Mittwoch 26. September 2018

Christlich geht anders, weil …

… wir Arbeit neu diskutieren, neu bewerten und neu verteilen müssen.

Die Arbeitswelt ist im Umbruch. Das Versprechen, dass es Arbeit für alle gibt, die arbeiten wollen, hält längst nicht mehr. Immer mehr Menschen werden vom Arbeitsmarkt und damit von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen: Ältere Personen ebenso wie Menschen mit gesundheitlichen Schwierigkeiten oder Frauen und Männer mit Migrationshintergrund.

 

Achtung, Anerkennung und Würde sind nötig, um die gegenwärtigen und künftigen sozialen Herausforderungen als Staat und Gesellschaft gut und solidarisch zu meistern. Doch diese Begriffe sind in der derzeitigen sozialpolitischen Debatte keine zentralen Werte. Im Gegenteil: Achtung, Anerkennung und Würde werden mit Füßen getreten, indem etwa langzeitarbeitslose Menschen und Mindestsicherungs-Bezieherinnen beschämt werden und an ihren Hoffnungen und Perspektiven gekürzt wird. Das zeigt sich an der abgeschafften Aktion 20.000 für langzeitarbeitslose, ältere Menschen ebenso wie an der nun im Raum stehenden Streichung der Notstandshilfe, die bis zu 160.000 Menschen in Armut stürzen könnte.

 

Gerechtigkeit besteht dann, wenn ein gutes Leben für alle möglich ist.  Dazu gehört auch die Möglichkeit, das eigene Leben zu gestalten. Die zentrale Frage ist, ob benachteiligte Menschen gesehen und ernst genommen, oder, wie das leider derzeit oft der Fall ist, gegeneinander ausgespielt werden. Wir haben in Österreich ein gutes soziales Netz, auf das wir zu Recht stolz sein können und das es zu stärken und zu schützen gilt. Machen wir uns gemeinsam dafür stark, etwa über die Initiative www.wir-gemeinsam.at

 

Als großer Hebel der Veränderung kann eine Neudefinition von Arbeit wirken: Arbeit ist viel mehr als Erwerbsarbeit. Wer Kinder großgezogen oder Eltern gepflegt hat, wer sich ehrenamtlich für ein soziales oder politisches Anliegen engagiert oder auch sich selbst fortbildet, der weiß, dass das ebenso Arbeit ist. Machen wir uns gemeinsam auf den Weg, Arbeit neu zu bewerten und neu zu verteilen. Als unerlässlichen Beitrag für eine zukunftsweisende Politik und ein solidarisches Miteinander.

 

Judith Pühringer
Arbeitsmarktexpertin der Armutskonferenz und Geschäftsführerin von arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich

 

(http://www.christlichgehtanders.at/)

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