Saturday 19. October 2019

Umweltenzyklika des Papstes ist ein Aufruf zur Umkehr

Mehr als 100 TeilnehmerInnen, LandwirtInnen und KonsumentInnen, besuchten am 27.10.2016 im Bildungshaus Schloss Puchberg die Veranstaltung „Laudato si – die Sorgefür das gemeinsame Haus“ von BIO AUSTRIA OÖ. Dr. Michael Rosenberger, Professor für Moraltheologie an der katholische Privatuniversität Linz, erläuterte die wichtigsten Aspekte der Enzyklika von Papst Franziskus und ging dabei besonders auf die Aussagen des Papstes zur Rolle der Landwirtschaft ein.

Riesige Flächen Regenwald werden zugunsten von Ackerland abgeholzt, in Megastädten leben Menschen auf und von Müllhalden, grenzenloser Luxus steht bitterster Armut gegenüber - Die Welt steht in Flammen, sowohl was das Klima und die Situation der Umwelt aber auch was die sozialen Entwicklung angeht. Auf Basis dieser aktuellen Situation stellt Professor Rosenberger die Frage wie weit der Papst mit seiner Enzyklika der Situation gerecht werden kann.

 

Im ersten Teil der Enzyklika analysiert der Papst die vorrangigsten Probleme: Es gibt eine starke wissenschaftliche Übereinstimmung in Bezug auf die besorgniserregende Erwärmung des Klimas, die Folge kann eine Zerstörung der Ökosysteme mit schweren Folgen für uns alle sein. Das gegenwärtige Konsumniveau der am besten entwickelten Länder der Erde weiter zu erhalten wird unmöglich sein. Damit stellt Papst Franziskus den Lebensstil der reichsten Teile der Gesellschaft in Frage, denn 20 % der Bevölkerung verbrauchen 80 % der Ressourcen. Der Papst weist immer wieder darauf hin dass die ökologische Frage nicht ohne die soziale Frage zu klären sein wird.

 

Mut zur kulturellen Revolution

 

Damit eine substantielle Wende gelingt bedarf es einer mutigen kulturellen Revolution. Die Strukturen auf den Weltmärkten müssen geändert werden. Dafür braucht es zusätzlich zu individuellen Veränderungen neue Regelungen für das „globale Gemeinwohl“, denn kleine Reförmchen werden nicht reichen. Die Politik ist also genauso gefordert wie der einzelne. Das Handeln weniger gefährdet das gesamte Leben auf der Erde - das Handeln weniger kann aber auch der Anfang eines neuen Weges sein. Einer Veränderung entgegen steht die Neigung der Menschen, unangenehme Wahrheiten zu verdrängen und zu verleugnen. Papst Franziskus betont, dass die Umkehr nur von innen heraus kommen kann, d.h. nicht durch Gesetze sondern durch innere Überzeugung der Richtigkeit des Handelns. Die Menschen müssen sich dabei gegenseitig mitnehmen und unterstützen, so wie auch die Zusammenschlüsse der Biobetriebe in Verbände für die Bauern eine gegenseitige Unterstützung und Bestärkung auf ihrem Weg bedeutet.

 

Starkes Plädoyer für kleinstrukturierte Landwirtschaft

 

Für Papst Franziskus nimmt die Landwirtschaft eine Schlüsselrolle für eine nachhaltige Entwicklung ein. Sie ist aus seiner Sicht nicht nur Verursacher sondern auch Opfer der gegenwärtigen Zustände: Raubbau an Böden, von denen die Landwirtschaft aber gleichzeitig substantiell abhängt,  Wasserverschmutzung und Wasserknappheit, obwohl Wasser lebensnotwendig für die Landwirtinnen und Landwirte ist, künstliche Spritz- und Düngemittel, die als Rückstände in Lebensmittel die Gesundheit aller bedrohen. Da außerdem drei Viertel aller armen Menschen auf dem Land leben fordert er freien Zugang zu Land für alle. Der Papst in seiner Enzyklika: „Es gibt ... eine große Mannigfaltigkeit an kleinbäuerlichen Systemen für die Erzeugung von Lebensmitteln, die weiterhin den Großteil der Weltbevölkerung ernährt, während sie einen verhältnismäßig niedrigen Anteil des Bodens und des Wassers braucht und weniger Abfälle produziert ... Die Größenvorteile, besonders im Agrarsektor, führen schließlich dazu, dass die kleinen Landwirte gezwungen sind, ihr Land zu verkaufen oder ihre herkömmlichen Produktionsweisen aufzugeben ... Die Verantwortungsträger haben das Recht und die Pflicht, Maßnahmen zu ergreifen, um die Kleinproduzenten und die Produktionsvielfalt klar und nachdrücklich zu unterstützen. Damit es eine wirtschaftliche Freiheit gibt, von der alle effektiv profitieren, kann es manchmal notwendig sein, denen Grenzen zu setzen, die größere Ressourcen und finanzielle Macht besitzen.“ (LS 129)


Lösungsansätze darüber hinaus sieht Papst Franziskus noch einmal in der Lebensstil-Frage: Weniger ist mehr, Wachstum mit Maß, Rückkehr zur Einfachheit, die das Kleine würdigt.

