Dienstag 6. Dezember 2016

62 Menschen besitzen so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung

Oxfam-Bericht belegt wachsende soziale Ungleichheit und fordert das Ende von Steueroasen.

Soziale Ungleichheit nimmt weltweit dramatisch zu. Inzwischen besitzen die 62 reichsten Einzelpersonen – vor einem Jahr waren es noch 80 – genauso viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Dies geht aus dem Bericht „An Economy for the 1%“ hervor, den Oxfam im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos veröffentlicht. Die Entwicklungsorganisation fordert, das Geschäftsmodell der Steueroasen zu beenden und sehr hohe Vermögen stärker zu besteuern.

Das Gesamtvermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung verringerte sich in den vergangenen fünf Jahren um rund eine Billion US-Dollar, eine Abnahme um 41 Prozent, trotz eines Bevölkerungszuwachses von 400 Millionen Menschen. Gleichzeitig wuchs das Vermögen der reichsten 62 Personen um mehr als eine halbe Billion US-Dollar. Die Geschwindigkeit, mit der die Kluft zwischen Arm und Reich wächst, ist dabei noch größer als erwartet: Vor einem Jahr prognostizierte Oxfam, im Jahr 2016 werde das reichste Prozent der Weltbevölkerung (70 Millionen Menschen) mehr besitzen als die restlichen 99 Prozent (sieben Milliarden Menschen) zusammen. Tatsächlich wurde diese Schwelle bereits 2015 erreicht, ein Jahr früher als erwartet. Dem Bericht zufolge droht soziale Ungleichheit, die Fortschritte bei der Armutsbekämpfung zunichte zu machen.

 

Neun von zehn Großkonzernen haben Niederlassung in Steueroase

Ein Grund für diese Entwicklung ist die unzureichende Besteuerung von großen Vermögen und Kapitalgewinnen sowie die Verschiebung von Gewinnen in Steueroasen. Investitionen von Unternehmen in Steuerparadiesen haben sich zwischen 2000 und 2014 vervierfacht. Neun von zehn der weltweit führenden Großunternehmen haben Präsenzen in mindestens einer Steueroase. Entwicklungsländern gehen auf diese Weise jedes Jahr mindestens 100 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen verloren. Die Verschiebung von Vermögen in Steueroasen durch reiche Einzelpersonen kostet alleine die afrikanischen Staaten jährlich rund 14 Milliarden US-Dollar. Damit ließe sich in Afrika flächendeckend die Gesundheitsversorgung für Mütter und Kinder sicherstellen, was pro Jahr rund vier Millionen Kindern das Leben retten würde.

„Wir leben in einer Welt, deren Regeln für die Superreichen gemacht sind. Nötig ist dagegen ein Wirtschafts- und Finanzsystem, von dem alle profitieren. Konzerne dürfen sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen. Sie müssen ihre Gewinne dort versteuern, wo sie sie erwirtschaften. Die Politik muss die Anliegen der Bevölkerungsmehrheit über die Interessen der Superreichen stellen. Sie muss die Steueroasen trockenlegen“, fordert Tobias Hauschild, Referent für Entwicklungsfinanzierung bei Oxfam.

 

Maßnahmen für mehr Steuergerechtigkeit

 

Ein gerechtes internationales Steuersystem erfordert mindestens folgende Maßnahmen:

  • Unternehmen müssen zu einer öffentlichen länderbezogenen Berichterstattung über Gewinne und deren Versteuerung verpflichtet werden. So kann die Öffentlichkeit Steuerzahlungen von Konzernen überprüfen, die demokratischen Rechenschaftspflicht würde gestärkt.
  • Der ruinöse Wettlauf um die niedrigsten Steuersätze muss ein Ende haben. Hierfür müssen Staaten ihre Steueranreize für Konzerne transparent machen.
  • Statt Konsum steuerlich stärker zu belasten, müssen große Vermögen, Kapitalgewinne und hohe Einkommen deutlich stärker besteuert werden.
  • Um die Interessen von Entwicklungsländern zu berücksichtigen, braucht es eine legitime zwischenstaatliche Steuerinstitution auf UN-Ebene, die alle Länder umfasst.

(www.oxfam.de)

Soziale Botschaft der Woche

Minister und Bischof loben Beiträge der Diözesen

Umweltminister Andrä Rupprechter und der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz sehen im Umwelt-Engagement...
Frieden
Naher Osten

„Was ist los im Nahen Osten?“

Gudrun Harrer sprach in Linz über die verworrene Situation im Nahen Osten nach dem Arabischen Frühling und äußerte...

Berührende Gedenkfeier in Spital/Pyhrn

Gedenkfeier an im Nationalsozialismus umgekommene Kinder und Säuglinge in Spital/Pyhrn

Viele namenlose Kinder liegen am Spitaler Friedhof begraben. Die Kinder von Zwangsarbeiterinnen starben zwischen 1943...

Nach Friede sehnen wir uns alle; besonders zur Weihnachtszeit. Wer den Blick auf das Weltgeschehen richtet, könnte meinen: Weltfriede ist so visionär wie manche Kinderträume.

Die Angst um den Frieden

Wie kann Frieden gelingen? Seit den Terroranschlägen in Paris beschäftigt diese Frage die Menschen. Ein Interview zum...
Die Enzyklika lesen: Laudato si

Helfe sich wer kann - unser Sozialsystem im Umbruch

4./5. November 2016 FH Oberösterreich, Fakultät für Medizintechnik und Angewandte Sozialwissenschaften, Garnisonstr....

My home is my castle Wohnen

My home is my castle

Diskurscafé - Reden Sie mit! Mi, 16. Nov. 2016 | 19:00 Ort: Willy*Fred | Graben 3, 4020 Linz

Ein Blick hinter die Kulissen Prags

Die Sozial- und Begegnungs-Reise führte 33 ReiseteilnehmerInnen nach Prag: Wie lebt es sich dort? Was beschäftigt die...
Aktuelle Predigten
Courage und Gottvertrauen. Der unfolgsame Nikolaus

Courage und Gottvertrauen. Der unfolgsame Nikolaus

zum Nikolaustag, 6. Dezember 2016 / Lesejahr A

 

Autorin: Mag. a Angelika Gumpendorfer-Eckerstorfer,

                 Referentin im Sozialreferat der Diözese Linz

Predigttext Christkönigsonntag Scheidl

Am Ende ist es ziemlich einfach.

Bock oder Schaf, das ist hier die Frage!

Predigt /Besinnungstext zum Christkönigsonntag

im Jahreskreis A (23.11.2014)

 

Alle Predigten im Jahreskreis
Feste und Gedenktage
27. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C, Mag. Gerhard Lehrner

Franz von Assisi, die Muslime und wir?

Sozialpredigt zum 27. Sonntag im Jahreskreis, 2. Okt. 2016 | LJ C (Lk 17,5-10) Autor: Mag. Gerhard Lehrner, Pregarten

Erntedanksonntag 2016, Univ.-Prof. Dr. Michael Rosenberger

Ein Ohr für die Schöpfung

Predigtvorschlag zum Erntedanksonntag 2016 Autor: Univ.-Prof. Dr. Michael Rosenberger, Linz
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Kommunikationsbüro
Herrenstraße 19
Postfach 251
4021 Linz
TEL: 0732 / 7610 - 1170
FAX: 0732 / 7610 - 1175

DVR: 0029874(117)

www.dioezese-linz.at
post@dioezese-linz.at
https://www.dioezese-linz.at/
Darstellung: