Thursday 24. October 2019

Wo hört Gesundheit auf?

Diese Frage stellte am 11. Februar 2019 eine Veranstaltung zum Welttag der Kranken der Elisabethinen Linz in Kooperation mit der Linzer KirchenZeitung. 

Der Themennachmittag fand zum 10. Mal im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ort der Begegnung“ bei den Elisabethinen in Linz statt. 

 

Sr. Barbara Lehner, Generaloberin der Elisabethinen Linz-Wien, begrüßte die zahlreichen Besucherinnen und Besucher und rief die Bedeutung dieses besonderen Tages für die Elisabethinen in Erinnerung: „Die Sorge um kranke Menschen, ihre Pflege und Begleitung ist dem Orden als Auftrag gleichsam in die Wiege gelegt. Ein Tag wie dieser kann uns auf vielfache Weise auf kranke Menschen blicken lassen, heuer weit über unsere Grenzen hinaus auf jene, deren Gesundheit aufgrund ihrer schlechten sozialen Bedingungen stark gefährdet ist.“

 

Sr. Barbara Lehner, Generaloberin der Elisabethinen Linz-Wien, begrüßte die zahlreich erschienenen BesucherInnen.
Sr. Barbara Lehner, Generaloberin der Elisabethinen Linz-Wien, begrüßte die zahlreich erschienenen BesucherInnen.

© Elisabethinen Linz

 

 

Soziale Armut am Beispiel China

 

Gemäß dem Auftrag von Papst Franziskus „Geht an die Ränder der Welt“, dem viele Ordensgemeinschaften Folge leisten, wirken auch die Jesuiten in vielen Teilen der Welt. P. Hans Tschiggerl SJ war bis 2018 Leiter der Jesuitenmission, die soziale und religiöse Projekte in der ganzen Welt unterstütz,t und kennt die Situation der sozial Schwachen in diesen Ländern. Im Gespräch mit KirchenZeitungs-Redakteur Josef Wallner ging er speziell auf Menschen in China ein, die im Zuge des gigantischen Wirtschaftsaufschwungs auf der Strecke bleiben. Er zeichnete das Bild eines von krassen Gegensätzen geprägten Landes: Hightech und rasantes Wirtschaftswachstum in den Metropolen und bittere Armut im Hinterland, oft nicht einmal 200 km davon entfernt. Die Schere zwischen Wohlstand und Armut vergrößere sich überdies durch massive ökologische Probleme, das gestörte Sozialgefüge in der Gesellschaft aufgrund der lange praktizierten Ein-Kind-Politik und die Migrationsbewegungen der Bevölkerung in die Billigarbeit der Ballungszentren. In ländlichen Gegenden fehle oft die gesamte Generation der Mütter und Väter, die das Familieneinkommen in den Städten verdiene. Zurück blieben Kinder, alte, kranke und behinderte Menschen. Ihnen fehle die Grundlagen für eine gesunde Entwicklung bzw. ein gesundes Leben, so P. Hans Tschiggerl.

 

Der Jesuit P. Hans Tschiggerl (r.) im Gespräch mit KirchenZeitungs-Redakteur Josef Wallner.

Der Jesuit P. Hans Tschiggerl (r.) im Gespräch mit KirchenZeitungs-Redakteur Josef Wallner. © Elisabethinen Linz

 

P. Tschiggerl berichtete von seinen Begegnungen mit diesen Menschen in den jesuitischen Einrichtungen.  So lebte er z. B. einen Monat lang mit den BewohnerInnen in einem Lepradorf, stand aber auch in engem Kontakt mit Sozialeinrichtungen, die von Ordensschwestern geleitet werden.

Zur Frage, wie man sich der Aufgabe, für diese Menschen da zu sein, in einem immer noch kommunistischen System stellen könne, meinte P. Tschiggerl, dass es damit beginne, auf die Menschen zuzugehen, die Begegnung zu suchen, mit ihnen in Beziehung zu treten, Freundschaften zu schließen und davon ausgehend Netzwerke zu bilden. Wichtig sei, die Menschen in ihrer jeweiligen Situation „abzuholen“. Der Staat erlaube es christlichen Ordensgemeinschaften, soziale Einrichtungen zu betreiben, und unterstütze diese zum Teil auch personell, ein „Missionieren“ sei ihnen allerdings untersagt. Das brauche es auch nicht, so P. Tschiggerl, denn die Menschen würden hinterfragen, warum sich „Fremde“ ihrer Situation annähmen und welche Glaubenshaltung dahinterstehe. „Wer sich den Kranken und sozial Schwachen zuwendet, der ist als Christ mitten dort, worum es eigentlich geht. In jeder menschlichen Begegnung öffnet sich etwas Göttliches, kann man Gott erfahren und erfahrbar machen.“ Mit dieser Aussage brachte P. Tschiggerl seine Ausführungen auf den Punkt.

