Sonntag 27. Mai 2018

Start der Initiative Wir gemeinsam. Ein starkes soziales Netz schützt und stützt die Mitte.

"Wir alle brauchen gute Medizin, wenn wir krank sind. Wir alle brauchen ein Daheim und ein Dach über dem Kopf. Wir alle brauchen gute Schulen. Egal ob wir arm sind oder reich."

„Ein starkes Netz sozialer Sicherung macht das möglich. Dafür machen wir uns stark. Wir gemeinsam.“ Heute startet eine österreichweite Initiative, die sich stark macht für ein gutes soziales Netz, das uns stützt und schützt. „Die Mitte ist dort weniger gefährdet, wo es ein starkes Netz sozialer Sicherheit gibt“, betonen die Initiatoren. Mit Plakaten am Fußallplatz, im Lebensmittelgeschäft oder im Tanzverein, mit Freecards in Lokalen, auf Social Media und in vielen Begegnungen werden die Bilder und Texte zu Gesprächen anregen.


I brauch an Doktor, Du brauchst an Doktor. Wir lassen niemanden krepieren.

 

„Ich brauche einen Rollstuhl seit meiner Geburt“, erzählt Vera Hinterdorfer, engagiert bei der Initiative Sichtbar Werden der Armutskonferenz. "Meine Krankheit hat sich immer wieder verschlechtert. Dank einem halben Jahr Rehabilitation und acht Stunden Physiotherapie täglich, konnte ich wieder zurück in die Arbeit. Die Schmerzen aber bleiben. Ohne starkes soziales Netz könnte ich heute nicht hier sitzen. Gut dass es einen starken Sozialstaat gibt - bei allen Lücken, die wir aufzeigen und auch schließen müssen.“


I brauch Freunde, Du brauchst Freunde. Wir lassen niemanden allein.

 

„Ich habe einen guten Job gehabt, aber durch Krankheit habe ich ihn verloren. Lange ist es mir sehr schlecht gegangen“, erzählt der Mindestpensionist Karl Frank. Karl Frank leitet die Fußballgruppe bei pro mente. „Das hat mir das Leben gerettet“, sagt er. „Sport machen, unter anderen sein, Verantwortung bekommen. Gemeinsam geht das besser".

 

„Arbeitslosigkeit kann jeden treffen, wegen einer Krankheit oder auch, weil die Arbeitswelt im Umbruch ist“, ergänzt die Betriebswirtin Judith Pühringer von arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich. „Die Konjunktur zieht an, für langzeitarbeitslose Menschen über 50 Jahre oder auch Menschen mit Behinderungen gilt das nur bedingt. Sie haben weiterhin schlechte Karten. Gerade da braucht es ein starkes soziales Netz mit Perspektiven.“


Die Mitte ist dort weniger gefährdet, wo es ein starkes Netz sozialer Sicherheit gibt

 

Bezieht man neben Einkommen auch Konsum und Vermögen in die Analyse ein, dann zerfällt die Mitte in einen Teil mit Rücklagen und in einen ohne. Die untere Hälfte hat kaum nennenswerten Besitz. Und das macht einen Riesenunterschied. Die untere Mittelschicht lebt nämlich solange in relativem Wohlstand mit Mietwohnung, Auto, Urlaub, Hobbies und Zukunftschancen für die Kinder, solange Systeme des sozialen Ausgleichs existieren. Ihre Lebensqualität wird durch den Sozialstaat möglich gemacht. Pensionsversicherung, Kranken- und Arbeitslosenversicherung, geförderte Mietwohnungen und öffentliche Schulen sichern den Lebensstandard und verhindern gerade in unsicheren Zeiten ein Abrutschen nach unten. Die untere Mitte hat kein Vermögen um Einschnitte wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit einfach aufzufangen. Und wäre sie gezwungen Vermögen für Alter, Bildung, Krankheit oder Arbeitslosigkeit anzusparen, wäre ihr Lebensstandard und ihr Konsumniveau vernichtet. Die Mitte ist dort weniger gefährdet, wo es ein starkes Netz sozialer Sicherheit gibt.

 

Die aktuellen Daten zeigen uns: Länder mit starkem Sozialstaat sind wettbewerbsfähig, weisen hohe Arbeitsproduktivät und ein hohes Bruttoinlandsprodukt auf. Monetäre Transfers tragen entscheidend zum sozialen Ausgleich bei und wirken armutspräventiv. Sie reduzieren die Armutsgefährdung von 44% auf 13,9%. Am stärksten wirken da Arbeitslosengeld, Notstands- und Mjndestsicherung sowie Wohnbeihilfe und Bildungsausgaben. Ein starkes soziales Netz reduziert die Abstiegsgefahr und schützt die Mitte vor Armut.


Stärken optimieren, Schwächen korrigieren

 

„Was sind die Stärken und was sind die Schwächen, fragt man sich, wenn man etwas verbessern will“, fasst Sozialexperte Martin Schenk zusammen. „Im besten Fall führt dies dazu, dass die Schwächen korrigiert und die Stärken optimiert werden. Das gilt auch für den Sozialstaat. Dort, wo soziale Probleme steigen, müssen wir gegensteuern, dort, wo soziale Probleme präventiv verhindert werden, müssen wir weiter investieren. Sonst werden die Schwächen verstärkt und die Stärken geschwächt.“

 

https://wir-gemeinsam.at/

 

(www.armutskonferenz.at)

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