Montag 21. August 2017

Verkehr ist Hauptverursacher von Oberösterreichs Stickoxid-Emissionen

Der Verkehr ist in Oberösterreich der größte Verursacher der gesundheitsschädlichen Stickoxid-Emissionen, macht der VCÖ aufmerksam. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für eine saubere Mobilität.

49,3 Prozent von Oberösterreichs Stickoxid-Emissionen werden laut Umweltbundesamt vom Verkehr verursacht. "Der Verkehr verursacht fünf Mal so viele Stickoxide wie beispielsweise die Haushalte durchs Heizen und doppelt so viel wie die Industrie", verdeutlicht VCÖ-Expertin Rasmussen. In Oberösterreich ist der Verkehr für die Hälfte der Stickoxid-Emissionen verantwortlich. Ein großes Problem bereiten viele Dieselfahrzeuge, die beim Fahren zu viele Schadstoffe emittieren.

 

7.100 Todesfälle durch Luftverschmutzung

Stickoxide sind sehr gesundheitsschädlich, insbesondere das Stickstoffdioxid. Hauptverursacher der Stickoxide sind Dieselfahrzeuge. Laut Europäischer Umweltagentur ist Stickstoffdioxid in Österreich für 660 Todesfälle pro Jahr verantwortlich - mehr als durch Verkehrsunfälle ums Leben kommen. Insgesamt verursacht die Luftverschmutzung in Österreich fast 7.100 Todesfälle pro Jahr.

"Aus Gesundheitssicht sind die Verkehrsemissionen auch deshalb problematisch, weil sie häufig dort in die Luft gelangen, wo Menschen wohnen oder unterwegs sind. Die Schadstoffe des Verkehrs gelangen damit direkt in der Atemluft", so VCÖ-Expertin Rasmussen.

Erst diese Woche wurden in Großbritannien die Ergebnisse von Abgastests unter realen Fahrbedingungen veröffentlicht. Demnach stießen 95 Prozent (!) von 153 getesteten Diesel-Pkw-Modellen (Modell der Abgasklasse Euro6 und Euro5) mehr Stickoxide aus als der Grenzwert im offiziellen Testverfahren erlaubt. Am schlechtesten Schnitt ein Jeep Grand Cherokee ab, der den Grenzwert um das 15-Fache überschritt. Die britischen Konsumentenschützer sprachen von "Stickoxid-Fabriken auf vier Rädern".

 

Verstärkte Maßnahmen für eine saubere Mobilität


"Die Gesundheit der Bevölkerung muss endlich Vorrang bekommen. Der Lkw-Verkehr ist zu verringern, die Alternativen zum Pkw sind massiv zu verbessern", betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Der Lkw-Verkehr quer durch Europa ist durch mehr Kostenwahrheit zu reduzieren.

Für die Bevölkerung braucht es ein dichteres öffentliches Verkehrsnetz mit häufigen Verbindungen und den Ausbau der Infrastruktur fürs Radfahren. International setzen immer mehr Städte auf Radschnellwege, die möglichst kreuzungsfrei sind. Wichtig für die Luftqualität ist zudem die Verlagerung des städtischen Lieferverkehrs auf Elektro-Transporter. "Die EU ist gefordert, strengere Grenzwerte für Klein-Lkw zu erlassen, damit die Fahrzeughersteller mehr Elektro-Transporter auf den Markt bringen", betont VCÖ-Expertin Rasmussen.

Rückfragen: VCÖ-Kommunikation Christian Gratzer (01) 8932697, (0699) 18932695

VCÖ: Verkehr ist Hauptverursacher von Oberösterreichs Stickoxid-Emissionen (Stickoxid-Emissionen nach Verursacher, in Klammer Anteil)

Verkehr: 17.774 Tonnen (49,3 Prozent)

Industrie: 9.922 Tonnen (27,5 Prozent)

Kleinverbraucher: 3.894 Tonnen (10,8 Prozent)

Energieversorgung: 2.843 Tonnen (7,9 Prozent)

Landwirtschaft: 1.638 Tonnen (4,5 Prozent)

Sonstige: 2 Tonnen

Summe: 36.074 Tonnen
Quelle: Umweltbundesamt, VCÖ 2016 

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