Saturday 11. July 2020

Gott schauen in der Schöpfung - Franziskus von Assisi

Sonnenuntergang in Vancouver. © Roland Lengauer

Am 4. Oktober gedenken wir des großen Heiligen Franz von Assisi (1181/1182-1226). Wie kaum ein anderer hatte er einen Sinn für die Schönheit und Güte der Schöpfung und fühlte sich mit allen Geschöpfen in innigster geschwisterlicher Verbundenheit.

Als Giovanni Bernardone in Assisi geboren wandte sich Franziskus um 1206 einem Leben einsiedlerischer Armut in der Nachfolge Christi zu. Dies brachte ihm und seinen Anhängern nicht wenige Schwierigkeiten ein, auch mit der damaligen Amtskirche. Dennoch bestätigte 1210 Papst Innozenz III die Ordensregel der Franziskaner.

 

Von Krankheit schon schwer gezeichnet schuf Franz von Assisi 1224 den „Sonnengesang“. Bis heute nimmt uns dieses Lied in ergreifender Weise hinein in das Naturverständnis christlicher Schöpfungsspiritualität.  


Wenngleich man Gott nicht mit der Schöpfung gleichsetzen kann, so lehrt uns doch die christliche Tradition, die Schöpfung, die Natur, als Raum der Gotteserfahrung zu (be)achten. „In der ganzen Natur finden wir die Initialen Gottes und alle geschaffenen Wesen sind Liebesbriefe Gottes an uns“, schreibt Ernesto Cardenal.

 

Auch für Bonaventura (1221-1274), den großen Theologen des Hochmittelalters in der Tradition des hl. Franziskus, gilt die Schöpfung als Buch göttlicher Offenbarung. Er schreibt: „Wer darum vom Glanz der geschaffenen Dinge nicht erleuchtet wird, ist blind; wer durch dieses so laute Rufen (erg.: der Natur) nicht aufwacht, ist taub; wer von all diesen Wundern beeindruckt, Gott nicht lobt, ist stumm […]. Öffne also deine Augen, wende dein geistiges Ohr ihnen zu, löse deine Zunge und öffne dein Herz, damit du in allen Kreaturen deinen Gott entdeckest, hörest, lobest, liebest und verehrest, damit nicht der ganze Erdkreis sich anklagend gegen dich erhebe.“


Wir müssen heute erleben, dass sich wahrhaft der ganze Erdkreis anklagend gegen uns erhebt. Ein Denken, das die Natur und Umwelt nur mehr als Material- und Ressourcendepot betrachtet und nicht mehr als uns zum Bebauen und Behüten (vgl. Gen 2,15) anvertraute Schöpfung Gottes achtet, hat die Welt an den Abgrund gebracht.

Im Jahre 1206 soll Christus in der zerfallenen Kirche San Damiano vom Kreuz herab Franziskus den Auftrag gegeben haben: „Geh hin und stelle mein Haus wieder her, das, wie du siehst, ganz verfallen ist.“ Franziskus hat bald erkannt, dass mit diesem Auftrag im übertragenen Sinne eine umfassende Reform der damaligen Zustände gemeint war.
Ich denke auch wir sollten heute „ganz Ohr“ sein für diesen Auftrag und ganz im Sinne franziskanisch-christlicher Schöpfungsspiritualität alles tun, die Umwelt, die Schöpfung, das „Haus Gottes“ wiederherzustellen.

 

Christian Hein, Pastoralassistent

Fachausschuss Schöpfungsverantwortung des Pastoralrates

Mitglieder:

Hermann Deisenberger, Josef Froschauer (Vorsitzender), Josef Gruber, Christian Hein, Harald Rechberger, Magdalena Schobesberger, Georg Spiekermann, Joachim Sulzer, Sophie Winklberger, Georg Winkler (Stellvertretender Vorsizender), Michael Rosenberger (Umweltsprecher), Lucia Göbesberger (Referentin für Umweltfragen).

Eintragungswoche: 22. bis 29. Juni 2020.

Papst Franziskus hat beginnend mit Mai ein Laudato-Si‘-Jahr ausgerufen. Fünf Jahre nach dem Erscheinen dieser Enzyklika mit dem Untertitel „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ ist ihr Inhalt aktueller denn je. Die öko-soziale Krise wurde zwar durch die Pandemie-Berichterstattung zum Teil überlagert, aber eines machte die aktuelle Krise deutlich: Nämlich wie sehr alle miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. Das wird Papst Franziskus nicht müde in diesem Rundschreiben zu betonen. Weiters wurde durch die Krise deutlich – Politiker_innen können das Ruder in die Hand nehmen und gestalten (bei aller Fehleranfälligkeit in der gebotenen Eile). Genau das fordert der Papst von den Politiker_innen, sich nicht durch scheinbare Alternativlosigkeit vor sich hertreiben zu lassen, sondern das Primat der Politik (im Rahmen der Verfassung) wahrzunehmen und die Voraussetzungen für ein gutes Leben für alle zu schaffen. Dazu gehört, sich der Klimakrise zu stellen und Entscheidungen auf ihre Klimaverträglichkeit zu überprüfen. Damit dieses Anliegen im Zuge des Wiederaufbaus nicht scheinbar unabänderlichen Sachzwängen zum Opfer fällt, ist es umso wichtiger das Klimavolksbegehren zu unterstützen.

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