Monday 1. March 2021

Warum wir nicht tun, was wir wissen. Wer rettet die Welt unserer Kinder?

LEGO Wohnmobil am Strand. © Michael Haderer

Was tun, damit sich ein zukunftsfähiger Lebensstil durchsetzt? Aber was sind die Stolpersteine und was braucht es, damit die Hindernisse überwunden werden können?

Es ist Zeit, sich von der Vorstellung des stets allein von der Vernunft geleiteten Wesens zu verabschieden, denn wissensbasierte Überlegungen sind nur ein kleiner Teil unserer Entscheidungen. Das erste Hindernis ist die Komplexität und Vernetztheit unserer Welt, alle ökologischen Zusammenhänge zu verstehen ist nicht möglich. Das liegt daran, dass manches nicht erforscht wurde, sich in der Zwischenzeit wieder verändert hat oder einfach weil es zu viele Informationen sind. Aber es ist auch nicht nötig, alles bis ins Detail zu wissen, wenn die Richtung stimmt.

 

Psychologische Studien haben gezeigt, dass für uns exponentielle Entwicklungen kaum zu begreifen sind, wir verschätzen uns nach unten, zum Beispiel beim Temperaturanstieg. Außerdem sind wir im Grunde - auch wenn es sich unglaubwürdig anhört - "überoptimistisch". Denken Sie nur an die Steuererklärung: Schaffen Sie es, sie gleich im Frühling abzugeben, obwohl Sie sich das vorgenommen haben? Genauso ergeht es uns mit Risiken, wir unterschätzen sie auch. Kontrollillusion und das Verhaltensmuster, auf Überforderung mit Einkapselung zu reagieren, tun ein Übriges. Erfolgreiches Öko-Design muss daher helfen, schwierige Entscheidungssituationen zu strukturieren. Es muss aber auch Rückmeldung in der Situation gegeben werden, zum Beispiel mit Hilfe eines Strommessgeräts.

 

Ein weiteres Handikap sind die mit einer Handlung verbundenen Auswirkungen: Unser Vorteil einer Handlung ist offensichtlich. Aber bei vielem sind die negativen Folgen nicht sofort, am selben Ort und an uns selbst merkbar: Zum Beispiel bei spanischem Gemüse - die Wasserknappheit durch die Plantagen. Außerdem liegt Österreich in Hinsicht auf die Erderwärmung in einer eher privilegierten Zone.

 

Und wenn wir ehrlich sind: Wer rennt nicht auch manchmal trotz besseren Wissens mit der Masse mit. Noch dazu, wenn die Anreize so gesetzt sind, dass der nicht-nachhaltige Weg der einfachere ist. Gutes Öko-Design kennzeichnet sich daher auch dadurch, dass es den Weg des geringsten Widerstandes pflastert. Und es gibt noch etwas, das uns am enkeltauglichen Handeln hindert: die viel beschworene Macht der Gewohnheit. Hier fällt eine Veränderung leichter, wenn Zeit ist, Neues erst zu beobachten, dann noch die Möglichkeit besteht, es zu probieren und wenn es nicht konträr zum bisherigen Verhalten ist. Nicht zu unterschätzen ist auch der Steuerungseffekt von vermeintlichen Details: Wo platziere ich die gesunden Lebensmittel im Regal, wo wird der Lift hin gebaut und wo die Treppe?

 

Ein Faktor, der bedacht werden muss: Manchmal ist es aufgrund gegebener Umstände tatsächlich nicht möglich, das Richtige zu tun. Hier muss erst das Umfeld richtig gestaltet werden, zum Beispiel ein Taktfahrplan.

 

Wie steht es aber dann um die (Wahl-)Freiheit der Menschen? Es gibt keine neutralen Arrangements von Welt, die Gestaltung des Umfelds ist aber mitentscheidend. Damit ist es aber nicht getan, manchmal wird auch ein Schubs (nudge) von Zeit zu Zeit in Richtung einer enkeltauglichen Lebensweise dienlich sein. Einen Beitrag können auch Personen, denen öffentliche Aufmerksamkeit zukommt, leisten: Alltagsradelnde BürgermeisterInnen. Ohne dass Vorteile der Veränderung erkennbar sind, wird es trotzdem nicht gehen: zum Beispiel keine langwierige Parkplatzsuche für Fahrräder.

 

Neben den äußeren Anreizen kommt der Wandel auch von innen: Was macht glücklich? Beteiligung, Entschleunigung, ... Dazu gehört auch ein entsprechender sozialer Bezug.

