Monday 1. March 2021

VCÖ: Österreichs Flugverkehr verursacht pro Jahr so viel CO2 wie 1,3 Millionen Benzin-Pkw!

Der Flugverkehr ist ein großer Klimasünder. Allein im Vorjahr wurden in Österreich 703.000 Tonnen Kerosin getankt. Dadurch wurden rund 2,2 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgase verursacht, macht der VCÖ aufmerksam.

Das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von 1,3 Millionen heimischer Benzin-Pkw. Während aber für Benzin, Diesel und Heizöl Mineralölsteuer zu bezahlen ist, ist der Flugverkehr von der Mineralölsteuer befreit. Selbst wenn die Einnahmen aus der Flugabgabe berücksichtigt werden, wird der Flugverkehr in Österreich allein durch die fehlende Kerosinsteuer mit über 300 Millionen Euro pro Jahr gefördert.  

 

In der EU verursachte der Flugverkehr zuletzt 152 Millionen Tonnen Treibhausgase pro Jahr. Das ist 22 Mal so viel wie der gesamte Schienenverkehr verursacht oder fast doppelt so viel Österreichs Treibhausgas-Emissionen, verdeutlicht der VCÖ. Doch der Flugverkehr scheint in den Klimabilanzen der Staaten nicht auf und wird von zahlreichen Klimaschutzzielen ausgeklammert.

 

Steuerbefreiung von Kerosin abschaffen

 

Allein die in Österreich im Vorjahr getankte Menge an Flugtreibstoff verursachte rund 2,2 Millionen Tonnen Treibhausgase. "Das entspricht jener Menge, die 1,3 Millionen heimische Benzin-Pkw pro Jahr verursachen", verdeutlicht VCÖ-Experte Markus Gansterer. Laut Statistik Austria sind die Benzin-Pkw der österreichischen Haushalte im Schnitt rund 9.700 Kilometer unterwegs und verbrauchen dafür 710 Liter Eurosuper. Während aber diese AutofahrerInnen in Summe rund 446 Millionen Euro an Mineralölsteuer bezahlt haben, zahlt die kommerzielle Luftfahrt für ihren Treibstoff keinen einzigen Cent an Mineralölsteuer.

 

"Dieses Steuerprivileg wurde im Jahr 1944 im Rahmen des Chicagoer Abkommens eingeführt. Es ist höchste Zeit diesen Anachronismus abzuschaffen. Ausgerechnet den Klimasünder Flugverkehr von seine Steuerpflicht zu entbinden, grenzt an einen Schildbürgerstreich", stellt VCÖ-Experte Gansterer fest. Darüber hinaus sind Tickets für internationale Flüge von der Umsatzsteuer befreit. Bei Bus- und Bahntickets ist aber die Umsatzsteuer sehr wohl zu bezahlen.

 

Einige EU-Staaten, so auch Österreich, haben als geringeren Ausgleich eine Flugabgabe eingeführt. Werden die Einnahmen aus der Flugabgabe (im Jahr 2015 rund 108 Millionen Euro) von der Steuerbefreiung für Kerosin abgezogen, bleibt noch immer eine Steuerbegünstigung des Flugverkehrs von mehr als 300 Millionen Euro übrig. Solange es auf EU-Ebene keine Kerosinsteuer gibt, ist über die Flugabgabe die Steuerbegünstigung des Flugverkehrs Schritt für Schritt abzuschaffen. Die im Jahr 2011 eingeführte Flugabgabe hat übrigens keine negativen Effekte auf das Passagieraufkommen gehabt, wie vor der Einführung von deren GegnerInnen behauptet wurde. Die Zahl der Flugpassagiere auf Österreichs Flughäfen hat sich laut Statistik Austria von 25,7 Millionen im Jahr 2011 auf 27,2 Millionen im Vorjahr erhöht.

 

Quelle: VCÖ 2016

 

Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Umweltsprecher
Mag.a Lucia Göbesberger
Mag.a Lucia Göbesberger
Referentin
T.: 0732/7610-3255
M.: 0676/8776-3255

Autofasten. Heilsam in Bewegung kommen

Die Pandemie stellt uns vor große Herausforderungen. Sie hat unsere Tagesordnung auf den Kopf gestellt. Zu Beginn des letzten Jahres war das Thema Umwelt noch weit oben auf der Agenda und nun ist es ziemlich still darum geworden. Der Klimawandel ist ein schleichendes Problem, bedarf aber ebenso großem Engagements wie die Pandemie. Ein Beitrag dazu ist Autofasten.

 

Autofasten heißt von Aschermittwoch, 17. Februar, bis Karsamstag, 3. April 2021, so umweltfreundlich wie möglich unterwegs zu sein. Bewusst so weit wie möglich auf das Auto unter diesen ungewohnten Umständen zu verzichten, um mit öffentlichen Verkehrsmittel zu fahren, kann uns ein bisschen aus den herrschenden Umständen reißen. Wenn wir uns entschließen, kurze Wege zu Fuß zurückzulegen, dient das der Umwelt und ermöglicht Begegnungen am Weg unter Wahrung der gebotenen Regeln, die Abwechslung in unseren Alltag bringen. Das Rad statt des Autos zu nutzen, kann die Bewegung bringen, die wir nach einem Video-Konferenz-Tag gut brauchen können.

 

 

Der VCÖ ruft zur Teilnahme an der Aktion „Autofasten“ der katholischen und evangelischen Kirche auf, die morgen beginnt. Der VCÖ weist darauf hin, dass die privaten Autos von Österreichs Haushalten im Schnitt 31 Kilometer pro Tag gefahren werden. Vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Der jährliche CO2-Ausstoß der Autos ist höher als ihr Gewicht: Pro Jahr stoßen die heimischen Autos im Schnitt 1.950 Kilogramm CO2 allein durchs Fahren aus.
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