Samstag 23. Juni 2018

Der Widerspruch zwischen Leid und Glauben

Titelbild Folder Sommerakademie 2015

Die menschliche Grunderfahrung des Leids und die Vereinbarkeit dieser Erfahrung mit dem christlichen Glauben sind heuer Thema der Ökumenischen Sommerakademie.

Die Theodizee, also die Fragen, warum ein gütiger Gott Leid zulässt, ob Leid vielleicht Sinn und Zweck hat oder sogar von Gott als „Erziehungsmittel“ eingesetzt wird, beschäftigt nicht nur Philosophen und Theologen sondern erschüttert immer wieder Menschen in ihrer religiösen Einstellung.

Bei der 17. Ökumenischen Sommerakademie von 15. bis 17. Juli 2015 steht dieser Widerspruch am Beginn der Vorträge und Diskussionen. Der deutsche Philosoph Norbert Hoerster vertritt die Meinung, die vorhandenen moralischen und natürlichen Übel der Welt ließen sich mit der Existenz eines sowohl allgütigen als auch allmächtigen Gottes nicht in Einklang bringen. Er hält den Einführungsvortrag. Ihm folgt als Widerspruch der Theologe Magnus Striet aus Freiburg, der in einem theologischen Ansatz meint, der Gott der Bibel habe das Wunder der Existenz ermöglicht und den Menschen durch seine eigene Menschwerdung und sein Leiden gewürdigt.

Eine zentrale Rolle in der Frage nach dem Leid und seiner Vereinbarkeit mit dem Glauben an Gott spielt das biblische Buch Hiob, das am zweiten Tag der Sommerakademie aus jüdischer Sicht von Klaus Davidowicz aus Wien und von der katholischen Theologin Ilse Müller aus Kassel dargestellt wird. Die Sicht der Theodizee im Neuen Testament schildert der Tübinger evangelische Theologe Ulrich Heckel, der auch langjährige Erfahrungen in der praktischen Seelsorge hat.

Den Bezug zur Praxis stellen auch die Marburger evangelische Theologin Ulrike Wagner-Rau, Cecily Corti von den VinziRast-Einrichtungen in Wien und Willy Weisz von der jüdischen Gemeinde in Wien dar.

Am letzten Tag der Ökumenischen Sommerakademie rückt der gebürtige Oberösterreicher Clemens Sedmak das Leid als Phänomen der Gesellschaft in den Vordergrund. Er lehrt in London und Salzburg und hat unter anderem im Buch „Leid verstehen“ versucht, neue Wege aufzuzeigen, Leid besser zu verstehen und zu bewältigen.

Prominente KirchenvertreterInnen schließen auch heuer die Vorträge und Diskussionen der Ökumenischen Sommerakademie ab. Über die Herausforderungen der Kirchen durch das Leid sprechen die evangelische Oberkirchenrätin Hannelore Reiner, Chorepiskopos Emanuel Aydin als Bischof der Syrisch-Orthodoxen Christen in Österreich und der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer.



Die Ökumenische Sommerakademie findet im Stift Kremsmünster statt und ist öffentlich zugängig. Sie ist eine Veranstaltung der Katholisch-Theologischen Privatuniversität (KTU) Linz, des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, des Evangelischen Bildungswerks Oberösterreich, der Kirchenzeitung der Diözese Linz, des Stiftes Kremsmünster, der Religionsabteilungen des ORF in Fernsehen und Hörfunk und des Landes Oberösterreich. Der ORF Oberösterreich und die Oberösterreichischen Nachrichten sind Medienpartner.


WARUM LEID.
Ökumenische Sommerakademie 2015, 15. – 17. Juli 2015, Stift Kremsmünster
Anmeldung bitte bis 3. Juli 2015 unter sommerakademie@ktu-linz.ac.at

 

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