 

Jesuit P. Hans Tschiggerl

P. Hans Tschiggerl berichtete von der Lebenssituation sozial schwacher Menschen in China. © Elisabethinen Linz

 

 

Lieber Papst Franziskus …

 

Unter diesem Motto stand der zweite Teil des Nachmittags, der traditionsgemäß künstlerisch gestaltet war. Der Kinder- und Jugendchor des Landestheaters Linz unter der Leitung von Ursula Wincor gestaltete diese Stunde mit Liedern aus aller Welt. Dazwischen lasen die Kinder Briefe von Kindern an Papst Franziskus und auch seine Antworten auf ihre Fragen (Quelle: Lieber Papst Franziskus | Kösel Verlag München). Dieser Programmpunkt sollte das Publikum an die gemeinsame Verantwortung erinnern, Kinder zu fördern und Ihnen Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten, die ihrem Wesen entsprechen, um damit der Gesellschaft eine gute Basis für die Zukunft zu geben.

 

Melancholisch und nachdenklich, aber auch fröhlich und sehr erheiternd waren die Lieder, berührend waren die Kinderbriefe, die auch mit den dazugehörigen Zeichnungen auf Leinwand projiziert wurden, und verblüffend einfach und klar waren die Antworten des Papstes.

 

Der Kinder- und Jugendchor des Linzer Landestheaters unter Ursula Wincor begeisterte beim Themennachmittag zum Welttag der Kranken bei den Elisabethinen Linz.
Der Kinder- und Jugendchor des Linzer Landestheaters unter Ursula Wincor begeisterte beim Themennachmittag zum Welttag der Kranken bei den Elisabethinen Linz.
Die Kinder lasen Fragen und Antworten aus dem Buch "Lieber Papst Franziskus".

© Elisabethinen Linz

 

Ein kleines Präsent in Form einer Karte mit einer Kinderzeichnung und den Worten „Jede echte Begegnung ist ein Wunder, ein heilsames Wunder“ erhielten alle Besucherinnen und Besucher zur Erinnerung an diesen Nachmittag.

 

Papst Franziskus und die Kinder

Eine herzerwärmende Erinnerung: Die Karte mit einer Zeichnung der 12-jährigen Katharina Mann. 

 

Den Abschluss des Themennachmittags bildete ein Gottesdienst zum Thema "Heilsame Begegnung" in der Elisabethkapelle mit P. Bernhard Bednorz, P. Werner Hebeisen und Pastoralassistentin Birgit Schopf. Auch der Gottesdienst wurde vom Kinder- und Jugendchor des Landestheaters Linz unter der Leitung von Ursula Wincor musikalisch gestaltet. Beim Gottesdienst wurde auch das Sakrament der Krankensalbung gespendet und die BesucherInnen wurden einzeln gesegnet. 

 

Agnes Retschitzegger | Elisabethinen Linz

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Von Gottes Barmherzigkeit getragen

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Ich habe Angst. Ich habe Schmerzen. Ich fühle mich schwach und verletzlich. Jesus sagt mir zu: "Ich bin und bleibe bei dir. Ich halte das mit dir aus und stärke dich"

Sakrament - Krankensalbung
Herbstblatt. © Markus Lenna

Sichtbares Zeichen

Ich habe Angst. Warum muss gerade mich diese Krankheit treffen, ich sehe keinen Sinn darin. Warum lässt Gott das zu?

Kirchenfenster. © Eva Vogl

Die Feier der Krankensalbung

Wann kann die Krankensalbung gefeiert werden? Wo wird sie gefeiert?

Detail des Deckenfreskos in der Kapelle Maria Haslach. © Regina Ramsebner

Ablauf der Krankensalbung

Übersicht über den Ablauf und die Gebete der Krankensalbung.
Frohe Zeichen der Gegenwart Gottes

"Ich bin euch allen mit meinem Gebet und meiner Ermutigung nahe: den Ärzten, den Pflegekräften, den Freiwilligen und allen im Dienst an den Kranken und Bedürftigen beschäftigten Ordensleuten, den in diesem Bereich tätigen kirchlichen und zivilen Einrichtungen sowie den Familien, die sich liebevoll um ihre kranken Angehörigen kümmern. Allen wünsche ich, dass sie immer frohe Zeichen der Gegenwart und der Liebe Gottes sind und so das leuchtende Zeugnis vieler Freunde und Freundinnen Gottes nachahmen. "

 

(Papst Franziskus, Botschaft zum 25. Welttag der Kranken 2017)

Die Barmherzigkeit Gottes mit Händen greifen!

