Mittwoch 19. Dezember 2018

Umweltleitbild der Diözese Linz

Spiegelung im Lahngangsee. © Stefanie Petelin

Die Erde ist uns anvertraut! Die gesamte Schöpfung - alle Tiere, alle Pflanzen sowie die unbelebte Natur - sind uns Menschen anvertraut. Das gilt für jede und jeden einzelnen wie auch für die Kirche als Ganzes, für ihre Institutionen und Einrichtungen.

Die Situation

Die Erde ermöglicht unser Leben. Die Umwelt ist auch Mitwelt. Wir Menschen sind Teil der Natur und brauchen den Planeten als Lebensgrundlage. 
Der menschliche Umgang mit der Erde war von Ehrfurcht und Dankbarkeit geprägt, aber auch von einem zähen Ringen um die notwendigen Lebensmittel. Erfindungen haben das Leben für die Menschen erleichtert. Das stete Wachstum und die immer neuen Erfindungen für und im Interesse der Menschen haben den Blick auf die Grenzen des Wachstums verstellt. Dabei ist der Eigenwert der Natur und die Begrenztheit von Wissen, Machbarkeit und Ressourcen aus dem Blick geraten. Das hat schwerwiegende Konsequenzen: An manchen Orten zeigt sich bereits deutlich, dass wir die Erde übernutzt haben. 


Erste Warnungen im Bericht des Club of Rome von 1972 führten zu erstaunen und erschrecken. Ensprechend gehandelt wurde und wird in nur geringem Ausmaß. Auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 wurde das vielversprechende Klimaschutzabkommen (Kyoto-Protokoll) beschlossen, das … auslaufen wird. Die Weltklimakonferenz sollen ein Folgeabkommen herbeiführen. Doch bisher konnten kaum Einigungen erzielt werden und wenn dann nicht mit den erforderlichen Konsequenzen. Die Informationen sind da – zum Beispiel in den Berichten des Weltklimarates (IPCC), aber die Bereitschaft die nötigen Einschnitte zu machen und die entsprechenden Veränderungen einzuleiten, fehlen vielfach auf politischer Ebene und aber auch bei uns selbst.


Ziel muss sein, das gute Leben der einen zu ermöglichen. Das heißt eine verbesserte Gesundheitsversorgung, Ernährungssicherheit, Bildung usw. zu sichern. Der andere Teil der Menschheit muss das Maß halten lernen. Hier muss eine Philosophie des Genug, jene des „immer mehr“ ablösen. 
Angesichts dieser Situation beschloss der Pastoralrat der Diözese Linz 1996 das Umweltleitbild. 2005 trat die Diözese Linz dem Klimabündnis bei. Inzwischen sind auch mehrere Pfarren Mitglied im Klimabündnis. Sie haben einen umfassenden Energiecheck gemacht und sich Ziele gesetzt, die regelmäßig von Klimabündnis überprüft werden.


Unser Glaube als Grund des kirchlichen Engagement

„Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute ... sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi“ (II. Vaticanum, Pastoralkonstitution, Gaudium et Spes 1). 
Die Kirche verpflichtet sich selbst, sich mit den Hoffnungen und Nöten der Welt auseinanderzusetzen. Dies entspringt dem Glauben, dass Gott sich selbst die Sorgen der Menschen zu eigen macht. Dieser Glaube, der die letzte Verantwortung für unser aller Leben der Welt in die Hände Gottes legt, befreit, fasziniert und verpflichtet zugleich.
Er befreit uns von überzogenen und falschen Verantwortungsgefühlen, die aus der Versuchung kommen, sich die Welt und Umwelt selber herstellen zu wollen. Er befreit uns von solchen Einstellungen, die zu Gefühlen der Ohnmacht und der Überforderung beitragen.


Der biblische Glaube fasziniert und führt zum Staunen und zum Lob des Schöpfers:


„Seh‘ ich den Himmel, das Werk deiner Finger,
Mond und Sterne, die du befestigt:
Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott,
hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.
Du hast ihn als Herrscher eingesetzt über das Werk deiner Hände,
hast ihm alles zu Füßen gelegt.“

(Psalm 8,4-7)


Dieses Staunen führt nicht zur Angst und zur Infragestellung des Menschen, sondern zum Bewusstsein, dass ihm die von Gott geschaffene Welt als eine Gabe anvertraut ist. Sie soll dem Menschen zur Umwelt und zur Heimat werden.


Daher verpflichtet der Glaube zur Gestaltung dieser Welt. Allerdings wurde der mit dem Segen verbundene Herrschaftsauftrag Gottes an den MENSCHEN (vgl. Genesis 1,28) lange Zeit als „Freibrief zur gnadenlosen Beherrschung der Natur“ missverstanden. Wir Menschen sind sowohl Teil der Schöpfung als auch Ebenbild Gottes. Im Bild des zweiten Schöpfungsgedichts wurde der Mensch in den Garten Eden gestellt, „damit er ihn behüte und bebaue“ (Genesis 2,15). Der Auftrag zur Gestaltung der Welt kann demnach nur noch als die Aufgabe, „die Welt in Gerechtigkeit und Heiligkeit zu regieren (...) und auf Gott hinzuordnen“ (Gaudium et Spes 34/1), interpretiert werden.

Leitziele der Diözese Linz zur „Bewahrung und Gestaltung der Schöpfung“

 

Die Diözese Linz will:

  • die globalen Bedrohungen der Schöpfung und ihre Ursachen bewusst machen,
  • die strukturelle Dimension der Problematik durchschaubar machen,
  • die Menschen in der Hoffnung stärken und ermutigen, an den Problemlösungen aktiv mitzuwirken,
  • und zu persönlicher Verhaltensänderung motivieren.