 

www.bio-austria.at

Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Umweltsprecher
Mag.a Lucia Göbesberger
Mag.a Lucia Göbesberger
Referentin
T.: 0732/7610-3255
M.: 0676/8776-3255

Fachausschuss Schöpfungsverantwortung des Pastoralrates

Mitglieder:

Hermann Deisenberger, Josef Froschauer (Vorsitzender), Josef Gruber, Christian Hein, Harald Rechberger, Magdalena Schobesberger, Georg Spiekermann, Joachim Sulzer, Sophie Winklberger, Georg Winkler (Stellvertretender Vorsizender), Michael Rosenberger (Umweltsprecher), Lucia Göbesberger (Referentin für Umweltfragen).

Vom Wissen zum wirksamen Handeln. Symposium Schöpfungsverantwortung 14.10.2019

Wie kommen wir persönlich und als Entscheidungstragende in Religionsgemeinschaften, in Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik vom Wissen zum wirksamen nachhaltigen Handeln? Wir laden Sie ein, sich beim Symposium Schöpfungsverantwortung mit dieser umweltpsychologischen Kernfrage auseinanderzusetzen. Mit spirituellen Impulsen, interessanten Vorträgen, praktischen Übungen und Dialog.


http://www.schoepfung.at/site/home/aktuelles/article/736.html

Klimavolksbegehren

Das Klimavolksbegehren ist eine überparteiliche Vereinigung, die durch Privatpersonen betrieben wird. Bereits über 300 Freiwillige setzen sich ehrenamtlich für eine klimafreundliche Zukunft in Österreich ein. Das erklärte Ziel des Klimavolksbegehrens ist es, ab Oktober 2019 Unterstützungserklärungen für eine mutige Klimapolitik zu sammeln, die im Einklang mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen steht. Im Mittelpunkt stehen vier zentrale Forderungen an die österreichische Politik. Mehr erfahren: https://klimavolksbegehren.at/

Pfarren und Energieberatung

Werden Sie Klimabündnispfarre

Machen Sie mit! Ein Vertreter von Klimabündnis kommt zu Ihnen und informiert und berät Sie, wie Sie...
Petitionen

Rettet die Bienen!
Petition für den Schutz von Böden und Artenvielfalt.

Auf Österreichs Wiesen und Feldern wird es immer stiller: Biene, Vogel, Schmetterling & Co finden dort oft keine Lebensgrundlagen mehr. Oder sie finden erst gar keine Wiesen und Felder, weil die Bodenversiegelung in Österreich rasant voranschreitet. Stoppen wir dieses gigantische Insektensterben und schützen wir Böden, Artenvielfalt und Ökosystem! Zur Petition

 

Zur Umsetzung der Leitlinie

Beschaffungsordnung der Diözese Linz

Hier lesen Sie die Beschaffungsordnung der Diözese Linz, ab Seite 75.

Energiebuchhaltung für Pfarren

Fordern Sie bei uns die neue Energiebuchhaltung für Ihre Pfarre an. Sie erhalten damit nicht nur einen Überblick über...

Laudato si' Preis für öko-faire Feste in ihrer Pfarre

Sie planen im nächsten Arbeitsjahr ein Fest nach öko-fairen Kriterien in Ihrer Pfarre, dann laden wir Sie ein Ihr...
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m Frühjahr 2019 entstehen in oberösterreichischen Pfarren Gemeinschaftsgärten. Drei Jungscharpfarren sind dabei:...
... in Wort

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Lese- und Reflexionsunterlagen Laudato si'

Lese- und Reflexionsvorschläge zu Laudato si'

Hier finden Sie Vorschläge um alleine oder mit Gruppen zur Enzyklika zu arbeiten. Download Annäherung ans Thema...
Sorge der Frauen um das gemeinsame Haus

Sorge der Frauen um das gemeinsame Haus - mit LAUDATO Si' in eine bessere Zukunft.

Eine Initiative der Frauenkommission der Diözese Innsbruck : Download
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Dokumente der deutschen Bischofskonferenz

Zehn Thesen zum Klimaschutz: Ein Diskussionsbeitrag. Die deutschen Bischöfe. Kommission für gesellschaftliche und...

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Ökumenische Dokumente

Umwelt und Entwicklung. Eine Herausforderung an unsere Lebensstile. Abschlussdokument der Konferenz Europäischer...
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