Wednesday 3. June 2020

Freude über Klimaabkommen, "aber Zerstörung ist schon groß"

Sprecherin der kirchlichen Umweltreferenten, Opis-Pieber: Beschlüsse in Paris vom Geist geprägt, den auch Papst Franziskus in "Laudato si" einforderte.

Die Ergebnisse der Pariser UN-Klimakonferenz erfüllten sie mit Freude - "wenn es auch eine Freude inmitten einer großen Not ist, denn die Zerstörung der Erde ist weit fortgeschritten": Mit diesen Worten kommentierte die Sprecherin der kirchlichen Umweltreferenten in Österreich, Hemma Opis-Pieber, das am Samstagabend bekannt gewordene Klimaschutzabkommen. Es gelte nun "die Lücke zu füllen" zwischen dem ambitionierten Ziel, die Erderwärmung auf plus 1,5 Grad zu begrenzen, und den vor der Konferenz vorgelegten Klimazielen der einzelnen Staaten; diese würden in der Gesamtheit dieses Ziel weit verfehlen und eine Erwärmung von 2,7 bis 3 Grad plus bringen.

Die in Paris gefassten Beschlüsse der 195 Staaten sind laut Opis-Pieber jedenfalls "vom richtigen Geist geprägt". Dieser Geist der Solidarität mit den Betroffenen entspreche auch jenem, den Papst Franziskus in seiner Enzyklika "Laudato si" eingefordert habe.

Von einem "Meilenstein für die Schöpfungsverantwortung in der Kirche" sprach die kirchliche Umweltfachfrau gegenüber "Kathpress" im Rückblick auf das Jahr 2015: Die Veröffentlichung der Papst-Enzyklika, die Aufnahme des 1. September als "Tag der Schöpfung" in den Kirchenkalender, das "Klimapilgern", das gemeinsame Beten und Ringen um ein fruchtbares Klima-Abkommen blieben als prägnante Ereignisse in Erinnerung. Dazu kämen die weitreichenden Beschlüsse der Österreichischen Bischofskonferenz in den Bereichen Energie und Beschaffung.

All das sei ein Motivationsschub für die haupt- und ehrenamtlich im kirchlichen Umweltbereich Engagierten, erklärte die in der Diözese Graz-Seckau tätige Opis-Pieber. Sie kündigte weitere Anstrengungen der katholischen und evangelischen Umweltreferenten für die Erhaltung eines lebenswerten Planeten an: "Im Schulterschluss mit kirchlichen Partnern, mit Politik und Gesellschaft wollen wir unser Bestes geben, um die jeweiligen Beschlüsse konkret und wirksam werden zu lassen." Dies sei man der Verantwortung gegenüber den Kindern schuldig, "deren Zukunft auf so vielfältige Weise bedroht ist".

 

(www.kathpress.at)

Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Umweltsprecher
Mag.a Lucia Göbesberger
Mag.a Lucia Göbesberger
Referentin
T.: 0732/7610-3255
M.: 0676/8776-3255

Fachausschuss Schöpfungsverantwortung des Pastoralrates

Mitglieder:

Hermann Deisenberger, Josef Froschauer (Vorsitzender), Josef Gruber, Christian Hein, Harald Rechberger, Magdalena Schobesberger, Georg Spiekermann, Joachim Sulzer, Sophie Winklberger, Georg Winkler (Stellvertretender Vorsizender), Michael Rosenberger (Umweltsprecher), Lucia Göbesberger (Referentin für Umweltfragen).

Eintragungswoche: 22. bis 29. Juni 2020.

Papst Franziskus hat beginnend mit Mai ein Laudato-Si‘-Jahr ausgerufen. Fünf Jahre nach dem Erscheinen dieser Enzyklika mit dem Untertitel „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ ist ihr Inhalt aktueller denn je. Die öko-soziale Krise wurde zwar durch die Pandemie-Berichterstattung zum Teil überlagert, aber eines machte die aktuelle Krise deutlich: Nämlich wie sehr alle miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. Das wird Papst Franziskus nicht müde in diesem Rundschreiben zu betonen. Weiters wurde durch die Krise deutlich – Politiker_innen können das Ruder in die Hand nehmen und gestalten (bei aller Fehleranfälligkeit in der gebotenen Eile). Genau das fordert der Papst von den Politiker_innen, sich nicht durch scheinbare Alternativlosigkeit vor sich hertreiben zu lassen, sondern das Primat der Politik (im Rahmen der Verfassung) wahrzunehmen und die Voraussetzungen für ein gutes Leben für alle zu schaffen. Dazu gehört, sich der Klimakrise zu stellen und Entscheidungen auf ihre Klimaverträglichkeit zu überprüfen. Damit dieses Anliegen im Zuge des Wiederaufbaus nicht scheinbar unabänderlichen Sachzwängen zum Opfer fällt, ist es umso wichtiger das Klimavolksbegehren zu unterstützen.

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