 

Kirche als „Sauerteig“ will die vorhandenen kirchlichen Kommunikationsstrukturen für die verstärkte Information über Umweltfragen und Lösungsansätze nutzen.

Kirche Pilotprojekte unterstützen als konkrete Beiträge zu einem umweltschonenden und nachhaltigen Handeln.

 

Lesen Sie den gesamten Text

 

Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Umweltsprecher
Mag.a Lucia Göbesberger
Mag.a Lucia Göbesberger
Referentin
T.: 0732/7610-3255
M.: 0676/8776-3255

Kirchliche Umweltberater_innen

Die kirchlichen Umweltberater_innen

Die kirchlichen Umweltberater_innen sind Ansprechpartner_Innen rund um Schöpfungsverantwortung für die jeweilige...
Pfarren und Energieberatung

Werden Sie Klimabündnispfarre

Machen Sie mit! Ein Vertreter von Klimabündnis kommt zu Ihnen und informiert und berät Sie, wie Sie...
Denken beim Schenken

Weihnachten steht vor der Tür und damit die Zeit des Beschenkens. Es lohnt sich, drüber nachzudenken: Was macht Freude? Wie viel soll es sein? Und was kann ich mit gutem Gewissen schenken?

Download

Die Natur braucht eine Stimme!

Gegen die Entmachtung von Umweltanwaltschaften!

Aktuell müssen alle 9 Bundesländer aufgrund von Europarecht ihre Naturschutzgesetze an die Aarhus-Konvention anpassen. Damit sollen Rechte von Öffentlichkeit und NGOs auf Information, Beteiligung am Verfahren und Zugang zum Gericht gestärkt werden. Dies gilt für Verfahren in Europaschutzgebieten oder wenn europarechtlich geschützte Arten von einem Projekt betroffen sind.

Im Zuge dieser notwendigen Anpassung soll jetzt aber im Anlassfall Oberösterreich gleichzeitig der unparteiische Umweltanwalt massiv in seinen Rechten beschnitten werden. Gleichzeitig verfügen die in Frage kommenden NGOs oftmals nicht über die personellen, zeitlichen und finanziellen Ressourcen, die für eine Teilnahme an Naturschutzverfahren erforderlich sind.

Petition:

https://mein.aufstehn.at/petitions/die-natur-braucht-eine-stimme-gegen-die-entmachtung-von-umweltanwaltschaften

Gewinnerinnen des Kirchlichen Umweltpreises 2018
Kirche und Atomkraft – damals und heute

Die Kirche und Zwentendorf 1978

Wie stand die Kirche, die heute die Bewahrung der Schöpfung betont, 1978 zur Atomkraft? Die
Behelf für Jungschar und Ministrant_innen
Fairänderbox

Die FAIRänderBOX ist da!

Die Dreikönigsaktion der Kath. Jungschar hat gemeinsam mit der Katholischen Jugend, Südwind und der Katholischen...
Die Enzyklika lesen: Laudato si

Die Enzyklika...
Arbeitsunterlagen zum Einstieg für Gruppen
Lese- und Reflexionsunterlagen Laudato si'

Lese- und Reflexionsvorschläge zu Laudato si'

Hier finden Sie Vorschläge um alleine oder mit Gruppen zur Enzyklika zu arbeiten. Download Annäherung ans Thema...

Zur Umsetzung der Leitlinie

Beschaffungsordnung der Diözese Linz

Hier lesen Sie die Beschaffungsordnung der Diözese Linz, ab Seite 75.

Energiebuchhaltung für Pfarren

Fordern Sie bei uns die neue Energiebuchhaltung für Ihre Pfarre an. Sie erhalten damit nicht nur einen Überblick über...

Laudato si' Preis für öko-faire Feste in ihrer Pfarre

Sie planen im nächsten Arbeitsjahr ein Fest nach öko-fairen Kriterien in Ihrer Pfarre, dann laden wir Sie ein Ihr...
... in Wort

Die stillste Zeit im Jahr

Eine Radiosendung von Josef Limberger mit der Sellvertretenden Vorsitzende der Oberösterreichischen Frauenbewegung,...

Gottesdienstbausteien rund um die Atomkraft-Problematik

Feierheft Tschernobyl Gedenken 2006 Feierheft Tschernobyl Gedenken 2011 Fürbitten 2016
... und Tat

Gemeinschäftsgarten in Pfarren

Im Frühjahr 2019 entstehen in oberösterreichischen Pfarren Gemeinschaftsgärten. Macht mit und gründet einen...

Artenreiche Landwirtschaft auf Kirchengrund

Chancen gelebter Schöpfungsverantwortung. Eine Handreichung zur Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen auf kircheneigenem...
Kirchliche Dokumente

Päpstliche und vatikanische Dokumente

Päpstlicher Rat für Gerechtigkeit und Frieden Kapitel Umwelt im Sozialkompendium (1999) Gemeinsame Erklärungen: Papst...

Dokumente der deutschen Bischofskonferenz

Zukunft der Schöpfung - Zukunft der Menschheit. Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz zu Fragen Umwelt und...

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ökumenische Dokumente

Umwelt und Entwicklung. Eine Herausforderung an unsere Lebensstile. Abschlussdokument der Konferenz Europäischer...
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Kommunikationsbüro
Herrenstraße 19
Postfach 251
4021 Linz
TEL: 0732 / 7610 - 1170
FAX: 0732 / 7610 - 1175

DVR: 0029874(117)

www.dioezese-linz.at
post@dioezese-linz.at
https://www.dioezese-linz.at/
Darstellung: