Saturday 15. August 2020

Die COP21 von Paris – ein Erfolg?

Die Verhandlungen aus der Sicht Benno Zenkers. Er ist Referent der Katholischen Jugend und nahm an den zivilgesellschaftlichen Kundgebungen in Paris teil.

Paris war in den vergangenen Wochen ein stets präsenter Ort, vorhersehbar durch die anstehende Klimaverhandlung COP21– und leider durch die Anschläge auch aus unvorhersehbaren Gründen. Eine Gemeinsamkeit von beiden ist bei einem fortschreitenden Klimawandel sicher eine wuchernde Ungerechtigkeit. Eine erste waren die drastisch eingeschränkten Möglichkeiten der Zivilgesellschaft sich dort öffentlich zu positionieren.

 

Demonstrationsverbot: Kein Platz für die Ideen der NGOs

 

Offiziell gab und gibt es immer noch ein Demonstrationsverbot, dass sicher viele Menschen davon abhielt, sich auf der Straße mit ihrer Meinung zu zeigen. Die Lösungswege den Klimawandel zu stoppen, sind seitens der Wirtschaft und seitens der Zivilgesellschaft sehr konträr. Erstere präsentiert sich offiziell auf dem weitläufigen Gelände der COP21 mit ihren kreativen Ideen, wie sie branchenspezifisch gewinnbringend davon profitieren können. Denn ihr Geschäft soll natürlich nicht geschmälert werden.

 

Der „gemeinen“ Zivilgesellschaft blieb es verwehrt ihre Meinung am Verhandlungsort selbst kund zu tun. Nachdem jedoch Beschwerden seitens einiger Organisationen wuchsen, dass auch anderes öffentliches Leben, wie Weihnachtsmärkte, stattfinden, wurden Aktionen am „D12“ geduldet. An diesem letzten Samstag der COP21 (12. Dezember) konnte letztlich für einen Wandel in Politik und Gesellschaft demonstriert werden. Die Zusammenhänge wurden dabei ganz deutlich dargelegt: ohne unser System zu ändern, werden wir den Klimawandel nicht aufhalten können. Der Vertrag des Abkommens wurde unterdessen nur noch in Nuancen zurechtgeschustert und der zivilgesellschaftliche Einfluss war demnach nicht mehr gegeben.

 

Keine konkreten Maßnahmen und Konsequenzen

 

Kurz darauf wird in vielen Medien und sogar bei größeren NGOs der endgültige Vertrag gelobt, immerhin haben es viele Vertragspartner geschafft sich zu einigen – wir möchten keine dramatische Erderwärmung, am besten soll sie sogar unterhalb von 1,5°C bleiben. Doch konkrete Maßnahmen und notwendige Konsequenzen wurden nicht verhandelt. Der Frage unser Wirtschafts- und Konsumsystem zu überdenken bleibt ebenfalls unbeantwortet.

 

Nächster Schritt für die jeweiligen Regierungen ist nun einen verbindlichen nationalen Plan auszuarbeiten. Es bleibt also nur zu hoffen, dass zumindest dort ambitionierte Maßnahmen beschlossen werden. Doch ohne den verbindlichen Vertrag wird dies schwierig. So bleibt es derweil wieder an der Zivilgesellschaft selbst Alternativen zu stärken, regional zu agieren, globales Wissen zu nutzen und fair miteinander zu wirtschaften um ein gesundes Miteinander von Mensch und Natur, unserer Umwelt, zu leben.

 

Benno Zenker

Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Umweltsprecher
Mag.a Lucia Göbesberger
Mag.a Lucia Göbesberger
Referentin
T.: 0732/7610-3255
M.: 0676/8776-3255

Fachausschuss Schöpfungsverantwortung des Pastoralrates

Mitglieder:

Hermann Deisenberger, Josef Froschauer (Vorsitzender), Josef Gruber, Christian Hein, Harald Rechberger, Magdalena Schobesberger, Georg Spiekermann, Joachim Sulzer, Sophie Winklberger, Georg Winkler (Stellvertretender Vorsizender), Michael Rosenberger (Umweltsprecher), Lucia Göbesberger (Referentin für Umweltfragen).

Eintragungswoche: 22. bis 29. Juni 2020.

Papst Franziskus hat beginnend mit Mai ein Laudato-Si‘-Jahr ausgerufen. Fünf Jahre nach dem Erscheinen dieser Enzyklika mit dem Untertitel „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ ist ihr Inhalt aktueller denn je. Die öko-soziale Krise wurde zwar durch die Pandemie-Berichterstattung zum Teil überlagert, aber eines machte die aktuelle Krise deutlich: Nämlich wie sehr alle miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. Das wird Papst Franziskus nicht müde in diesem Rundschreiben zu betonen. Weiters wurde durch die Krise deutlich – Politiker_innen können das Ruder in die Hand nehmen und gestalten (bei aller Fehleranfälligkeit in der gebotenen Eile). Genau das fordert der Papst von den Politiker_innen, sich nicht durch scheinbare Alternativlosigkeit vor sich hertreiben zu lassen, sondern das Primat der Politik (im Rahmen der Verfassung) wahrzunehmen und die Voraussetzungen für ein gutes Leben für alle zu schaffen. Dazu gehört, sich der Klimakrise zu stellen und Entscheidungen auf ihre Klimaverträglichkeit zu überprüfen. Damit dieses Anliegen im Zuge des Wiederaufbaus nicht scheinbar unabänderlichen Sachzwängen zum Opfer fällt, ist es umso wichtiger das Klimavolksbegehren zu unterstützen.

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