Sozialpredigten zum Thema
Zeit. © cgiraldez/morguefile.com

Hab Dank für deine Zeit

ein Gottesdienst zum 28. Sonntag im Jahreskreis

Hände reichen

Familie und die Herausforderung der Pflege

Sozialpredigt zum Fest der Hl. Familie, 30. Dezember 2013

Die Begegnung am Brunnen.

Ich war krank. Und ihr?

Predigt zum dritten Fastensonntag, 27. März 2011

Von der Natur gegeben. © earl53/morguefile.com

Zur eigenen Schwäche stehen - eine Chance?

Predigt zur Feier der Krankensalbung und zum 14. Sonntag im Jahreskreis
Heilsame Nähe

da sein

zuhören

die Klagen aushalten

 

nicht billigen Trost spenden

sondern ernst nehmen

was ist

und was quält

 

die Schmerzen

die Fragen

die Ängste

das Nicht-mehr-Können

und Nicht-mehr-Wollen

 

da sein

liebevoll

zugewandt

mitfühlend

 

und so

vielleicht

der Hoffnung Raum geben

dass da einer ist

der mitgeht

und mitleidet

und trägt

und heilt

 

(Barbara Eckerstorfer)

Krankenhauspastoral in der Diözese Linz
Rot. © Krankenhauspastoral

Krankenhausseelsorge

„Ich war krank und ihr habt mich besucht“ (Mt. 25,36)

Gelb. © Krankenhauspastoral

Wer wir sind

Niemals rufst du vergeblich.Der, den du rufst,ist in dir. (Chr. Busta) Auftrag und Selbstverständnis der...

Blau. © Krankenhauspastoral

Was können Sie von Krankenhausseelsorge erwarten?

Dem Wunder leisewie einem Vogel die Hand hinhalten. (Chr. Busta) KrankenhausseelsorgerInnen besuchen und begleiten...

Grün. © Krankenhauspastoral

Mitarbeit

Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug. (H. Domin) In den 20 oberösterreichischen Krankenhäusern arbeiten...
Caritas Oberösterreich
Sonnenblumenfeld. © GarborfromHungary/morguefile.com

Service für pflegende Angehörige

Sie investieren viel Zeit und Kraft in die Pflege eines Angehörigen und fragen sich trotz bereichernder Momente zuweilen: Und wo bleibe ich? Mit einem ganzheitlichen Angebot für pflegende Angehörige ist das Team für Sie da...

Löwenzahn - Zeichen der Vergänglichkeit

Mobiles Hospiz Palliative Care

Die Mobilen Hospiz- und Palliativteams bieten Menschen mit unheilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankungen sowie deren Bezugspersonen eine umfassende Betreuung und Begleitung in der gewohnten, häuslichen Umgebung an.

Lebensmaske: Josef Zotter
Lebensmaske: Josef Zotter
Lebensmaske: Cornelius Obonya
Lebensmaske: Cornelius Obonya
Lebensmaske: Barbara Stöckl
Lebensmaske: Barbara Stöckl
Lebensmaske: Robert Menasse
Lebensmaske: Robert Menasse
Lebensmaske: Christiane Hörbiger
Lebensmaske: Christiane Hörbiger
Lebensmaske: Karl Markovics
Lebensmaske: Karl Markovics
Lebensmaske: Barbara Coudenhove-Kalergi
Lebensmaske: Barbara Coudenhove-Kalergi
Aktionen & Veranstaltungen
Der Kinder- und Jugendchor des Linzer Landestheaters unter Ursula Wincor begeisterte beim Themennachmittag zum Welttag der Kranken bei den Elisabethinen Linz.

Wo hört Gesundheit auf?

Diese Frage stellte am 11. Februar 2019 eine Veranstaltung zum Welttag der Kranken der Elisabethinen Linz in Kooperation mit der Linzer KirchenZeitung. 

Dass zu einem guten Leben auch Humor gehört, zeigte Magic Priest Gert Smetanig.

Von der Kunst, gut zu leben

Unter diesem Thema stand am 8. Februar 2018 der Nachmittag zum Welttag der Kranken, der vom Krankenhaus der Elisabethinen in Kooperation mit der KirchenZeitung veranstaltet wurde. 

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