Thursday 6. May 2021

Rorate - Die Frühmesse im Advent

Ganz früh am Morgen bitten die hoffenden Menschen Gott, einen Gerechten zu senden. 

"Tauet, ihr Himmel, von oben" 

"Rorate caeli desuper" (Jesaja 45,8)

 

Wenn in der Dunkelheit der langen Nächte am frühen Morgen (oder auch am Abend) der Gottesdienst ausschließlich bei Kerzenlicht gefeiert wird, spricht dies die Sehnsucht vieler Zeitgenossinnen und Zeitgenossen an – die Sehnsucht nach Geborgenheit, die Sehnsucht nach Heil und Wohlergehen in einer Zeit voll von Unsicherheit und bedrohlichen Dunkelheiten.

 

Das trifft sich mit der Hoffnung des Sehnsuchtstextes, auf den der Name dieser Advent-Messen zurückgeht:

 

Rorate caeli desuper, et nubes pluant justum!" das ist der lateinische Eröffnungsvers aus dem alttestamentlichen Buch Jesaja (Jes 45,8), mit dem diese Messen von der Tradition her beginnen: „Taut, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, lasst Gerechtigkeit regnen“ (vgl. die Nachdichtung im bekannten Adventlied „Tauet Himmel, den Gerechten“, Gotteslob 791).

 

Bei Jesaja heißt es weiter: "Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit sprießen. Ich, der Herr, will es vollbringen.“

 

Stift Kremsmünster am Morgen

 

Roratemessen in Oberösterreich

Es sind im Moment keine Gottesdienste eingetragen.

 

Gegen die Ungerechtigkeit

 

In diesen Rorate-Rufen verarbeiteten die Menschen die Ungerechtigkeit und die zerstörerische Energie, die auf Erden sind (Krieg, Gewalt, Unheil, etc.). Gemeinsam mit den Schreibern der Rufe beten auch wir zu Gott, endlich seinen Gerechten zu schicken.

 

Diesen Gerechten sehen wir in Jesus Christus, der alles neu machen wird, und erwarten seine Wiederkunft. Durch Jesus ist Gottes Liebe zu uns Menschen leibhaftig sichtbar geworden, in ihm sehen wir: Gott will retten und heilen, Gott will, dass das Leben gut wird – für alle!

 

Maria

 

In Rorate-Messen ehren die Gläubigen auch Maria, als jene die "Ja!" gesagt hat zur Botschaft des Engels. Sie ist Vorbild für die menschliche Anteilhabe am Geheimnis von Weihnachten. Maria hat uns das "ewige Licht" geboren.

 

Rorate-Messen werden allerdings meist nur bis zum 16. Dezember gefeiert.

 

Die Tage ab dem 17. Dezember sind der unmittelbaren Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, der ersten Ankunft Gottes, gewidmet. 

 

Die ersten drei Wochen des Advents sind geprägt von der Erwartung, dass Christus am Ende der Zeiten wieder kommen wird. Mit Macht und Herrlichkeit wird er dann Gottes Reich der Liebe und der Gerechtigkeit vollenden, alles Dunkel besiegen und als Licht des Lebens für alle aufleuchten.

 

In Sehnsucht nach diesem Heil rufen wir mit den Worten der Väter und Mütter im Glauben: „Tau aus Himmelshöhn, Heil, um das wir flehen ...“ (Gotteslob 158).

 

Quellenangabe:

Freilinger, Christoph (o.A.): Alphabet des Glaubens. Begriffe aus dem Bereich des gottesdienstlichen Feierns von A bis Z: Rorate. In: Pfarre Linz-Antonius (Hrsg.): Antonius-Ruf. (ergänzt und beabreitet durch IU)

 

(sp / ame)

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