Sonntag 19. Februar 2017

Tag des geweihten Lebens: Loslassen und bei den Verlassenen sein

Etwa 200 OrdenschristInnen und Frauen von Säkularinstituten lauschten dem Vortrag von Sr. Beatrix Mayrhofer.

Am 31. Jänner 2015 feierten etwa 200 Ordensfrauen und -männer mit Frauen von Säkularinstituten bei den Kreuzschwestern in Linz den „Tag des geweihten Lebens“. Schwester Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, sprach in ihrem Vortrag über „Ordensleben in Gegenwart und Zukunft“.

Auch Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz, der dem Salesianerorden angehört, nahm an dem Nachmittag teil und feierte mit den Anwesenden abschließend eine feierliche Vesper.

 

Im „Jahr der Orden“, das die katholische Kirche 2015 begeht, steht der „Tag des geweihten Lebens“ besonders im Blickpunkt. Österreichweit feiern rund 200 Frauen- und Männerorden und etwa 10 Säkularinstitute um Mariä Lichtmess (2. Februar) „ihren“ Tag in Erinnerung daran, dass Maria und Josef ihren Erstgeborenen, Jesus, im Tempel Gott geweiht hatten. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) hatte diesen Tag im Jahr 1997 eingeführt, um die Wertschätzung von Orden und anderen Gemeinschaften geistlichen Lebens zu fördern. Die Feiern zum „Tag des geweihten Lebens“ laden dazu ein, mit Ordensleuten ins Gespräch zu kommen und ihre Arbeit und Anliegen kennenzulernen.

 

Schwester Michaela Pfeiffer-Vogl, Generaloberin der Marienschwestern vom Karmel und Vorsitzende der Regionalkonferenz der oö. Frauenorden, konnte zur Feier im Festsaal der Kreuzschwestern in Linz über 200 Ordensfrauen und -männer und Frauen von Säkularinstituten begrüßen. Schwester Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, hielt einen Vortrag zum Thema „Ordensleben in Gegenwart und Zukunft“.

 

Schwester Michaela Pfeiffer-Vogl, Generaloberin der Marienschwestern vom Karmel und Vorsitzende der Regionalkonferenz der oö. Frauenorden.
Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs
Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz und Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs.

 

 

Die Zukunft ist offen

 

Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, nahm am Samstag in einem Vortrag anlässlich der Feierlichkeiten zum „Tag des geweihten Lebens“ in Linz Bezug auf die veränderten Rahmenbedingungen, mit denen Ordensgemeinschaften heute konfrontiert seien. Es seien Veränderungen, die sich langsam vollzögen und auf „verschiedene Zeitumstände, Strömungen in Gesellschaft und Kirche“ zurückzuführen seien. „Unsere Mitgliederzahlen gehen drastisch zurück, wir müssen viele Arbeitsgebiete verlassen, etliche Häuser schließen, Organisationen in neue Hände legen. Wir wissen nicht, ob wir in unserem Land eine Zukunft haben und wenn ja, welche", so Mayrhofer.

 

Untergangstimmung wolle sie aber keine verbreiten, betonte die Ordensschwester (Orden der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau) und verwies auf ein Schreiben der Religiosenkongregation im Vatikan, das die „Geweihten dazu anregt, sich mit den dringlichen Problemen dieser Zeit auseinanderzusetzen“ und sich etwa für die Würde und Rechte von Frauen und Kindern zu engagieren, die Opfer des Menschenhandels sind.

 

Etwa 200 OrdenschristInnen und Frauen von Säkularinstituten lauschten dem Vortrag von Sr. Beatrix Mayrhofer.

Etwa 200 OrdenschristInnen und Frauen von Säkularinstituten lauschten dem Vortrag von Sr. Beatrix Mayrhofer. © Marienschwestern vom Karmel

 

Sich verlassen – alles verlassen – bei den Verlassenen sein

 

Für ihre Reflexion über die konkrete Situation in den Ordensgemeinschaften bezog sich Sr. Beatrix Mayrhofer auf das Wort VERLASSEN. Zunächst sei es wichtig, sich auf Gott zu verlassen. „auch wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir uns das wünschen oder vorstellen würden“. Dieses Gottvertrauen solle jedoch nicht zur Untätigkeit verleiten, so Mayrhofer.

 

Darüber hinaus brauche es das „Verlassen von Aufgabengebieten und Provinzzugehörigkeiten“, das viele als schmerzlich erlebten. Dieser „Prozess des Loslassens“ sei aber nicht nur auf die Ordensgemeinschaften beschränkt. "Auch unsere katholische Kirche muss lieb gewordene Pfarrgrenzen ändern und Kirchengebäude verlassen. Da ist es geradezu ein Gebot der Stunde, an die Menschen zu denken, die ihre Heimat verlassen müssen, die vertrieben werden und wissen, dass sie ein ganzes Land verlassen, in dem Christen nicht nur seit Jahrzehnten, sondern seit zwei Jahrtausenden gelebt haben.“

 

Schließlich gebe es auch die Erfahrung von Verlassen-Sein: in der eigenen Ordensgemeinschaft, aber auch in Politik und Gesellschaft. Die frühere Anerkennung sei manchmal noch auf dem Papier oder in Jubiläumsansprachen vorhanden, aber nicht mehr dann, „wenn wir auf ein Entgegenkommen angewiesen wären, auf eine gesetzliche Kann-Bestimmung, die eben ein Kann und kein Muss ist und daher nicht mehr gewährt wird. Häufig sind wir Orden im politischen und medialen Bewusstsein nicht mehr präsent, vielleicht sogar störend“, so Mayrhofer. Gleichzeitig rücke dieses Verlassen-Sein die OrdenschristInnen in die Nähe derer, „die auch zu den Verlassenen gehören“: Frauen, die ungewollt schwanger geworden sind, Menschen mit physischer oder psychischer Beeinträchtigung, unbegleitete jugendliche Flüchtlinge, demenzkranke Menschen, … 

 

 

Die Möglichkeit zum Austausch wurde gerne genutzt.
Die Möglichkeit zum Austausch wurde gerne genutzt.
Die Möglichkeit zum Austausch wurde gerne genutzt.

 

Nach einer Agape mit Begegnungsmöglichkeit bildete die feierliche Vesper in der Kirche der Kreuzschwestern den Abschuss des Feiernachmittags. Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz erteilte allen Anwesenden den bischöflichen Segen.

 

Bischof Schwarz erteilte den Segen.
Eine Musikgruppe gestaltete die feierliche Vesper.

 

 

OrdenschristInnen / Jahr der Orden

 

Weltweit gibt es derzeit über 900.000 OrdenschristInnen: Das Päpstliche Jahrbuch 2012 weist 189.892 Ordensmänner (135.227 Ordenspriester, 54.665 Ordensbrüder) und 721.935 Ordensfrauen auf. In Österreich gibt es laut Auskunft der Ordensgemeinschaften 105 Frauenorden, denen 3.900 Ordensfrauen angehören. In den 85 Männerorden leben 1.950 Ordensmänner. Auch die landesweit 10 Säkularinstitute stehen im „Jahr der Orden“ im besonderen Fokus.

Weitere Informationen zum „Jahr der Orden“ im „Kathpress“-Themenschwerpunkt unter www. kathpress.at/jahrderorden sowie unterwww.ordensgemeinschaften.at

 

 

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