Tuesday 19. November 2019

Wo andere in den Ruhestand treten, wurde es bei mir am spannendsten!

Sr. M. Margit Zimmermann, Marienschwester vom Karmel, und ihre Berufungsgeschichte.

Ich hatte eine sorglose Jugend hinter mir, war ein fideler Teenager, beliebt und lebte von heute auf morgen. Aber in der sogenannten „philosophischen Krise”, in der ich mich nach dem Sinn des Lebens fragte, fand ich keine Antwort.

 

Meine Mutter gab mir ihr persönliches Zeugnis der Sinnsuche: „Der Sinn des Lebens liegt darin, dass du heiratest, Kinder bekommst, sie gut erziehst und dann in ihnen weiter lebst.” Doch es befriedigte mich nicht. Ich suchte weiter.

 

Bald konnte ich nicht mehr schlafen, Depressionen stellten sich. ein. Dieser Zustand dauerte zwei Jahre. Es war wie ein Gang durch einen finsteren Wald. Doch dann kam mir die Vorsehung zu Hilfe.

 

Ich musste mit Blinddarmentzündung ins Spital. In der Nacht nach der Operation, war der absolute Tiefpunkt gekommen. Aber gerade in dieser dunkelsten Stunde begann für mich der neue Tag mit der Gnade des Glaubens. 

 

Ich erkannte, dass Gott mein Vater und Schöpfer ist, der mein Leben wollte und einen Plan für mein Leben hat. Noch während der Erholungszeit wurde mir bewusst, dass Gott mich ganz in seinen Dienst nehmen, ganz für sich haben wollte. Ich erschrak, denn das würde einen Kampf geben mit mir selbst und mit meinen Leben. 

 

Heuer sind es 50 Jahre, dass ich ins Kloster gegangen bin. Und seltsam: zur Zeit, wo andere in den Ruhestand treten, wurde es bei mir am spannendsten! Ich ging nach Uganda! Mit Hilfe lieber Menschen in der Heimat kann ich hier viel Gutes tun: 
- Schulbildung vom Kindergarten bis zur Universität
- Sorge für arme und alte Menschen, die niemand mehr haben
- Aufgaben  in der Schwesterngemeinschaft und Sakristeidienst

 

Bei Gott ist kein Ding unmöglich. 
Dank sein dem HERRN, der mir Erfüllung schenkt. 

 

 

Erschienen im Rundbrief des Hilfswerks der Marienschwestern vom Karmel: Mission in Bewegung
Marienschwestern vom Karmel: Miteinander im Glauben unterwegs. Dezember 2009.

Oft Nachgefragt
Gerufen sein

Herr, du rufst uns,

mitzubauen an deiner Kirche,

mitzutragen an der Verantwortung,

mitzuhelfen, dass die Liebe unter uns wächst.

 

Lass uns nicht

über Steine am Weg stolpern,

sondern sende uns deinen Geist,

damit wir uns einzusetzen wagen für andere.

 

Gib, dass das,

was in uns aufgebrochen ist,

nicht wieder verschüttet wird

von Lauheit und Resignation.

 

Lass uns alle Kräfte einsetzen

um mitzubauen,

mitzutragen,

mitzuhelfen,

dass der Geist deiner Liebe

mehr und mehr spürbar wird,

überall, wo wir stehen.

 

(Friederike Stadler)

Katholische Kirche in Oberösterreich
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