Friday 20. September 2019

„Andere Sprachen sprechen und mich immer wieder neu verstehen lassen...”

Theresa Stampler
Theresa Stampler

Warum ich mich als Frau in der Katholischen Kirche in Oberösterreich engagiere und einbringe...


In erster Linie bringe ich mich als Mensch ein, weil ich das christliche Menschen- und Weltbild als fruchtbar und zukunftsweisend sowohl für mich selbst als auch für die Gesellschaft wahrnehme. Wichtig ist mir dabei geworden andere "Sprachen" zu sprechen, das heißt mich ganz auf unterschiedliche Lebenswelten einzulassen, wie zuvor in der Krankenhauseelsorge sowie in der Arbeit mit Obdachlosen und nun in der Studenten- und Akademikerseelsorge. Nur so kann ich auf Augenhöhe über den christlichen Blickwinkel auf die Welt ins Gespräch kommen. Umgekehrt ist mir genauso wichtig, mich immer wieder neu verstehen zu lassen, mein Denken und Tun als Christin an den Zeichen und Herausforderungen der Zeit zu prüfen.
In den letzten Jahren wurde mir auch bewusst wie wichtig es ist, immer wieder als Frau in kirchlichen Kontexten die Stimme zu erheben und präsent zu sein, um spezifische und ergänzende Blickwinkel auf Kirche und Welt einzubringen.


Themen, die mir als Frau unter den Nägeln brennen...

 

Auf die Situation von Frauen bezogen ist es leider immer noch die Frage der Frauenrechte, die mich bewegt. Gerade hinsichtlich der Migration und Integration von Menschen aus islamischen Ländern und deren Menschen- und Frauenbild besteht hier noch oder wieder viel Diskussionsbedarf. Auch die Stellung und Präsenz von Frauen in kirchlichen, staatlichen und privatwirtschaftlichen Betrieben ist meines Erachtens noch nicht zufriedenstellend. Jenseits von Frauenquoten, aber hinsichtlich Gehaltsscheren und Vereinbarkeit von Familie und Beruf scheint mir wichtig, dass Betriebe stärker erkennen, wie Frauen mit ihren spezifisch weiblichen Zugängen, Blickwinkeln und Problemlösungsstrategien eine oft notwendige und fruchtbare Ergänzung für das System darstellen.

 

Diese gesellschaftspolitischen Themen stehen meiner Meinung nach jetzt an...

 

Migration, Armut, zunehmende Radikalisierung, prekäre Arbeitsverhältnisse und Jugendarbeitslosigkeit, Kürzungen im Sozialwesen und in anderen Bereichen, die das gesellschaftliche Zusammenleben prägen... – eine Vielzahl an gesellschaftspolitischen Themen steht an. Wichtig ist, nicht den Kopf in den Sand zu stecken oder zu mauern, sondern mutig und mit Gottvertrauen jetzt die Zukunft zu gestalten!


Was oder wer mich beGEISTert und mir Kraft gibt, damit Kirche lebendig wird und in Bewegung bleibt... 

  • ... die Bitte der Frau im Krankenhaus, ob ich ihr für die Operation ein Segenskreuz auf die Stirn machen könnte.
  • ... der Blick in die Augen des Obdachlosen, den ich an der Straßenbahnhaltestelle wie einen Freund begrüße.
  • ... das Lachen des äthiopischen Kindes, das nach zwei Wochen Aufbauernährung wieder mit den Menschen um sich herum Kontakt aufnimmt.
  • ... die Facebook-Nachricht des Studenten, der die Gemeinschaft in der Katholischen Hochschulgemeinde währen seines Auslandsjahres vermisst.

Der Beginn von "Gaudium et Spes" ist für mich immer wieder die Erinnerung daran, in meinem Gegenüber das Göttliche zu sehen. Wo ich das erleben kann, wird Kirche für mich lebendig und attraktiv. "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände."

 

 

Mag.a Theresa Stampler ist Bildungsreferentin bei der Katholischen Hochschulgemeinde Linz.

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Katharinagebet
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Gott, du Quelle unserer Kraft.
Du hast uns in Katharina eine Frau geschenkt,
die ihre Talente für Kirche und Welt einsetzte
und dabei Kritik und Widerstand nicht scheute.

Sie war eine leidenschaftliche Christin,
die sich nicht entmutigen ließ.
Du warst die Quelle ihrer Kraft.

Ermutige auch uns,
so wie Katharina unsere Visionen
selbstbewusst und zielstrebig
in die Tat umzusetzen
und gib uns die Kraft,
bei Schwierigkeiten nicht aufzugeben.

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