Freitag 25. Mai 2018

Verkehr ist Oberösterreichs größtes Sorgenkind beim Klimaschutz!

Seit 1990 haben Emissionen des Verkehrs um zwei Drittel zugenommen, informiert der VCÖ. Es ist höchste Zeit das klimafreundliche Mobilitätsangebot auszubauen und zu verbessern.

Pro Jahr ist Oberösterreich laut Umweltbundesamt für rund 22,3 Millionen Tonnen klimaschädliche Emissionen verantwortlich. Der Verkehr verursacht ein Fünftel der Treibhausgas-Emissionen. "Die Emissionen des Verkehrs sind seit dem Jahr 1990 um zwei Drittel gestiegen, so stark wie in keinem anderen Sektor. Die Zunahme beim Verkehr macht die Einsparungen in anderen Bereichen wieder zunichte", macht VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen aufmerksam.

Noch im Jahr 1990 wiesen Verkehr und Raumwärme fast gleich hohe Emissionen auf. Seither wurden bei der Raumwärme die Emissionen um 42 Prozent verringert. Heute verursacht der Verkehr dreimal so viele Treibhausgas-Emissionen wie der Sektor Raumwärme! "Im Bereich der Raumwärme wurden durch die Umstellung auf neue Heizsysteme sowie durch Wärmedämmung trotz wachsender Anzahl der Haushalte die Emissionen verringert. Eine Strategie, die auch im Verkehrsbereich anzuwenden ist", betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Die Umstellung auf andere Mobilitätsformen, wie Öffentlicher Verkehr sowie bei kürzeren Strecken Radfahren oder Gehen, kann die Treibhausgas-Emissionen deutlich verringern.

 

Schnellradwege für Linz und mehr Öffis


Das Potenzial für mehr umweltfreundliche Mobilität ist groß. Viele Autofahrten sind kurz und können bei guter Infrastruktur auf das Fahrrad verlagert werden. Für den Ballungsraum Linz sind Schnellradwege vom Umland in die Stadt wichtig, so der VCÖ. Zudem ist der Öffentliche Verkehr vorrangig auszubauen.

 

Spritverbrauch um 27 % höher als Herstellerangaben

Wesentlich für den Klimaschutz ist auch, dass der tatsächliche Spritverbrauch der Autos deutlich reduziert wird: "Im Zuge des VW-Skandals wurde sehr deutlich, dass in den vergangenen Jahren ein Großteil der Verringerung des Spritverbrauchs nur auf dem Papier stattgefunden hat", betont VCÖ-Expertin Rasmussen. Eine Studie des Umweltbundesamts zeigt, dass Österreichs Neuwagenflotte beim Fahren auf der Straße um 27 Prozent mehr Sprit verbraucht als die Herstellerangaben versprechen.

Der VCÖ spricht sich für den verstärkten Ausbau des Öffentlichen Verkehrs und der Infrastruktur zum Radfahren aus. Zusatznutzen: Pro 100 Millionen investierter Euro schafft der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs sowie der Radfahrinfrastruktur um rund 50 Prozent mehr Arbeitsplätze als der Bau von Autobahnen.

Verkehr muss emissionfrei werden

Um das zwei Grad Ziel zu erreichen, muss der Verkehr in den nächsten vier Jahrzehnten emissionsfrei werden. "Die positive Nachricht ist, dass dieses Ziel erreichbar ist. Aber nur, wenn schon heute verstärkte Maßnahmen für eine Verkehrswende umgesetzt werden. Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel bremsen kann", appelliert VCÖ-Expertin Rasmussen im Interesse der heutigen Kinder für verstärkte Klimaschutzmaßnahmen. Dazu zählen auch eine verkehrssparende Siedlungsentwicklung und die Stärkung der Nahversorgung.

Der VCÖ hat Tipps zusammengestellt, wie jeder und jede Einzelne im Mobilitätsbereich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Die Tipps gibt es unter www.vcoe.at

 

(www.vcoe.at)

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