Christkind, Weihnachtsmann oder „Goldenes Rössl“?
Wer bringt denn nun die Gaben? Keine ganz neue Diskussion, aber hier ein paar interessante Geschichten aus der Welt der Gabenbringer.
Das Christkind verkörpert das Jesuskind selbst. Generell werden Figuren des Jesuskindes, die der privaten oder öffentlichen Meditation dienen, „Christkind“ genannt. Ein bekanntes Beispiel dafür ist übrigens das „Prager Jesulein“. Während der Weihnachtszeit finden solche Jesusfiguren in vielen katholischen Kirchen festlich gekleidet und gekrönt häufig einen Platz auf dem Hochaltar. Auch Jugendliche, die als Engel verkleidet bei Krippenspielen oder Umzügen Gaben verteilen, werden mitunter als "Christkindl" bezeichnet. Daher rührt also auch der Glaube, alle Weihnachtsgeschenke bringe das Christkind. Berühmtester Vertreter dieses "Christkindls" ist übrigens das Nürnberger Christkind, das jedoch immer von einem Mädchen dargestellt wird.
In den letzten Jahren hat das Christkind jedoch vermehrt Konkurrenz durch den Weihnachtsmann bekommen. Schriftlich nachweisbar ist der Weihnachtsmann erst seit 1820. Hinter der Figur steht eigentlich der heilige Nikolaus, der schon im Mittelalter bei Kindern als Gabenbringer beliebt war. Der englische und amerikanische "Santa Claus" erinnert dabei auch noch an den Namen des Heiligen. Die heutige Form des rot-weiß gekleideten dicken Rauschebarts ist jedoch stark geprägt von den Santa-Claus-Bildern, die der Werbezeichner Haddon Sundblom 1931 im Auftrag von Coca Cola schuf. Auch das rotnasige Rentier "Rudolph" wurde 1939 für ein Warenhaus in den USA erfunden.
In Oberösterreich selbst berichtet man zwischen 1860 und 1930 übrigens auch noch von einem weiteren Gabenbringer, dem "Goldenen Rössl", das Äpfel und Nüsse brachte. Man nimmt an, dass es sich um eine Gestalt aus den Raunachtumzügen handelt - wie in seinen Ursprüngen möglicherweise auch das Christkind, das erst später zum Synonym des Jesuskinds wurde.
Quellenangabe:
kathpress: Buntes Brauchtum rund um Weihnachten.
Ratzenböck, Anneliese / Euler, Andrea (2008): Durchs Leben - durchs Jahr. Aktuelle Bräuche in Oberösterreich. Linz: Trauner Verlag. S. 112.