Sunday 9. August 2020

Schöpfung bewahren = Klima schützen

Bei einer Pressekonferenz am 23. September 2019 in Wien stellen sich vier Vertreter von etablierten Glaubensgemeinschaften in Österreich demonstrativ hinter die Forderungen von Fridays for Future. „Wir haben lange genug gewartet. Unsere Geduld ist am Ende. Klimaschutz braucht rasche Taten und keine leeren Worte. Heisse Luft hat die Erde bereits genug“, fordert Maris Filipic von Fridays for Future um die Politik zum aktivem Handeln aufzufordern und bekommt Rückendeckung von den Religionen.

 

Bereits 2016 hat das Österreichische Parlament dem Klimaabkommen von Paris zugestimmt. Seitdem sind wertvolle Jahre verstrichen in denen die Politik zwar oftmals mit Ankündigungen und Versprechungen darauf hingewiesen hat, dass Klimaschutzmaßnahmen nötig sind, die reale Untätigkeit hat aber den notwendigen Handlungsspielraum zur Bekämpfung der Klimakrise bedeutend kleiner werden lassen. Der letzte Bericht des Weltklimarates IPCC vom vergangenen Jahr hat die Notwendigkeit den Klimawandel bei 1,5 Grad Temperaturanstieg zu stabilisieren nochmals eindringlich herausgestrichen.

 

Fridays for Future als treibende Kraft

 

Mit Fridays for Future hat die globale Umweltbewegung eine kraftvolle neue Stimme erhalten, die die Überfälligkeit und Dringlichkeit einschneidender Maßnahmen zum Schutz des globalen Ökosystems durch Politik und Gesellschaft einmahnt. Sie verlangt von der Politik Taten statt Worte und ein festschreiben von Maßnahmen. „Der Klimanotstand ist eines der Gesetze die das nochmalige Kommittent der Parteien zeigen sollen, dass sie es mit dem Klimaschutz ernst meinen“, so Maris Filipic von Fridays for Future: „Das allein ist aber nur der erste Schritt. Auch der Pfad, der zu einer CO2-freien Gesellschaft führt muss niedergeschrieben, durch Maßnahmen hinterlegt und eingehalten werden. Die Zeit der vielen leeren Wort ist vorbei, jetzt müssen endlich die Taten folgen. Der rasche Ausbau der erneuerbaren Energien, die deutliche Reduktion des Energieverbrauchs und das Ende des CO2-Ausstoßes sind nur ein paar von jenen Zielen die endlich angegangen werden müssen.“

 

Religionen stellen sich hinter Fridays for Future

 

Viele Religionsgemeinschaften unterstützen mittlerweile diese Initiative aus ihren verschiedenen Glaubensüberzeugungen. „Ich unterstütze Fridays for Future auf der Basis meines christlichen Glaubens: Er lehrt mich Ehrfurcht vor Gottes guter Schöpfung und Sorge um die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen,“ so Stephan Turnovzsky, röm.kath. Jugendbischof in Österreich. Vier in Österreich etablierten Glaubensgemeinschaften stellen sich heute dezidiert hinter Fridays for Future und fordern die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft auf, den längst überfälligen Strukturwandel hin zu einer ökosozialen Politik und Wirtschaftsordnung endlich aktiv und mit aller Kraft umzusetzen. „Die Bewahrung der Schöpfung ist eine Verantwortung, die uns allen gemeinsam und jedem und jeder einzelnen gegeben ist“, so der evangelische Bischof Michael Chalupka. „Persönliche Verhaltensänderung und politische Maßnahmen gegeneinander auszuspielen, bringt uns nicht weiter. Es braucht politische Maßnahmen, um die Überhitzung unserer Erde zu stoppen. Damit die Politik die nötigen Maßnahmen setzt, braucht es aber auch Signale der Bürger und Bürgerinnen an sie: Wir wollen Klimagerechtigkeit, und wir sind bereit, dafür etwas zu tun und unsere Lebensweise zu ändern. Es entspricht der evangelischen Tradition, in Freiheit Verantwortung zu übernehmen.“ Gerhard Weißgrab, Präsident der Österreichische Buddhistische Religionsgesellschaft fährt fort: „Das Klima beeinflusst die Natur. Wir alle sind Teil der Natur und von jedem Wandel, der dort stattfindet, mit betroffen – es führt daher kein Weg daran vorbei, endlich die volle Verantwortung für den Schutz dieser Natur zu übernehmen!“ Enis Buzar der Islamische Glaubensgemeinschaft Österreich ergänzt: „Als IGGÖ wollen wir unsere Mitmenschen motivieren, nicht nur die Klimakrise zu verstehen, sondern auch bei sich selbst anzufangen.“


„Für die Bekämpfung der Klimakrise müssen Kräfte aus Politik und Bevölkerung gebündelt werden. Die Klimakrise muss von Entscheidungsträger*innen öffentlich als Aufgabe höchster Priorität anerkannt werden. Dementsprechend müssen politische Entscheidungen für sofortige Handlungen getroffen werden, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren und nicht auf Wahlsolgans die nach der Wahl im Altpapier landen“, fordert Maris Filipic von Fridays for Future abschließend.

 

(M. Jaksch-Fliegenschnee, Parents for Future Baden)

 

Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Univ. Prof. Dr. Michael Rosenberger
Umweltsprecher
Mag.a Lucia Göbesberger
Mag.a Lucia Göbesberger
Referentin
T.: 0732/7610-3255
M.: 0676/8776-3255

Fachausschuss Schöpfungsverantwortung des Pastoralrates

Mitglieder:

Hermann Deisenberger, Josef Froschauer (Vorsitzender), Josef Gruber, Christian Hein, Harald Rechberger, Magdalena Schobesberger, Georg Spiekermann, Joachim Sulzer, Sophie Winklberger, Georg Winkler (Stellvertretender Vorsizender), Michael Rosenberger (Umweltsprecher), Lucia Göbesberger (Referentin für Umweltfragen).

Eintragungswoche: 22. bis 29. Juni 2020.

Papst Franziskus hat beginnend mit Mai ein Laudato-Si‘-Jahr ausgerufen. Fünf Jahre nach dem Erscheinen dieser Enzyklika mit dem Untertitel „Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ ist ihr Inhalt aktueller denn je. Die öko-soziale Krise wurde zwar durch die Pandemie-Berichterstattung zum Teil überlagert, aber eines machte die aktuelle Krise deutlich: Nämlich wie sehr alle miteinander verbunden und voneinander abhängig sind. Das wird Papst Franziskus nicht müde in diesem Rundschreiben zu betonen. Weiters wurde durch die Krise deutlich – Politiker_innen können das Ruder in die Hand nehmen und gestalten (bei aller Fehleranfälligkeit in der gebotenen Eile). Genau das fordert der Papst von den Politiker_innen, sich nicht durch scheinbare Alternativlosigkeit vor sich hertreiben zu lassen, sondern das Primat der Politik (im Rahmen der Verfassung) wahrzunehmen und die Voraussetzungen für ein gutes Leben für alle zu schaffen. Dazu gehört, sich der Klimakrise zu stellen und Entscheidungen auf ihre Klimaverträglichkeit zu überprüfen. Damit dieses Anliegen im Zuge des Wiederaufbaus nicht scheinbar unabänderlichen Sachzwängen zum Opfer fällt, ist es umso wichtiger das Klimavolksbegehren zu unterstützen.

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