Tuesday 9. March 2021

Umweltenzyklika des Papstes ist ein Aufruf zur Umkehr

Mehr als 100 TeilnehmerInnen, LandwirtInnen und KonsumentInnen, besuchten am 27.10.2016 im Bildungshaus Schloss Puchberg die Veranstaltung „Laudato si – die Sorgefür das gemeinsame Haus“ von BIO AUSTRIA OÖ. Dr. Michael Rosenberger, Professor für Moraltheologie an der katholische Privatuniversität Linz, erläuterte die wichtigsten Aspekte der Enzyklika von Papst Franziskus und ging dabei besonders auf die Aussagen des Papstes zur Rolle der Landwirtschaft ein.

Riesige Flächen Regenwald werden zugunsten von Ackerland abgeholzt, in Megastädten leben Menschen auf und von Müllhalden, grenzenloser Luxus steht bitterster Armut gegenüber - Die Welt steht in Flammen, sowohl was das Klima und die Situation der Umwelt aber auch was die sozialen Entwicklung angeht. Auf Basis dieser aktuellen Situation stellt Professor Rosenberger die Frage wie weit der Papst mit seiner Enzyklika der Situation gerecht werden kann.

 

Im ersten Teil der Enzyklika analysiert der Papst die vorrangigsten Probleme: Es gibt eine starke wissenschaftliche Übereinstimmung in Bezug auf die besorgniserregende Erwärmung des Klimas, die Folge kann eine Zerstörung der Ökosysteme mit schweren Folgen für uns alle sein. Das gegenwärtige Konsumniveau der am besten entwickelten Länder der Erde weiter zu erhalten wird unmöglich sein. Damit stellt Papst Franziskus den Lebensstil der reichsten Teile der Gesellschaft in Frage, denn 20 % der Bevölkerung verbrauchen 80 % der Ressourcen. Der Papst weist immer wieder darauf hin dass die ökologische Frage nicht ohne die soziale Frage zu klären sein wird.

 

Mut zur kulturellen Revolution

 

Damit eine substantielle Wende gelingt bedarf es einer mutigen kulturellen Revolution. Die Strukturen auf den Weltmärkten müssen geändert werden. Dafür braucht es zusätzlich zu individuellen Veränderungen neue Regelungen für das „globale Gemeinwohl“, denn kleine Reförmchen werden nicht reichen. Die Politik ist also genauso gefordert wie der einzelne. Das Handeln weniger gefährdet das gesamte Leben auf der Erde - das Handeln weniger kann aber auch der Anfang eines neuen Weges sein. Einer Veränderung entgegen steht die Neigung der Menschen, unangenehme Wahrheiten zu verdrängen und zu verleugnen. Papst Franziskus betont, dass die Umkehr nur von innen heraus kommen kann, d.h. nicht durch Gesetze sondern durch innere Überzeugung der Richtigkeit des Handelns. Die Menschen müssen sich dabei gegenseitig mitnehmen und unterstützen, so wie auch die Zusammenschlüsse der Biobetriebe in Verbände für die Bauern eine gegenseitige Unterstützung und Bestärkung auf ihrem Weg bedeutet.

 

Starkes Plädoyer für kleinstrukturierte Landwirtschaft

 

Für Papst Franziskus nimmt die Landwirtschaft eine Schlüsselrolle für eine nachhaltige Entwicklung ein. Sie ist aus seiner Sicht nicht nur Verursacher sondern auch Opfer der gegenwärtigen Zustände: Raubbau an Böden, von denen die Landwirtschaft aber gleichzeitig substantiell abhängt,  Wasserverschmutzung und Wasserknappheit, obwohl Wasser lebensnotwendig für die Landwirtinnen und Landwirte ist, künstliche Spritz- und Düngemittel, die als Rückstände in Lebensmittel die Gesundheit aller bedrohen. Da außerdem drei Viertel aller armen Menschen auf dem Land leben fordert er freien Zugang zu Land für alle. Der Papst in seiner Enzyklika: „Es gibt ... eine große Mannigfaltigkeit an kleinbäuerlichen Systemen für die Erzeugung von Lebensmitteln, die weiterhin den Großteil der Weltbevölkerung ernährt, während sie einen verhältnismäßig niedrigen Anteil des Bodens und des Wassers braucht und weniger Abfälle produziert ... Die Größenvorteile, besonders im Agrarsektor, führen schließlich dazu, dass die kleinen Landwirte gezwungen sind, ihr Land zu verkaufen oder ihre herkömmlichen Produktionsweisen aufzugeben ... Die Verantwortungsträger haben das Recht und die Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen, um die Kleinproduzenten und die Produktionsvielfalt klar und nachdrücklich zu unterstützen. Damit es eine wirtschaftliche Freiheit gibt, von der alle effektiv profitieren, kann es manchmal notwendig sein, denen Grenzen zu setzen, die größere Ressourcen und finanzielle Macht besitzen.“ (LS 129)


Lösungsansätze darüber hinaus sieht Papst Franziskus noch einmal in der Lebensstil-Frage: Weniger ist mehr, Wachstum mit Maß, Rückkehr zur Einfachheit, die das Kleine würdigt.

 

www.bio-austria.at

Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Umweltsprecher
Mag.a Lucia Göbesberger
Mag.a Lucia Göbesberger
Referentin
T.: 0732/7610-3255
M.: 0676/8776-3255

Autofasten. Heilsam in Bewegung kommen

Die Pandemie stellt uns vor große Herausforderungen. Sie hat unsere Tagesordnung auf den Kopf gestellt. Zu Beginn des letzten Jahres war das Thema Umwelt noch weit oben auf der Agenda und nun ist es ziemlich still darum geworden. Der Klimawandel ist ein schleichendes Problem, bedarf aber ebenso großem Engagements wie die Pandemie. Ein Beitrag dazu ist Autofasten.

 

Autofasten heißt von Aschermittwoch, 17. Februar, bis Karsamstag, 3. April 2021, so umweltfreundlich wie möglich unterwegs zu sein. Bewusst so weit wie möglich auf das Auto unter diesen ungewohnten Umständen zu verzichten, um mit öffentlichen Verkehrsmittel zu fahren, kann uns ein bisschen aus den herrschenden Umständen reißen. Wenn wir uns entschließen, kurze Wege zu Fuß zurückzulegen, dient das der Umwelt und ermöglicht Begegnungen am Weg unter Wahrung der gebotenen Regeln, die Abwechslung in unseren Alltag bringen. Das Rad statt des Autos zu nutzen, kann die Bewegung bringen, die wir nach einem Video-Konferenz-Tag gut brauchen können.

 

 

Der VCÖ ruft zur Teilnahme an der Aktion „Autofasten“ der katholischen und evangelischen Kirche auf, die morgen beginnt. Der VCÖ weist darauf hin, dass die privaten Autos von Österreichs Haushalten im Schnitt 31 Kilometer pro Tag gefahren werden. Vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Der jährliche CO2-Ausstoß der Autos ist höher als ihr Gewicht: Pro Jahr stoßen die heimischen Autos im Schnitt 1.950 Kilogramm CO2 allein durchs Fahren aus.
Pfarren und Energieberatung

Werden Sie Klimabündnispfarre

Machen Sie mit! Ein Vertreter von Klimabündnis kommt zu Ihnen und informiert und berät Sie, wie Sie...
Fachausschuss Schöpfungsverantwortung des Pastoralrates

Mitglieder:

Hermann Deisenberger, Josef Froschauer (Vorsitzender), Josef Gruber, Viola Haas,  Christian Hein, Harald Rechberger, Georg Spiekermann (Stellvertretender Vorsitzender), Joachim Sulzer, Michael Rosenberger (Umweltsprecher), Lucia Göbesberger (Referentin für Umweltfragen).

Laudato Si Preis der Diözese Linz 2021
Klimavolksbegehren: Die Forderungen werden im Umweltausschuss besprochen!

Zur Umsetzung der Leitlinie

Beschaffungsordnung der Diözese Linz

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Sorge der Frauen um das gemeinsame Haus - mit LAUDATO Si' in eine bessere Zukunft.

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Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden Kapitel Umwelt im Sozialkompendium (1999) Gemeinsame Erklärungen:...

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Umwelt und Entwicklung. Eine Herausforderung an unsere Lebensstile. Abschlussdokument der Konferenz Europäischer...
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