Samstag 23. September 2017

Klimaschutzbericht: „Weiter wie bisher“ ist keine Option

Mit dem Klimaschutzbericht legt das Umweltbundesamt umfangreiche Informationen zu den Treibhausgas-Emissionen in Österreich vor: Im Klimaschutzbericht analysieren die ExpertInnen Trends und Einflussfaktoren bis 2015. „Österreich hat mit der Ratifizierung des Pariser Übereinkommens die Notwendigkeit anerkannt, auf die Nutzung fossiler Energie bis Mitte des Jahrhunderts weitestgehend zu verzichten. Das ist jedenfalls eine große Herausforderung, für die Mut, Konsequenz und eine langfristige Weichenstellung gefragt sind. Ein „Weiter wie bisher“ ist keine Option,“ betont Jürgen Schneider, Klima-Experte im Umweltbundesamt. „Klimaschutz eröffnet Chancen für zukunftsfähiges Wirtschaften und reduziert volkswirtschaftliche Folgekosten, die durch den Klimawandel entstehen. Klimaschutz zahlt sich aus!“

Klimaschutzbericht: Analyse der Treibhausgas-Emissionen bis 2015

 

Im aktuellen Klimaschutzbericht hat das Umweltbundesamt die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen bis 2015 analysiert. Im Mittelpunkt des Berichts stehen Trends und wirtschaftliche Einflussfaktoren der Treibhausgas-Emissionen in Österreich seit 1990. Die rückläufige Entwicklung zwischen 2005 und 2014 konnte im Jahr 2015 nicht weiter fortgesetzt werden. Die Treibhausgas-Emissionen in Österreich sind von 2014 auf 2015 um 3,2 % gestiegen und liegen bei 78,9 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Zurückzuführen ist der Anstieg von rd. 2,5 Mio. Tonnen im Vergleich zu 2014 vor allem auf folgende Faktoren: Im Sektor Energieaufbringung erfolgte witterungsbedingt eine Verschiebung der inländischen Stromproduktion von Wasserkraft zu kalorischen Kraftwerken. Im Verkehrssektor stieg der Absatz von fossilen Treibstoffen. Im Gebäudebereich sowie im Sektor Industrie und Energie (außerhalb des Emissionshandels) kam es im Vergleich zur sehr warmen Wintersaison 2014 witterungsbedingt zu einem höheren Heizbedarf und dadurch zu einem Mehrverbrauch v.a. von Erdgas und Heizöl.

 

Für die Jahre 2013 bis 2020 gelten in Österreich Höchstmengen für die Treibhausgase aus Verkehr, Gebäude, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und allen weiteren Quellen, die nicht im Emissionshandel geregelt sind. Wie schon 2013 und 2014 wurde das jeweilige nationale Ziel auch 2015 unterschritten: Der Zielwert 2015 liegt bei 51,5 Mio. Tonnen, die tatsächlichen Emissionen dieser Sektoren bei rd. 49,3  Mio. Tonnen und damit um rund 2,2 Mio. Tonnen unter dem Ziel. Die ExpertInnen des Umweltbundesamtes rechnen damit, dass das österreichische Klimaziel bis 2020 erreicht wird.


Ausblick bis 2050

 

Um die Ziele für 2030 – das sind für Österreich lt. EK-Vorschlag minus 36 % gegenüber 2005 (für Emissionsquellen außerhalb des Emissionshandels) – und einen weitgehenden Verzicht auf fossile Energieträger bis 2050 zu erreichen, sind weitreichende Maßnahmen zur Verminderung des Einsatzes fossiler Energie unerlässlich. „Der Klimawandel ist eine große Aufgabe, für die wir gemeinsam Lösungen finden müssen. Damit die Kosten dafür auf einem erträglichen Maß bleiben, müssen wir rasch handeln,“ plädiert Jürgen Schneider. „Bei Investitionen sollte der Fokus insbesondere auf langlebigen Infrastrukturen und zukunftsfähigen Technologien liegen, die einen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energie ermöglichen.“


Klimaschutzbericht 2017

 

Das Umweltbundesamt stellt mit dem Klimaschutzbericht das Standardwerk für klimapolitische Analysen und Entscheidungen zur Verfügung. Die Daten dafür stammen aus der österreichischen Treibhausgas-Inventur, die das Umweltbundesamt jährlich erstellt und Mitte Jänner veröffentlicht.

 

(www.umweltbundesamt.at)

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