Mittwoch 22. August 2018

In Oberösterreich werden täglich fast fünf Millionen Liter Sprit getankt

Im Schnitt werden in Oberösterreich täglich fast fünf Millionen Liter Benzin und Diesel getankt, macht der VCÖ aufmerksam.

Heute wird um rund 75 Prozent mehr Sprit getankt als noch im Jahr 1990. Im Regierungsprogramm wird die Abhängigkeit von Energieimporten als "finanzielle und politische Hypothek" bezeichnet. Um die teure Abhängigkeit des Verkehrs vom Erdöl zu reduzieren, braucht es neben mehr E-Mobilität auch mehr Bahn- und Busverbindungen sowie den Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr.

 

In Oberösterreich fließt immer mehr Treibstoff in die Tanks von Pkw und Lkw. Allein im Vorjahr wurden 1,65 Milliarden Liter Sprit getankt, für heuer rechnet der VCÖ mit einem weiteren Anstieg auf rund 1,7 Milliarden Liter. Im Vergleich zum Jahr 1990 ist die in Oberösterreich getankte Spritmenge um drei Viertel gestiegen, damals flossen rund 0,96 Milliarden Liter Benzin und Diesel in die Tanks, im Jahr 2000 waren es bereits 1,28 Milliarden Liter und im Jahr 2010 rund 1,54 Milliarden Liter.
 
"Der Verkehr ist heute massiv vom Erdöl abhängig. Da Erdöl Großteils aus politisch instabilen Regionen, sind auch die Schwankungen des Erdölpreises sehr groß, mit negativen Auswirkungen auf die Haushalte und die Wirtschaft", stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Zu Recht wird die Abhängigkeit von Energieimporten im neuen Regierungsprogramm als "finanzielle und politische Hypothek" bezeichnet.

 

Der VCÖ spricht sich für ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Verringerung der Erdölabhängigkeit aus. Der Anteil der E-Mobilität ist zu erhöhen. Dabei ist auch wichtig, dass kontraproduktive Anreize, wie etwa die Steuerbegünstigung von Diesel abgeschafft werden. Der VCÖ begrüßt es daher, dass sich die neue Regierung für das "Eliminieren kontraproduktiver Anreize im Energie- und Umweltbereich" ausspricht.

 

Derzeit gibt es in Oberösterreich rund 2.500 E-Autos. Zentral für den Durchbruch der E-Mobilität ist, dass die Hersteller mehr E-Automodelle auf den Markt bringen. "Die Politik kann diese Entwicklung massiv beschleunigen, indem auf EU-Ebene deutlich niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen beschlossen werden und auf nationaler Ebene mit einer CO2-Abgabe ein Anreiz zum Abschied von Benzin und Diesel gesetzt wird", stellt VCÖ-Expertin Rasmussen fest.  

 

Neben der Forcierung der E-Mobilität ist vor allem auch der Öffentliche Verkehr verstärkt auszubauen. "Die wirksamste Pendlerförderung ist ein gutes Angebot an Bahn- und Busverbindungen", betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Wer mit dem Öffentlichen Verkehr zur Arbeit pendeln kann erspart sich im Vergleich zum Auto bei längeren Distanzen mehrere tausend Euro pro Jahr, wie eine unlängst veröffentlichte VCÖ-Analyse zeigt.

 

Großes Potenzial hat auch der Radverkehr. Vier von zehn Autofahrten der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher sind kürzer als fünf Kilometer. Eine gute Radinfrastruktur ermöglicht den Umstieg auf das Fahrrad, spricht sich der VCÖ für den verstärkten Ausbau der Radinfrastruktur aus. "Die Energiewende ist nur mit einer Verkehrswende erreichbar", so VCÖ-Expertin Rasmussen.

 

(www.vcoe.at)

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