Donnerstag 19. Juli 2018

Wüste, Sintflut, Garten Eden: Ambivalente Naturerfahrung im Alten Testament - Dr.in Elisabeth Birnbaum

Dr. Elisbeth Birnbaum

Die Bibel verbindet von ihrer ersten Seite an Gott, Mensch und Natur in engster Weise: Die Welt ist Gottes Schöpfung. Der Mensch, selbst Teil der Schöpfung und aus Erde geformt, ist von Gott beauftragt die Schöpfung zu behüten und zu bewahren. Darin wird er zum Repräsentanten Gottes.

Die Bibel beschreibt Naturerfahrung immer zugleich als Gotteserfahrung und Gotteserfahrung in Bildern der Naturerfahrung. Wüste, Sintflut und der Garten Eden sind drei Beispiele für diese Verflechtung von Gott, Mensch und Natur. Alle drei sind durch das Element Wasser charakterisiert: Wüste kennzeichnet ein lebensfeindliches Zuwenig an Wasser, Sintflut ein lebensfeindliches Zuviel und der Garten Eden ein lebendig machendes Genug. Im Garten Eden, dem Sehnsuchtsort vieler biblischer Texte, wird Gottes Handeln als Freiheit gewährend und Entfaltung fördernd erlebt. Der Mensch erfährt Halt und erhält doch Raum. Im Bild des Gartens als eines fruchtbaren Ortes spiegelt sich also nicht weniger als das Ideal der wohltuenden, ungetrübten Nähe zwischen Gott, Mensch und Natur. 

 

 

Nähere Informationen zu Dr.in Elisabeth Birnbaum

Mag.a  Hermine Eder
Mag.a Hermine Eder
Öffentlichkeitsarbeit
Katholische Privat-Universität Linz
T.: +43 / 732 / 784293 - 4137
Bethlehemstraße 20
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