Samstag 20. Januar 2018

Hitze erhöht Ozonbelastung – Autofahrten vermeiden

Die Hitzewelle bringt in Österreich eine erhöhte Ozonbelastung mit sich. Gestern war die Belastung in Steyr am höchsten. Der VCÖ fordert zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung stärkere Maßnahmen gegen die Ozonbelastung. Autofahrten sind möglichst zu vermeiden. Denn Hauptverursacher der Stickstoffoxide sind Dieselfahrzeuge. Verschärft wird das Problem, dass Diesel-Pkw beim Fahren deutlich mehr Stickoxide ausstoßen als die im Labor ermittelten Werte erwarten lassen.

Gestern wurde in Steyr mit 174 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft der höchste Stundenwert gemessen, in St. Valentin mit 173 der zweithöchste. Der VCÖ rechnet, dass heute der Ozon-Informationswert von 180 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft überschritten wird. Erhöhte Ozonbelastung führt zu Reizungen der Augen und Schleimhäute (Husten) sowie zu Kopfschmerzen. Auch Lungenschäden können durch Ozon verursacht werden. Auch Schäden an Pflanzen bis hin zu Ernteschäden können die Folge sein, erklärt der VCÖ.

 

Nachhaltige Maßnahmen nötig

 

Ozon entsteht durch Luftschadstoffe, insbesondere Stickstoffoxide und Kohlenwasserstoffe, und Sonneneinstrahlung. Hauptverursacher der Stickstoffoxide sind die Dieselfahrzeuge. Als einzelner kann man durch das Vermeiden von Autofahrten einen Beitrag gegen Luftverschmutzung leisten. Um nachhaltig die Ozonbelastung zu verringern ist aber die Politik gefordert, betont der VCÖ.

 

„In Österreich wird in vielen Regionen seit Jahren der Ozon-Zielwert überschritten. Es werden in Österreich zu wenige Maßnahmen für den Schutz der Bevölkerung vor Luftverschmutzung umgesetzt“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest. Der VCÖ weist darauf hin, dass laut Ozongesetz in einem Jahr an nicht mehr als 25 Tagen die Ozonbelastung im 8-Stunden-Schnitt höher als 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft sein darf. An der Messstelle Sonnblick in Salzburg war dies seit Jahresanfang aber bereits an 44 Tagen der Fall, im gesamten Vorjahr an 56 Tagen und im Hitze-Jahr 2015 sogar an 92 Tagen.

 

Ozonbelastung in ländlichen Regionen hoch durch Verfrachtung

 

Die Ozonbelastung ist in ländlichen Regionen hoch, weil die Schadstoffe aus den Städten in die Regionen verfrachtet werden. Und in den Städten wird das Ozon durch Reaktionen mit anderen Schadstoffen in andere Schadstoffe umgewandelt. So führt Stickstoffmonoxid (NO) dazu, dass Ozon (O3) in NO2 (Stickstoffdioxid) und O2 (Sauerstoff) aufgespaltet wird. Aber auch NO2 ist gesundheitsschädlich und kann Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen verursachen.

Auch weitere stark Ozon stark belastete Regionen in Österreich liegen außerhalb der Städte, wie etwa in Kärnten die Gerlitze, in Vorarlberg Sulzberg im Bregenzerwald, in der Steiermark Klöch und in Oberösterreich der Feuerkogel, weist der VCÖ auf Messstellen der Bundesländer hin.

 

Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung. In den Ballungsräumen braucht es mehr Bahnverbindungen sowie den umfassenden Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr. Vier von zehn Autofahrten sind kürzer als fünf Kilometer. Das Potenzial der Elektro-Fahrräder ist durch den Ausbau von direkten Radschnellverbindungen stärker zu nutzen.

 

Der Dieselboom hat Österreich große Probleme mit der Luftqualität beschert. Umso mehr als infolge des Dieselskandals bekannt wurde, dass bei vielen Diesel-Pkw die Abgasreinigung durch eine Software häufig abgeschaltet wird. Dadurch stoßen Diesel-Pkw beim Fahren große Mengen an Schadstoffen aus. Der Anteil der Diesel-Pkw ist in Österreich mit 57 Prozent doppelt so hoch wie in der Schweiz. In der Schweiz wird Dieselgleich hoch besteuert wie Eurosuper, in Österreich ist die Mineralölsteuer auf Diesel um 8,5 Cent pro Liter niedriger als auf Eurosuper.

 

(www.vcoe.at)

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