Samstag 18. November 2017

Uraufführung: „Der Friede sei mit Euch“

Für den Festakt am 23. Oktober 2017 in der Linzer Minoritenkirche anlässlich „10 Jahre Seligsprechung Franz Jägerstätter” ist ein ganz besonderes musikalisches Werk entstanden: „Der Friede sei mit Euch“ – eine Komposition von Wolfgang Kreuzhuber mit einem Text von Franz Jägerstätter. 

 

Authentisch – die Idee

 

Wie ist die Idee zu dem Werk überhaupt entstanden? Komponist Wolfgang Kreuzhuber verrät, dass durch den Auftrag, für den Festakt die musikalische Gestaltung zu übernehmen, die Idee in ihm gereift ist, einen Jägerstätter-Text zu vertonen. 

 

Festakt „10 Jahre Seligsprechung Franz Jägerstätter”
Monika Schwabegger und Wolfgang Kreuzhuber
Notenblatt zu „Der Friede sei mit Euch“

Mehr Bilder gibt's in der Bildergalerie...

 

Auf der Suche nach einem für die Vertonung geeigneten und dem Anlass entsprechenden Text stieß Kreuzhuber auf Aufzeichnungen von Franz Jägerstätter mit Gedanken zur Advents- und Weihnachtszeit, eingeleitet mit den Worten „Der Friede sei mit Euch“. Längere Zeit arbeitete der Text in dem aus dem Innviertel stammenden Komponisten – vom Schreiben der ersten Noten bis zur Fertigstellung sind dann jedoch nur in etwa zwei Wochen vergangen. 

 

Tiefgehend – der Text

 

Der Friede sei mit Euch“ – so lautet der Titel der vertonten Jägerstätter-Gedanken. Weiter heißt es darin: „Der Friede sei mit euch, hat Christus einst zu den Aposteln gesagt. Haben vielleicht diese Worte für uns jetzige Christen keine Geltung mehr, weil schon fast die ganze Welt im Unfrieden lebt? Wieder hat es den Anschein, als lebten wir noch im Heidentum und Christus muss erst geboren werden und kommen, uns zu erlösen. 
Er hat seinen letzten Tropfen Blut für uns hingegeben. Er hat sogar sein eigenes Fleisch und Blut als Speise und Trank hinterlassen. Es liegt daher ganz in uns, wenn wir den Frieden nicht mehr haben. 
Denn in dessen Herzen Christus seinen Wohnsitz hat, wird nicht sein Zank und Neid, Hass und Eifersucht, Rachsucht, Stolz und Hochmut, Lüge und Sittenlosigkeit, denn all das sind Werke des Satans. Denn Christus und Satan können nicht zu gleicher Zeit in einem Herzen regieren. Wollen wir die Welt verbessern, so müssen wir bei uns selbst anfangen.
“[1]


Mich hat dieser Text von Anfang an berührt“, erzählt Wolfgang Kreuzhuber. Besonders betroffen gemacht hat ihn die Passage, die gegenwärtig ganz besondere Aktualität erlangt: „Wollen wir die Welt verbessern, so müssen wir bei uns selbst anfangen.“ 

 

Eingriffe durch den Komponisten in den ursprünglichen Text von Franz Jägerstätter gab es lediglich an wenigen Stellen – so berichtet Kreuzhuber: „Der Text wurde nur an wenigen Stellen durch Auslassung mancher Passagen auf die Kernbotschaften reduziert.

 

Lyrisch – die Musik

 

Die zahlreichen Besucher des Festakts anlässlich „10 Jahre Seligsprechung Franz Jägerstätter“ bekamen ein zeitgenössisches Werk mit neuen Kreuzhuberschen Klangfarben zu hören, das den Text mit allen zur Verfügung stehenden musikalischen Mitteln ausdeutet. „Die klangliche Idee ist durchaus impressionistisch“, erklärt der Komponist. Die am Beginn und am Ende des Werkes stehende zentrale Botschaft „Der Friede sei mit Euch“ ist sehr ruhig gehalten – so verrät Kreuzhuber: „Durch die Schlichtheit der kompositorischen Mittel an dieser Textstelle bekommt es meiner Meinung nach eine ganz große Intensität.

 

Wolfgang Kreuzhuber

 

Angesprochen darauf, wie weit das Land Oberösterreich für ihn als Komponisten prägend ist, erzählt der leidenschaftliche Organist mit besonderem Faible für’s Improvisieren: „Als Oberösterreicher und fünfter Nachfolger als Linzer Domorganist nach Anton Bruckner verbindet mich enorm viel mit diesem außergewöhnlichen Komponisten. In der Komposition als auch Improvisation fühle ich mich mit ihm verbunden, obwohl sich die musikalische Sprache selbstverständlich gewandelt hat.

 

Kreuzhubers Tonsprache bezeichnet er selbst als „moderne Sprache in meiner eigenen Fassung, die keine Scheu vor Konsonanzen hat, aber doch eindeutig im 21. Jahrhundert beheimatet ist“. 

 

Aufbrausend – die Beziehung zwischen Komponist und Texter

 

Die Verfasser des Textes und der Musik verbindet nicht nur ihre Herkunft aus dem Innviertel, sondern auch ihre Ausdrucksstärke, Leidenschaft und Begeisterung. Kreuzhubers erklärtes Ziel war es außerdem, Jägerstätters ausdrucksstarke, authentische Sprache in ausdrucksstarke, authentische Musik umzusetzen. 

 

Große Hochachtung hat Kreuzhuber vor Franz Jägerstätter: „Sein Einstehen für seine Überzeugung, für seinen Glauben beeindrucken mich zutiefst.

 

Ausdrucksstark – die Uraufführung

 

Keine Uraufführung ohne Proben: in der Probe mit der Mezzosopranistin Monika Schwabegger hörte Wolfgang Kreuzhuber seine Komposition zum ersten Mal „live“: „Vieles hört und empfindet man ja beim Komponieren und hört dieses auch innerlich, aber wenn das Werk dann Realität wird und es sich nicht nur wie ‚geplant‘ anhört, sondern den ursprünglichen Ausdruck noch übersteigt, dann ist es einfach überwältigend…

 

 

Und diese Überwältigung drückt sich auch in Kreuzhubers Antwort auf die Frage, wie er seine Komposition in fünf Worten beschreiben würde, aus: „Ausdrucksstark, tiefgehend, authentisch, lyrisch bis aufbrausend.

 

Quellenangabe:

[1] Putz, Erna (2007) (Hrsg.): Franz Jägerstätter. Der gesamte Briefwechsel mit Franziska und Aufzeichnungen 1941-1943. Graz: Styria. 


(sp)

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„Pfeifenputzer” aus: „Frühlingszeit” (16.05.2012)

Mit freundlicher Genehmigung des ORF.

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W. Kreuzhuber: Variationen über das Lied „Lasst uns erfreuen herzlich sehr”

 

...ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben...

(SC6)

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