 

Harald Welzer empfiehlt daher: Suchen Sie sich ein paar Freunde, fangen Sie an und haben Sie Spaß dabei. Geschichten solcher AnfängerInnen finden Sie unter: www.futurzwei.org

 

Sozialreferat der Diözese Linz

Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Umweltsprecher
Mag.a Lucia Göbesberger
Mag.a Lucia Göbesberger
Referentin
T.: 0732/7610-3255
M.: 0676/8776-3255

Autofasten. Heilsam in Bewegung kommen

Die Pandemie stellt uns vor große Herausforderungen. Sie hat unsere Tagesordnung auf den Kopf gestellt. Zu Beginn des letzten Jahres war das Thema Umwelt noch weit oben auf der Agenda und nun ist es ziemlich still darum geworden. Der Klimawandel ist ein schleichendes Problem, bedarf aber ebenso großem Engagements wie die Pandemie. Ein Beitrag dazu ist Autofasten.

 

Autofasten heißt von Aschermittwoch, 17. Februar, bis Karsamstag, 3. April 2021, so umweltfreundlich wie möglich unterwegs zu sein. Bewusst so weit wie möglich auf das Auto unter diesen ungewohnten Umständen zu verzichten, um mit öffentlichen Verkehrsmittel zu fahren, kann uns ein bisschen aus den herrschenden Umständen reißen. Wenn wir uns entschließen, kurze Wege zu Fuß zurückzulegen, dient das der Umwelt und ermöglicht Begegnungen am Weg unter Wahrung der gebotenen Regeln, die Abwechslung in unseren Alltag bringen. Das Rad statt des Autos zu nutzen, kann die Bewegung bringen, die wir nach einem Video-Konferenz-Tag gut brauchen können.

 

 

Der VCÖ ruft zur Teilnahme an der Aktion „Autofasten“ der katholischen und evangelischen Kirche auf, die morgen beginnt. Der VCÖ weist darauf hin, dass die privaten Autos von Österreichs Haushalten im Schnitt 31 Kilometer pro Tag gefahren werden. Vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Der jährliche CO2-Ausstoß der Autos ist höher als ihr Gewicht: Pro Jahr stoßen die heimischen Autos im Schnitt 1.950 Kilogramm CO2 allein durchs Fahren aus.
Pfarren und Energieberatung

Werden Sie Klimabündnispfarre

Machen Sie mit! Ein Vertreter von Klimabündnis kommt zu Ihnen und informiert und berät Sie, wie Sie...
Fachausschuss Schöpfungsverantwortung des Pastoralrates

Mitglieder:

Hermann Deisenberger, Josef Froschauer (Vorsitzender), Josef Gruber, Viola Haas,  Christian Hein, Harald Rechberger, Georg Spiekermann (Stellvertretender Vorsitzender), Joachim Sulzer, Michael Rosenberger (Umweltsprecher), Lucia Göbesberger (Referentin für Umweltfragen).

Laudato Si Preis der Diözese Linz 2021
Klimavolksbegehren: Die Forderungen werden im Umweltausschuss besprochen!

Zur Umsetzung der Leitlinie

Beschaffungsordnung der Diözese Linz

Beschaffungsordnung zum Download


Energiebuchhaltung für Pfarren

Fordern Sie bei uns die neue Energiebuchhaltung für Ihre Pfarre an. Sie erhalten damit nicht nur einen Überblick über...

... und Tat

EMAS FÜR PFARREN - VORBEREITUNGSLEHRGANG MODUL III

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Lese- und Reflexionsvorschläge zu Laudato si'

Hier finden Sie Vorschläge um alleine oder mit Gruppen zur Enzyklika zu arbeiten. Download Annäherung ans Thema...
Sorge der Frauen um das gemeinsame Haus

Sorge der Frauen um das gemeinsame Haus - mit LAUDATO Si' in eine bessere Zukunft.

Eine Initiative der Frauenkommission der Diözese Innsbruck : Download
Kirchliche Dokumente

Päpstliche und vatikanische Dokumente

Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden Kapitel Umwelt im Sozialkompendium (1999) Gemeinsame Erklärungen:...

Dokumente der deutschen Bischofskonferenz

Zehn Thesen zum Klimaschutz: Ein Diskussionsbeitrag. Die deutschen Bischöfe. Kommission für gesellschaftliche und...

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Ökumenische Dokumente

Umwelt und Entwicklung. Eine Herausforderung an unsere Lebensstile. Abschlussdokument der Konferenz Europäischer...
Katholische Kirche in Oberösterreich
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