Freitag 24. November 2017

Sinn und Symbolik der Be-ERD-igung

Jerusalem.

Das kirchliche Begräbnis will nicht nur den Verstorbenen geistlichen Beistand erflehen und ihren Leib ehren, sondern auch den Lebenden den Trost der Hoffnung geben.

 

Die Sorge um die Toten und die Hinterbliebenen gehört zu den wichtigen Aufgaben jeder Pfarrgemeinde. 

 

Leben und Tod

Auch wenn der Tod in den Medien allgegenwärtig scheint, so wird der Mensch auf besonders intensive Weise im Angesicht eines Toten mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Wer am Totenbett oder Grab eines Menschen steht, bedenkt nicht nur, welchen Sinn das Leben des Verstorbenen hatte und welche Zukunft dem Verstorbenen bereitet ist. Es geht immer auch um die Frage, welchen Sinn und welche Zukunft das eigene Leben hat. Deshalb gehört die Erfahrung des Todes der Anderen zu den existentiellen Herausforderungen der Menschen.

 

Gemeinschaft

Der Tod eines Menschen ist nicht nur für die eigenen Angehörigen Anlass zur Trauer, er ist auch ein soziales Ereignis. Der Tod eines Christen berührt immer auch die ganze Gemeinde gemäß dem Wort des Apostels Paulus: „Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit“ (1 Kor 12,26). Gegen die gesellschaftlichen Tendenzen zunehmender Privatisierung, Individualisierung und Familiarisierung vieler Begräbnisse hält die Kirche daran fest, dass eine kirchliche Begräbnisfeier nicht privater Natur ist, sondern ein Gottesdienst, an dem die Pfarrgemeinde teilnehmen können soll.

 

Würde und Respekt

Weil dem Menschen über den Tod hinaus Würde zukommt, aus Respekt vor der Individualität jedes Menschen, hält es die Kirche für notwendig, dass das Grab jedes Verstorbenen mit seinem Namen versehen wird. In Erinnerung an den Tod und das Begräbnis Jesu empfiehlt die Kirche nachdrücklich als vorrangige Form die Bestattung des Leichnams. Sie verbietet allerdings die Feuerbestattung nicht, sofern diese nicht aus Gründen gewählt wird, die dem christlichen Glauben an die Auferstehung widersprechen.

 

Be ERD igung

Aus sehr unterschiedlichen Gründen ist am Ende der Feier am Grab das Hinablassen des Sarges ins Grab an manchen Orten nicht mehr üblich. Eine der Gründe ist, dass der momentane Schmerz der dabei empfunden wird vermieden werden soll. Dadurch entfällt aber die Kraft des Ritus für den Trauerprozess. Durch das Einsenken des Sarges wird die Realität der (räumlichen) Trennung und des Verlustes deutlich. Daher empfiehlt die Deutsche Bischofskonferenz  nachdrücklich, den Sarg in Anwesenheit der Trauergemeinde ins Grab hinab zu lassen da so die Trauernden in der solidarischen Gemeinschaft der Gemeinde aufgehoben und nicht sich selbst überlassen sind.

 

Be-greifen

Vor dem Absenken des Sarges ins Grab besprengt der Priester/Diakon den Sarg mit Weihwasser. Er spricht dazu "Gott vollende in dir, was er in der Taufe begonnen hat."  Denn getauft wurde jeder Christ auf den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Auch die Trauernden könne sich an der Ausspendung beteiligen und der Verbundenheit durch die Taufe im Leib Christi gedenken, die auch der Tod nicht aufhebt. Anschließend wird Erde ins Grab geworfen. Dazu wird das Deute-Wort "Von der Erde bist du genommen, und zur Erde kehrst du zurück. Der Herr aber wird dich auferwecken." gesprochen. Es ist eine Möglichkeit "hand-greiflich" Abschied zu nehmen. Den Abschied zu "be-greifen".

 

Leichenschmaus

In den liturgischen Büchern nicht festgeschrieben aber psychologisch wichtiger Abschluss der Riten ist der sogenannte Leichenschmaus. Er symbolisiert den Abschluss des Überganges in die jeweils neuen sozialen Rollen. Der Verstorben wird zum Leichnam der an dem ihm nun zugewiesenen Platz, dem Grab, zurückgelassen wird. Auch die Hinterbliebenen erhalten einen neuen Status: Witwe/r, Waise, …Ihr Ort ist nicht das Grab sondern die Welt der Lebenden! Durch den Leichenschmaus wird die Rückkehr in diese Welt zum Ausdruck gebracht.

 

Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe;
denn von ihm kommt meine Hoffnung.

Ps 62,6

Himmel. © cohdra/morguefile.com

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