Geld nicht auskommen können und denen auch immer wieder unterstellt wird, sie seien an ihrem Schicksal selbst schuld.

 

  • Im Jahresdurchschnitt waren 331.741 (-19%) Menschen lt. AMS arbeitslos gemeldet und 70.337 (+23,2%) Personen in Schulungen.
  • Die verdeckte Arbeitslosigkeit inkl. SchulungsteilnehmerInnen, arbeitslose Menschen im Krankenstand, etc. lag um etwa 116.000 höher. So waren tatsächlich 448.000 Menschen auf der Suche nach einem Arbeitsplatz.
  • Offene gemeldete Stellen: 95.087 (+51,3%)
  • Jugendarbeitslosigkeit bis 25 Jahre: 30.226 (-30,4%)
  • Offene Lehrstellen: 7.243 (+20,3%) sofort verfügbar, 9.848 (-1,8%) nicht sofort verfügbar.

Stellenandrang: Im Jahresdurchschnitt waren 2021 in Österreich beim AMS 95.087 (+51,3%) offene Stellen inkl. Doppelt- und Mehrfachmeldungen durch Arbeitskräfteüberlassungsfirmen gemeldet. Umgelegt auf die offizielle Zahl arbeitsloser Menschen ergibt dies rechnerisch 3,5 je offener Stelle, inkl. verdeckter Arbeitslosenzahl sind es tatsächlich rechnerisch 4,7 Personen!

 

 

Arbeitslosigkeit langfristig

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit von 1946 bis 2021 wird an der Grafik unten ersichtlich. In den letzten Jahren wurden viele Gruppen aus den offiziellen Arbeitslosenzahlen herausgerechnet, dadurch verzerrt sich das Bild im langjährigen Vergleich. Daher ist die Kurve mit den verdecketen Zahlen eingefügt, die ein realistischeres Bild der Lage in der Arbeitswelt gibt.

 

Verdeckte Arbeitslosigkeit 1950 - 2021

 

Download Statistik Arbeitslosigkeit in Österreich inkl. verdeckter Arbeitslosigkeit 1950 - 2021

 

 

Arbeitslosigkeit ist ein gesellschaftliches Problem, das aufgrund des Mangels von Arbeitsplätzen auftritt. Oftmals wird dieses Problem aber individualisiert, als wären die betroffenen Menschen alleine Schuld an ihrer Arbeitslosigkeit.

 

Einige kommen mit dieser Situation zurecht, viele aber erleben eine Krise. Neben den materiellen Sorgen, die mit dem unregelmäßigen Einkommen verbunden sind, gerät oftmals die Psyche in Gefahr. Sinkendes Selbstbewusstsein ist das häufigste Zeichen. Viele Betroffene schildern, dass sie alles unternommen haben, was ihnen möglich ist, um einen passenden Arbeitsplatz zu bekommen. Doch sind ihre Aussichten in der Arbeitswelt sehr schlecht, es fehlen für etwa 700.000 Menschen passende Arbeitsplätze.

 

Ein realistisches Bild der Arbeitslosigkeit entsteht, wenn mehr als nur die durch viele Maßnahmen gering gehaltene Arbeitslosenquote des AMS betrachtet wird. Gruppen wie die SchulungsteilnehmerInnen, ein Teil der PensionsvorschussbezieherInnen, Arbeitslose im Krankenstand oder mit Bezugssperre, Lehrstellensuchende und ÜbergangsgeldbezieherInnen müssen zu den Arbeitslosen dazugezählt werden.


Daneben gibt es noch einige Gruppen, die Arbeit suchen und in der Statistik nicht erfasst sind: nicht arbeitslos gemeldete Wiedereinsteigerinnen, Schul- und UniversitätsabsolventInnen, sogenannte Scheinselbständige, Personen mit Kurzzeitdienstverhältnissen, nicht arbeitslosenversicherte geringfügig Beschäftigte, SozialhilfebezieherInnen, etc.

 

Die International Labour Organisation (ILO) erhebt nach dem "Labour Force"-Konzept weitere Gruppen von arbeitssuchenden Menschen, die gerne arbeiten würden und binnen zweier Wochen eine Arbeit annehmen könnten. In der WIFO-Studie würden im Jahr 2006 in Österreich etwa 244.000 und in Oberösterreich etwa 34.000 Menschen gerne arbeiten. Dabei sind arbeitsmarktnahe und auch arbeitsmarktfernere Personengruppen (ILO U4 - U6) berücksichtigt, die bei der Mikrozensuserhebung angaben, dass sie grundsätzlich gerne arbeiten würden. Im Jahr 2012 waren dies bereits 310.400 Personen in Österreich, davon etwa 52.000 in Oberösterreich.

 

 

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